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Die Räumungsnacht hat weitere juristische Folgen

Am 15.2.2012 begann die endgültige Vernichtung des Mittleren Schlossgartens in Stuttgart. Seitdem ist dieser „Central-Park“ eine Baubrache. Über 2.000 Menschen hatten sich zuvor im Schlossgarten versammelt, um gegen die Vernichtung dieses für ihre Erholung und die Ökologie wichtigen Kulturdenkmals zu protestieren. Sie wurden von der Polizei aus dem Park gedrängt oder abgeführt. Diese Maßnahmen der Polizei waren nach Auffassung der Betroffenen und ihres Rechtsanwaltes ein schwerer Verstoß gegen das Grundgesetz. Deshalb haben nun 32 Menschen eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart eingereicht.

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Hölscher im Juchtenkäfer Schutzbereich

Bagger im eingezäunten SchutzbereichWozu gab es eigentlich einen Schutzzaun um die von der Fällung ausgenommenen Platanen, wenn Hölscher hier frei-fröhlich Rohrständer aufbauen und mit Baggern in den Schutzbereich einfahren darf? Und auch sonst ist die zu einer Brache gewordene Fläche des einstmals zusammenhängenden Mittleren Schlossgartens – dieser Name ist längst nicht mehr gerechtfertigt – zu einem Experimentierfeld vieler Firmen geworden, die nicht zur Verschönerung und Lebensqualität beitragen. – Zur Dokumentation –

( Gastartikel von Wolfgang Rüter auf schaeferweltweit.de )

1. Jahrestag der Parkräumung

(Gastartikel von Wolfgang Rüter)

Wir_holen_unseren_Park_zur_ck_DSC2039Unter Einsatz tausender Polizisten fand vor einem Jahr die Parkräumung im Mittleren Schlossgarten statt um im Anschluss die ehrwürdigen Parkbäume zu fällen und den Park in eine Brache zu verwandeln. Rund 2000 ParkschützerInnen hatten versucht ihre Bäume vor der sinnlosen Abholzung zu schützen, so wie es zuvor die Menschen in zwei Weltkriegen getan, ihre Bäume nicht angerührt haben. Aber gegen das übermächtige Polizeiaufgebot waren sie diesmal machtlos. Seither sieht es hinter dem Stuttgarter Hauptbahnhof wie ein Schlachtfeld aus. Und auch am 1. Jahrestag griff eine Polizei-Hundertschaft ein, als sich einige Aktivisten den Park symbolisch zurück holen wollten.
Zur Dokumentation von Wolfgang Rüter
Zu meinem Live-Video

Weiterführende Links:
Info der Veranstalter
Presseerklärung der Blockadegruppe der Parkschützer: „Wir holen uns den Park zurück“
Wolfgang Weichert „Wir holen unseren Park zurück!“

Robin Wood vor Gericht – Widerstand ohne Hände?

Archivbild – 15.02.12 – Schlossgarten – Wolfgang Rüter

Unglaubliche Leistungen werden im allgemeinen ja immer nur der DB zugesprochen, wenn man Angesichts der Planlosigkeit bedenkt das sie – angeblich – in der Lage sind das Immobilienprojekt S21 zu bauen.

Nun wurde einer Aktivistin von Robin Wood der passive Widerstand durch Anketten an einen Baum als aktive Gewalt ausgelegt.

Vor kurzem schon meinte das Amtsgericht bereits in einem anderen Verfahren das ein Verschränken der Hände – bei dem ein Beamter die Finger auseinander ziehen muß – aktiver Widerstand sein soll. Da fragt man sich doch wirklich wie unvoreingenommen das Amtsgericht bei S21-Gegnern ist.

Archivbild – 15.02.12 – Schlossgarten – Wolfgang Rüter

Ein Bericht von Robin Wood findest sich auf ihrer Homepage –  Wo endet der Rechtsstaat, wo beginnt der Polizeistaat?

Unser Park! – Fenster in die Vergangenheit.

Ein Film von Felix Schwarz porträtiert die Menschen, die im Mittleren Schlossgarten für ihre Ziele einstanden. Der Film entstand zur Zeit vor der Landtagswahl 2011 – die Personen sind aber größtenteils bis zum 15.02.2012 im Park geblieben. Einige davon waren unter den Letzten, die von den Bäumen geräumt wurden. Heute ist der Film ein „Fenster in die Vergangenheit“ … Remember 15.02.12.

Offizielle Beschreibung:
Der Film „Unser Park!“ dokumentiert die Parkbesetzer im Stuttgarter Schloßpark. Aus Protest gegen das geplante Großprojekt „Stuttgart 21″ hat eine bunt gemischte Besetzergruppe sich zusammengefunden und dort ihre Zelte aufgeschlagen. Seit September 2010 harren sie dort aus. Sie trotzden allen Schikanen, Wind und Wetter. Was sie eint, ist der gemeinsame Kampf um den Erhalt des Parks und seiner Bäume.Die besetzer müssen ständig mit einer polizeilichen Räumung ihrer Zelte und Kriminalisierung rechnen. Wie lange werden sie noch durchhalten?

Ob Ihr Protest glaubhaft, überspannt oder gar reine Folklore ist möchte der Film erforschen, indem er sich respektvoll mit ihnen auseinandersetzt.

„Our Park!“

The film „Our Park!“ is a documentation about citizens occupying the Schlosspark in Stuttgart.

This form of protest against the planned underground trainstation project „Stuttgart 21“ brought homeless people, punks, freelancers and political activists together – they pitched their tents and have been living in the park in every kind of weather for months.

With this form of protest they hope to protect the trees of the park from destruction for the planned project and they are fighting against the arrogance of the people in power . They are living in constant danger of being cleared away by bulldozers and are afraid that they might get sued for illegal occupance of cityproperty. Only a few of them held out for more than 6 months — and how much longer will they prevail? Will the results of the election of the state (Landtagswahlen) in march 2011 influence their motivation and their fight?

(Landtagswahlen) in march 2011 influence their motivation and their fight? Is their protest authentic or pure folklore? This documentary wants to investigate this question through respectfull concern with the subject .

Sarkasmus, blanker Hohn oder schlichte Dummheit?

Das hier verlinkte Schreiben von Staatssekretär Ingo Rust (SPD), erhielt ein Bürger auf seine Bitte, um einen Gesprächstermin zur Genehmigung einer Kunstinstallation mit dem Namen „Unser Pavillon“.

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Ich frage mich nun ganz einfach, ob das nun vor schlichter Sarkasmus, blanker Hohn oder Schlicht und Einfach Dummheit ist die man dort lesen kann.
Mit sehr viel gutem Willen kann man es noch als unpassenden respektlosen Scherz verstehen.

Zur Erinnerung für nicht Stuttgarter und Leute wie Herrn Rust, der Schlossgarten von dem er hier schreibt ist genau der gleiche welcher in großen Teilen am 15.02.12 dem Immobilienprojekt Stuttgart21 geopfert wurde.

Rosensteinpark vs. S21 und Rosensteintunnel

Der Rosensteinpark braucht dringend unsere Aufmerksamkeit!
(Bericht von Carola Frech-Kühnle)

Am Sonntag war nicht nur Muttertag, sondern auch Rosensteintag. Die Gruppe Bumerang lud ein zum Spazieren gehen, miteinander reden, Picknick zu machen und verteilte Infoflyer. Die Versorger boten u.A. Körnerbrot mit Beerlauchpesto-Aufstrich an. Viele Bäume sind inzwischen mit einem Bild oder Nachdenksatz bestückt.

Ab 15 Uhr informierten sich ca. 80 neugierige Leute über die geplanten Baustellenflächen für S21 und das von der Stadt anvisierte Rosensteintunnel, wofür große Wiesenflächen, prächtige große Bäume und Hecken, die vielen Tieren Lebensraum bieten, geopfert werden sollen.

Mit Jürgen Reinel, der uns sein Wissen vermittelte, und ausgestattet mit Kartenmaterial, starteten wir am Nordbahnhof , beobachtet von mehreren Polizisten die sich anscheinend ein paar Ausweise
zeigen ließen, und uns dann mit Dienstfahrzeug auf Distanz verfolgten und beobachteten.

Wir begannen mit einem Abstecher hoch auf das Viadukt, um einen Blick auf den zukünftigen Umladeplatz für den Erdaushub zu werfen. Dann ging es an den 3 Häuschen unter dem Viadukt vorbei, die wohl auch abgerissen werden sollen. Entlang des Bahndammes der schon in der Nacht, in der wir den Mittleren Schlossgarten zu retten versuchten, gerodet und damit für eine Logistikstraße vorbereitet wurde. Gingen es weiter an den westlichen oberen Eingang in den Rosensteinpark.

Dort erfuhren wir von Logistik- und Baustellenflächen Tunnel- zu und Ausfahrten und der Verlegung eines Teils der Ehmannstraße in den Park. Nach 3 Stunden hatten wir einen umfangreichen Einblick in die den Park zerstörenden Vorhaben, aber noch viele Fragen und Überlegungen, wie wir für diese herrliche Idylle in unserer Stadt schützend aktiv werden können.

Der Rosensteinpark steht unter Natur- und Denkmalschutz. Er soll nicht wie der Mittlere Schlossgarten verwüstet werden. Wünschenswert ist, auch hier bald eine Baumpatenaktion starten zu können. Wer möchte mitmachen, bei einer aktiven Gruppe Rosensteinpark ?

Herzlichen Dank an Jürgen Reinel für die Führung an Thomas von Fluegel.tv für die schönen Bilder und Filme, und an Wolfgang Rüter für seine Begleitung mit Bildern und Text.

Planung und Bericht zur Aktion: Carola Frech-Kühnle
Bilder Wolfgang Rüter und Thomas Igler

Weitere Details:
Im Vorbericht und in der Verordnung der Landeshauptstadt Stuttgart als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet Nr. 8 n „Rosensteinpark“ auf dem Gebiet der Gemarkungen Bad Cannstatt und Stuttgart

Siehe auch Der Rosenstein – ein Park mitten in Stuttgart

Es ist ein Kreuz mit der Toleranz in Stuttgart

Klar, keiner muß unbedingt verstehen warum manchen Menschen 100erte Jahre alte Bäume wichtiger sind als Betonbauten, aber warum kann man nicht einfach respektieren was anderen Menschen wichtig ist?

Im Rahmen einer Kunstinstallation am 09.03.12 wurden 170 Kreuze zum Gedenken an die gefällten Bäume aufgestellt.

Die Aktion wurde selbst von der Polizei aufgenommen und akzeptiert

Doch scheinbar waren am 07.04. gegen 3 Uhr Nachts einige Stuttgarter doch überfordert damit diese Kreuze einfach stehen zu lassen.
Danach war nur noch wenig davon übrig.

Genau genommen erstaunlich -> 170 Kreuze einfach weg!
Rechnet man mit ca. 2cm dicken Latten wäre das schon ein Stapel mit 3,4 Meter Höhe!
Es ist also richtig Arbeit das alles wegzutragen.

Wie tief sind mittlerweile die Gräben in der Stuttgarter Bevölkerung wenn selbst ein paar rote Kreuze nicht mehr toleriert werden können!?
Heiner Geißler warnte davor und meinte das mit „seiner Schlichtung“ abwenden zu können. Er ist offensichtlich gründlich gescheitert!
Die Gräben sind tiefer als jemals zuvor – die Bevölkerung tief gespalten.

Die Künstlerin hinter dieser Aktion nimmt ihre Arbeit sehr Ernst. Sie prüft nun rechtliche Schritte in dieser Sache und berät sich mit Kunstexperten bezüglich dieser Kunstschändung.