Die Vegane Fleischerei in Stuttgart

Bei meinem letzten Besuch in Stuttgart habe ich erfahren, dass dort eine neue Filiale der Veganen Fleischerei eröffnet hat. Da ich ohnehin in der Stadt war, wollte ich mir selbst ein Bild machen – nicht nur aus den zahlreichen Berichten zum Eröffnungstag.

Erster Besuch: Eröffnungstag
Wie heute häufig der Fall, wurde am ersten Tag deutlich auf einen künstlich erzeugten Hype gesetzt. Eine aufwendige Warteschlange inklusive Glücksrad sollte offenbar für Ordnung und Spannung sorgen. Als ich dort ankam, war der Andrang allerdings bereits überschaubar. Der Laden war gut gefüllt, doch eine Warteschlange wäre in meinen Augen nicht nötig gewesen, wenn Kundinnen und Kunden einfach hinein- und wieder hinausgehen hätten dürfen. Für mich wirkte das Konzept eher wie eine künstliche Verzögerung, was mich allerdings nicht dazu motiviert hat, länger zu warten.

Zweiter Besuch: Normaler Betriebstag
Etwa einen Monat später bin ich erneut hingegangen – diesmal an einem ganz normalen Öffnungstag. Der Laden war gut besucht, ungefähr zur Hälfte von Neugierigen, zur Hälfte von Stammkundschaft. Rund ein Drittel der Gäste wartete auf frisch zubereitete Speisen „auf die Hand“.

Die Regale und Kühltheken boten eine große Auswahl an fertig verpackten Produkten. Die Thekenauslage erinnerte an eine typische Metzgerei, wirkte auf mich optisch jedoch eher unattraktiv – fast könnte man meinen, als wolle man bewusst den leicht „abgenutzten“ End-des-Tages-Look einer klassischen Fleischtheke mit leicht angetrockneten Wurstscheiben imitieren.

Verkostung und Einkaufserlebnis
Vor Ort kann man verschiedene Produkte probieren, z. B. ein Fleischkäsebrötchen, das bei meinem Besuch allerdings leider recht kalt war. Grundsätzlich schmeckten die getesteten Produkte jedoch sehr gut und boten interessante, kreative Geschmacksvarianten.

Wenn es ums Einkaufen geht, würde ich persönlich dennoch den Onlineshop bevorzugen. Vor Ort ist der Raum sehr begrenzt, es drängen sich viele Kundinnen und Kunden, und man hat kaum Ruhe, sich einen Überblick zu verschaffen. Für mich wirkt die Bestellung zur Abholung oder direkt online deutlich angenehmer.

Fazit
Geschmacklich ist die Vegane Fleischerei absolut überzeugend – die Produkte sind hochwertig und interessant komponiert. Das Einkaufserlebnis vor Ort empfand ich jedoch weniger inspirierend als erhofft. Wer in Ruhe stöbern möchte, wird im Onlineshop vermutlich glücklicher.
Gerade für besondere Anlässe, wie etwa Geschenkideen zu Weihnachten, lohnt sich ein Blick in das Onlineangebot sicherlich besonders.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Der Schwarze Donnerstag – ein Tag in Stuttgart im Jahr 2010

Am 30. September 2010 verlor die Stuttgarter Polizei im Mittleren Schlossgarten ihre Unschuld. Die vielen Bürger, welche sich bis dahin gegen das sinnlose Immobilienprojekt „Stuttgart 21“ gestellt hatten, waren gewöhnt, dass die Polizei sich stets fair und anständig verhalten hatte. Der Schock war daher sehr groß, als der Polizeiapparat blind, emotionslos und rechtswidrig dem Befehl von Stefan Mappus respektive Siegfried Stumpf, dem damaligen Polizeipräsident am Polizeipräsidium Stuttgart, folgte und mit roher Gewalt gegen die Demonstranten im Schlossgarten vorging. Die Bürger hatten sich versammelt, um gegen die ebenfalls rechtswidrigen Baumfällungen und für die Bäume im Mittleren Schlossgarten einzustehen. Der Schwarze Donnerstag – ein Tag in Stuttgart im Jahr 2010 weiterlesen

Demo 15 Jahre nach dem Schwarzen Donnerstag

15 Jahre ist es her, dass der Mittlere Schlossgarten für die Errichtung eines Grundwassermanagement (Nach einem Urteil von 2015 !rechtswidrig!) geräumt wurde.
Wer damals dabei war, wird das nie vergessen (Link).

Auch wenn die jungen Schüler von damals heute noch nicht deshalb mit auf die Straße gehen – auch sie haben nicht vergessen. Erst vor wenigen Wochen schrieb mich eine der jungen Demonstrantinnen von damals an und fragte nach einem der Bilder, die ich damals gemacht habe. Sie wollte es ihrer Freundin schenken, mit der sie damals mutig einen Baum verteidigt hatte – als Erinnerung. Demo 15 Jahre nach dem Schwarzen Donnerstag weiterlesen

Rodungen auf dem C1 Gelände – Rund um die Wagenhallen

Vor ein paar Tagen postete eine lokale Zeitung hier, dass die Stadt Stuttgart angeblich rund 240 Bäume in vorauseilendem Gehorsam (wichtige Entscheidungen stehen noch aus) rund um das Gebiet der Wagenhallen – oder auch im Baufeld C1 von Stuttgart 21 – zwischen November 2025 und Februar 2026 fällen möchte.

Auch wenn diese Zeitung dabei das Gebiet B als Symbolbild zeigte, was natürlich ein komplett anderer Bereich ist, muss man befürchten, dass diese Ankündigung doch real sein könnte. Es passt jedenfalls gut ins Konzept von Stuttgart 21 und dessen hier nun angesprochenen Randgebiete, die S21 durch diese Flächen erst wirtschaftlich interessant für die Stadt machten. Dass hier nun wieder einmal vor allen wirklich konkreten Entscheidungen Fakten geschaffen werden sollen.

Ich habe mir daher die Mühe gemacht zu dokumentieren, um welche Bäume es hier wirklich gehen könnte. Rodungen auf dem C1 Gelände – Rund um die Wagenhallen weiterlesen

Kundgebung 15 Jahre Schwarzer Donnerstag

15 Jahre ist es bereits her, dass die gerichtlich als rechtswidrig festgestellte Räumung des Mittleren Schlossgartens (link/link) zur Errichtung eines Grundwassermanagements  stattfand. Vergessen ist das bis heute jedoch nicht. Daher findet am 29.09.2025 eine Demonstration unter dem Motto: „15 Jahre nix gelernt. Schwarzer Donnerstag“ statt. Redner sind Heinrich Steinfest, Dieter Reicherter, Timo Brunke und Daniel Kartmann.

Was macht eigentlich … Das Sanctuarium?

Im Jahr 2018 machte bekanntlich die Stadt Stuttgart gnadenlos ein Kunstwerk (Link) des Künstlers herman de vries (link) platt. Siehe auch meine Berichte von damals:
Link / Link und der Beitrag von extra3 dazu Link

Doch wie sieht das nun im Jahr 2025 aus? Wie man sieht ist die Natur wie schon beim ersten Werk wieder gewachsen aber man sollte natürlich nie vergessen das dieses Werk nicht mehr dem entspricht wie es 2018 vor dem schreddern durch die Landeshauptstadt war. 25 Jahre Entwicklung sind unwiederbringlich verloren und niemand weiß wann die Stadt sich wieder dazu entscheidet alles erneut platt zu machen.

Ob dieses im Umfeld des Kunstwerks aufgetauchte Objekt irgendetwas mit dem Werk zu tun hat oder haben soll (ausser die Räumliche Nähe), ist mir allerdings nicht bekannt.

(Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de)

Die Stadtbibliothek Stuttgart nach 14 Jahren

Die Stadtbibliothek Stuttgart, entworfen von Yi Architects, ist ein architektonisch markantes, monolithisches Bauwerk, das im Volksmund allerdings auch spöttisch als „Bücherknast“ bezeichnet wird. Dieser Spitzname bringt die Kritik an der äußeren Gestaltung auf den Punkt: Der graue Betonwürfel mit seiner strengen Symmetrie wirkt abweisend und erinnert mit seiner Rechteckigen Fassade mit Glasbausteinen eher an einen Gefängnisbau als an einen einladenden Ort des Wissens. Die Fassade schirmt das Innere sichtbar von der Außenwelt ab, was dem Gebäude den Charakter einer Festung verleiht und in der Stadt mit der Justizvollzugsanstalt „Stammheim“ verglichen wird. Die klare, fast schon minimalistische Architektur verleiht dem Bauwerk eine gewisse Massivität, die sich in einer Zeit, in der transparente und abwechslungsreiche Formen gewünscht sind, sperrig und kalt anfühlen kann.

Stadtbibliothek Stuttgart | Yi Architects©2025 Alexander Schäfer
Stadtbibliothek Stuttgart | Yi Architects | ©2025 Alexander Schäfer

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Fotografie, Berichte, Dokumentationen