Archiv der Kategorie: Stuttgart

AfD-Demo und Gegendemo in Stuttgart-Feuerbach

Impressionen der Demonstrationen am 12.05.2018 in Stuttgart Feuerbach.

Etwa 110 Teilnehmer einer AfD Demo gegen den Neubau einer Zentralmoschee mit Gemeindezentrum  in Feuerbach (Info) standen rund 500 Gegendemonstranten gegenüber  welche sich für ein buntes Feuerbach mit  der Vielfalt vieler Menschen einsetzten. (Grußwort von Roland Saur als PDF)

Das massive Polizeiaufgebot legte den Ortsteil über Stunden lahm. Die Haltestelle Wilhelm-Geiger-Platz war nicht erreichbar und neben hunderten Beamten waren zwei Wasserwerfer, eine Pferdestaffel, ein Hubschrauber und mehrere Drohnen im Einsatz. Auch wenn durch Gegendemonstranten einer der Redner der AfD mit Wasser bespritzt wurde und Eier auf Polizisten geworfen wurden sollte die Frage der Verhältnismäßigkeit gestellt werden.

Nach dem Ende der Demonstration der AfD sorgte die SSB wieder einmal (wenn auch diesmal nicht mit dem „Privatbus“ sondern mit der wieder geöffneten U-Bahn) für den Abzug der Teilnehmer in Richtung Sportpark.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass S21 abgebrochen werden muss.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Kunstführung und Trauerfeier am Sanctuarium


Was die Stadt Stuttgart am Pragsattel angerichtet hat, bewegt viele Menschen auch über die Grenzen Stuttgarts hinweg. Das Sancutarium von herman de vries wurde sang- und klanglos nach nur 25 Jahren platt gemacht (mehr auf SWW).
Diesem Fakt setzte am 08.04.2018 eine Künstlergruppe rund um Justyna Koeke, Anna Ohno, Martin Zentner und weiteren, eine Trauerfeier mit diversen Klängen entgegen. Ebenso trafen sich  am Ostermontag  eine Gruppe von Kunstinteressierten rund um die Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin Andrea Welz, woraus sich dann ein kompletter Rundgang zu diversen Stationen der Internationalen Gartenbauausstellung 1993 entwickelte.

Ostermontag

Beim Rundgang zeigte sich der Zustand, der oftmals dem Zerfall preisgegeben Kunstwerke der IGA1993. Die Stadt Stuttgart scheint sich dabei, anders als jetzt beim Heiligtum von herman de vries, ansonsten eher dem passiven  Mittel des „Nichtstuns“ zu bedienen. Besonders beim Kunstwerk „Leibfriedscher Garten“ schafft sie es auch eindrucksvoll alles komplett verkommen zu lassen.   Was die Stadt beim Sanctuarium grob falsch gemacht  hat, hätte sie sich hingegen bei den anderen Kunstwerken zu Herzen nehmen sollen. Gratulation an die Stadt Stuttgart – die Geringschätzung der Kunst im Allgemeinen kann nicht größer sein, wenn zum einen 25 Jahre einzigartiges Pflanzenwachstum und das Vergehen von Zeit zerstört, und zum anderen die Kunst nicht geschätzt, sondern dem Verfall preisgegeben wird.

Zur Dokumentation / Mehr Bilder im Archiv  (link)

 Trauerfeier

Zur Tauerfeier trafen sich viele Künstler und Interessierte um ihrem Entsetzen über den  Vandalismus der Stadt Ausdruck zu verleihen. Diese Empörung zeigt sich seitdem permanent und durchgehend durch schwarze Bänder am Sanctuarium. Diese sollen so lange auf die Schändung hinweisen, bis die Stadt Stuttgart sich in angemessener Weise nicht nur beim  betroffenen Künstler , der sein Konzept als zerstört sieht, sondern auch bei den Bürgern, welchen eines ihrer liebgewonnen Kunstwerke geraubt wurde, entschuldigt hat. Um dieser Aussage einen bürgerlichen Nachdruck zu verleihen, wurde gleichzeitig Anzeige wegen Sachbeschädigung von öffentlichem Eigentum und Zerstörung eines Kunstwerkes erstattet.
Wer gab den Auftrag?
Wer trägt die Verantwortung?
Die Folgen tragen wir alle.

Zur Dokumentation / Mehr Bilder im Archiv (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

herman de vries – Sanctuarium – Kahlschlag eines Kunstwerks

Bilder aus den Jahren 2000 bis 2017 / Google Earth („Fair Use“)

Im Jahr 1993 entstand das Kunstwerk „Sanctuarium“ (link/wiki) des Künstlers herman de vries im Rahmen der Internationalen Gartenbauausstellung (link). Seit dieser Zeit durfte es sich im Sinne des Künstlers entwickeln und gedeihen. Eigentlich sollte dem auch nicht viel wiedersprechen – schließlich stört an dieser Stelle niemanden der ein oder andere Busch (siehe auch das normale „Straßenbegleitgrün“ in diesem Bereich) Selbst wesentlich höhere Bäume stehen dort direkt eine Stufe höher auf dem Hügel.
Doch der Stadt passte das Kunstwerk offensichtlich nicht. Sie machte nun einfach alles im befriedeten Gebiet dem Boden gleich. Vorgeschobener Grund ist ein „Parkpflegewerk“ in welchem „die Entwicklung zum Wald“ vermieden werden soll.  Der Künstler selbst weiß allerdings nichts von diesem „Werk“ und sieht selbst sein Konzept mit dem Kahlschlag als zerstört an. Die Stadt Stuttgart hingegen reagiert lediglich mit einem lapidaren ‚Stellt euch nicht so an, das wächst schon wieder‘ (Wörtlich: „Die Pflanzen wurden nur zurückgeschnitten. Wir können uns also schon bald wieder am #Sanctuarium erfreuen.“)

Interaktives Kugelpanorama (link) / 180 Grad Panorama (link)

Neben der Tatsache, dass die Bilder von Google Earth sowie auch die Jahresringe der gewachsenen Bäume zweifelsfrei beweisen, dass die  Vorgaben dieses „Parkpflegewerkes“ nie so zerstörerisch sondern immer (zumindest 25 Jahre lang) im Sinne  des Künstlers also lediglich auf seitlich herauswachsende Pflanzen beschränkt wurde, erkennt man auch sehr leicht, dass wesentlich höhere Bäume die „Sicht auf die Bastion“ eher einschränken würden als dieses Kunstwerk welches viel tiefer fast auf Straßenniveau steht. 

Vergleicht man die Straßenmasten (in der Regel max. 12m hoch) erkennt man schnell, dass diese Blickachse sicher noch sehr lange nicht ernsthaft eingeschränkt worden wäre.  Zurück bleibt also eine völlig unnötiger Kahlschlag, eine generelle Missachtung der Natur und eines Kunstwerkes und letztlich die Geringschätzung eines International anerkannten Künstlers.

 

Aktuelle Links zum Thema:
Wikipedia zum Sanctuarium (link)
Wikipedia zur IGA93 (link)
stuttgart.de selbst zum zerstörten Kunstwerk (link)

Radiobeitrag – Bayern 2 (link)
Radiobeitrag – SWR 2 (link)
Bericht – Main Post (link)
Bericht – Monopol Magazin (link)
Filmbeitrag – SWR (link)
Radiobeitrag – Deutschlandfunk Kultur (link)
Bericht – Mainpost (link)

Bericht – Stern (link)
Bericht – StN / OB Kuhn entschuldigt sich (link)
Kommentar – StZ (link)
Bericht – StZ (link)

Weitere Links zum Thema:
Stuttgarter Zeitung  25.03.1993 (link)

Stuttgarter Zeitung 14.04.1993 (link)
Stuttgarter Zeitung 02.09.1993 (link)
Stuttgarter Zeitung 06.09.1996 (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Impressionen vom Ebnisee

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Hintergrund der „Eisblumen“: Wikipedia

„Dampflöcher sind sternförmige Löcher von wenigen Zentimetern bis Metern Größe in der Eisdecke flacher, stehender Gewässer, die sich dort aufgrund von Konvektionsprozessen im Wasser bilden.

Damit es zur Dampflochbildung kommt, bedarf es einer klar durchsichtigen Eisdecke, durch die das Sonnenlicht bis auf den Seegrund dringen und diesen erwärmen kann. Wenn nun die Temperatur des Wassers 4 °C überschreitet, bildet sich eine instabile Situation: Direkt unter dem Eis wird Wasser auf 4 °C abgekühlt, welches durch seine höhere Dichte nach unten strebt; auf dem Seegrund wiederum drängt warmes Wasser nach oben. Es bildet sich eine Konvektion aus. An Stellen, an denen viel warmes Wasser nach oben drängt, schmilzt dieses die Eisdecke verstärkt weg und ein Eisloch entsteht. Die typischen Zacken entstehen dadurch, dass in der Konvektion das warme Wasser nicht nur punktuell aufsteigt und auch in Richtung der Strahlen warmes Wasser aufsteigt, wenn auch nicht so viel auf einmal wie in der Mitte des Eislochs.

Damit dieses Phänomen auftritt, ist, über 0 °C liegenden Temperaturen folgend, ein plötzlicher Kälteeinbruch erforderlich, damit einerseits der See noch warm genug ist, damit die Sonne dessen Grund auf über 4 °C erwärmen kann, andererseits sich aber eine geschlossene Eisdecke ausbilden kann. Außerdem darf kein Schneefall erfolgen, da dieser sonst die Eisfläche undurchsichtig machen würde. Daher tritt dieses Phänomen recht selten auf, und wenn es auftritt, ergeben sich mangels besseren Wissens die wildesten Spekulationen über die Ursachen, z. B. angebliche Meteoriteneinschläge. Quelle Wikipedia

Ausser S21pesen nix gewesen! Ein Umstieg aus S21 ist und bleibt Sinnvoller

Einmal mehr und sicher nicht das letzte mal werden Zeitplan sowie Kosten beim Immobilienprojekt Stuttgart 21 in die Höhe geschraubt. Wie schon immer bleibt daher auch jetzt ein Umstieg die einzig sinnvolle Konsequenz!
Und zwar je früher umso günstiger. Schon zu Zeiten des Volksentscheides war eben nicht korrekt das der Umstieg mehr kostet als das Weitermurksen! Man sieht ja gerade heute wie wenig an diesem „Argument“ dran ist. Wer darauf die Standardphrase: „Aber nun wird gebaut es ist Sinnlos jetzt auszusteigen!“ bringt, der soll doch bitte einfach mal die Leidensgeschichte des BERliner-Flughafens betrachten. Wie lange weigert man sich dort nun schon die bittere Pille zu schlucken und das Scheitern einzugestehen? Wie viele Millionen hat diese Sturheit schon gekostet? Wie viel wird es noch kosten? Wie viele Jahre früher hätte man nun schon an einem funktionierenden Flughafen arbeiten können? Wer bitte glaubt dort noch an ein erfolgreiches Ende? BER ist die Blaupause für Stuttgart 21.
Daher Umstieg 21 und Oben Bleiben – alles andere ist Bahnsinn!
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