Schlagwort-Archive: Hauptbahnhof

Archäologische Ausgrabungen am Nesenbach


Seit Anfang Februar sind im Baufeld des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs archäologische Ausgrabungen im Gange. Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart haben unter anderem Reste einer steinernen Einfassung des Nesenbachs entdeckt, die vermutlich aus dem 16. oder 17. Jahrhundert stammen, ebenso ein Stauwehr aus Holz, das im 17. Jahrhundert errichtet worden sein könnte.

Über das Alter und die stadtgeschichtliche Bedeutung der Funde können die Archäologen derzeit nur Vermutungen anstellen. Über detaillierte Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung, die erst am Anfang stehen, wird das Landesamt für Denkmalpflege zu einem späteren Zeitpunkt informieren.

Klar ist die Zukunft dieser Funde. Diese erstrecken sich auf die volle Breite des geplanten Immobilienprojektes Stuttgart 21 und werden also für S21 komplett verschwinden. Die Holzfunde werden in den kommenden Wochen für tiefere Alterbestimmungen und Herkunftsanalysen zersägt und nach einer Bodenanalyse des Flussbettes (Sedimentablagerungen / Blütenpollen etc.) wird diese Geschichte der Stadt Stuttgart den Baggern zum Opfer fallen.

Zur Dokumentation / Mehr Bilder im Archiv  (link)

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass S21 abgebrochen werden muss.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Vortrag: Mehr Stickoxyd und „Fein“staub durch Stuttgart 21

Am 16.04.2018 stellte nicht nur der Verkehrswissenschaftler Karlheinz Rößler im Stuttgarter Kopfbahnhof seine Studie zur Luftbelastung mit Stickoxid in den kommenden dreißig Jahren im Falle eines Weiterbaus von Stuttgart 21 vor, sondern es fand auch die erste Versammlung gegen Stuttgart 21 in der  kleinen Schalterhalle des Stuttgarter Haupfbahnhof statt. Sieben Jahre nach dem Fraport-Urteil von 2011, erteilte das Amt für öffentliche Ordnung einen entsprechenden Versammlungsbescheid. Mehr noch stellte sogar die Deutsche Bahn selbst die Stromversorgung für die technischen Anlagen der S21 Gegner.

Zur Dokumentation / Mehr Bilder im Archiv  (link)

Mit Dank an Eberhard Linckh für das Video

Mehr Informationen:
2018-04-16 PM Studie Feinstaub und Stickoxid durch S21
2018-04-16_Beitrag_Dr_Angelika_Linckh

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass S21 abgebrochen werden muss.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Warteraum als „grüne Oase“?

Keine vier Jahre sind vergangen seit die Deutsche Bahn für ihr Immobilienprojekt Stuttgart 21 den Mittleren Schlossgarten abgeholzt, geschreddert und vernichtet hat. Seit dem ist es nicht mehr möglich mit ein paar wenigen Schritten aus dem Südausgang des Stuttgarter Kopfbahnhofes oder auch aus der Arnulf-Klett-Passage direkt unter die alten Parkbäume zu treten.

Vor diesem Hintergrund erscheint es nun enorm bitter und verlogen, dass ausrechnet der sogenannte „Einkaufsbahnhof“ nun mit einem Warteraum mit „grüner Oase“ wirbt.  Bebildert mit Bäumen würde der Raum Ruhe und Entspannung ausstrahlen wirbt die Werbereferentin auf deren Website. Was für ein Hohn und Spott wenn man bedenkt das all dies für viele Stuttgarter einer der Hauptgründe gegen das Sinnlose Milliardenloch Stuttgart 21 war. Wie man unter anderem auf der Seite der Baumpaten heute noch sieht, grenzte der Stuttgarter Kopfbahnhof bis 2012 direkt an eine REALE grüne Oase! Heute bleibt zur Entspannung nur noch ein stickiger Warteraum oder die herunter gekommene  versiffte Passage unter dem Arnulf-Klett“platz“. Vorbei die kühlende Wirkung in den heißen Sommern welche durch das Klima der Bäume und Wiesen entstand, lediglich wenige Schritte vom Querbahnsteig direkt an der Haupthalle des Bahnhofs entfernt.

Wer sich heute im Wartebereich der Deutschen Bahn im Stuttgarter Hauptbahnhof entspannt und dort ernsthaft an Bäume, Wiesen und Felder denkt sollte nicht vergessen wem er verdankt dass dies nicht mehr Realität sondern nur noch billiges Pixelwerk auf Klebefolie und von einer drittklassigen Werbefirma ohne Gespür für die Emotionen der Menschen ist.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

„Die Geschichte des Widerstands“ aus dem Archiv

Leider gibt es die Quellseite http://leben-in-stuttgart.de/index.php?id=11 nicht mehr -> Inhalt war WaybackMachine
Hier nun auch für Google wieder zu finden:


1994 – Das Projekt wird erstmals vorgestellt

Heinz Dürr, der ehem. Vorstandsvorsitzende der DB AG sagte zu Stuttgart 21: „Die Art der Präsentation (von Stuttgart 21) im April 1994 war ein überfallartiger Vorgang. Gegner und Skeptiker sind nicht im Stande gewesen, die Sache zu zerreden. Ein Musterbeispiel, wie man solche Großprojekte vorstellen muss.“ (Zitat aus den Stuttgarter Nachrichten vom 14. Februar 1995) „Die Geschichte des Widerstands“ aus dem Archiv weiterlesen

Impressionen rund um den HBF

Kurz vor der PR-Show der DB (Baustellenbesichtigung für Jedermann) noch ein kleiner Rundgang am HBF. Wie man sieht wurden massenweise Bauzäune auf dem Gelände verteilt. (Sinnloserweise selbst direkt vor massiven Wänden) Baumaschinen wurden aufgefahren – manch Baggerballett wird sogar beleuchtet sein – selbst Fahrzeuge mit platten Reifen müssen für die Baushow herhalten. Aber keine Angst – es wird wieder mal für die meisten Besucher reichen. Auch wenn zig Termine bereits vor Jahren verpasst wurden, der Bürger wird mal wieder begeistert sein. Impressionen rund um den HBF weiterlesen

Rund um den Nordflügel 2010

Mal etwas im Archiv gekramt und einen Ordner rund um den sog. „schonenden Rückbau“ des Posttrakt (von der Bahn später „Nordflügel“ genannt) des Stuttgarter Hauptbahnhofes gefunden. Diese Bilder hatte ich so in der Zusammenstellung bisher noch nicht online (jeweiliges Datum unter den Bildern im Archiv). Teilweise sind die Bilder auch während Demonstrationen entstanden, während denen die DB provokant und besonders Lautstark weiter „Rückgebaut“ hatte.

Mehr Bilder auch hier (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Rund um den HBF, das H7 und Dirtland

Montag Abend – Zeit für ein bisschen Durchblick und Umblick
Augen auf was so passiert! Nicht einschläfern lassen. 

Impressionen Rund um den HBF (link)

Impressionen Rund um die Eisenbahndirektion (link)

Impressionen Rund um Dirtland (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Fortsetzung der „Lach- und Dachgeschichten“

Die Geschichte der Bahnsteig-Überdachung im Stuttgarter Hauptbahnhof ist eine Geschichte … voller Experimente. Sicher sieht das Projekt-Sprecher Dietrich oder so mancher Arbeiter anders, aber schaut man sich dort um, was früher einmal der funktionierende Stuttgart Hauptbahnhof war, dann sieht man zur Zeit dies:

img_4282_img_4292-11-images

Bereits als dieser Teil des Bahnhof noch geöffnet war, gab es massive Bedenken von Ingenieuren bezüglich der Statik des Daches. Damals ging es um massive Abbuchschäden durch die Firma SER, um Seitenwindbelastungen durch den Abbruch der Seitenflügel (Glasplatten wurden entfernt), um ein Abheben bzw. Verschieben der auf Rollen gelagerten Konstruktion (tonnenschwere Betonelemente wurden zur Stabilisierung eingebracht). Mittlerweile wurde aber noch mehr zur Destabilisierung des Daches getan, es wurde in der Mitte getrennt, Teile davon wurden einseitig an Gleis 1 abgebrochen und nun baut man Holzpfosten ein. Es scheint, damit wird der Abriss des Daches auf der anderen Seite der Betonstützen vorbereitet. Das alles in einer Zeit der Herbst und Winterstürme.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach allen Erfahrungen mit dem Dach und den Baukünsten der Deutschen Bahn macht dies nicht wirklich den Eindruck von einem sicheren Bauen unter rollendem Rad – sprich mit Personenverkehr unter diesem Dach. Die Besucher des Bahnhof werden zwar durch Holzzäune vor dem Anblick geschützt – das tonnenschwere Dach wird dies aber nicht hindern, wenn es mal nicht so läuft wie die DB es geplant hat! Wie so ein Bau mitten in einer Landeshauptstadt überhaupt ablaufen darf, ist mir ein Rätsel! Schaut man nur ein paar Meter weiter sieht man z.B… Folgendes:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Diese mittlerweile freischwebende Ecke eines zweifellos auch ziemlich schweren Werbeplakates, hängt auch direkt an diesem Dach dran. Abgesehen davon, dass ein Umstürzen des Plakates durchaus einige Arbeiter verletzen könnte, würde das sicherlich eine nicht unerhebliche Auswirkung auf die komplette Konstruktion bis hinüber auf Gleis 16 zu diesen Holzstämmen haben.

Gibt es auf dieser Prestige-Baustelle (in Zeiten als dort noch Schwarzarbeiter erwischt werden durften, nannte sie sich noch groß „Herz Europas“) eigentlich eine Bauaufsicht?
Sitzt der Bauleiter schon in einem der ausgedienten, berüchtigten Wasenkontainer oder hat sich zumindest schon mal dort häuslich eingerichtet?
Gibt es noch einen Bürgermeister, den es interessiert wie die Gäste seiner Stadt ankommen?
Wird die Trauerfeier der evtl. zu erwartenden Toten dann auch der gleiche Geistliche halten, welcher bei diesem Projekt Schächte als Tunnel erklärt und um Gottes Hilfe bei so einer Planung bittet?

Fragen über Fragen … the answer my friend is blowin´ in the wind …  

Zu allen Bildern von den Dachdetails vom HBF

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )