Archiv der Kategorie: Stuttgart

Kommentar zum geplanten 2. Untersuchungsausschluss

Über drei Jahre ist es nun her – der Schwarze Donnerstag! Genauer exakt 1166 Tage. Ja, ich gebe zu dieser Tag hat mich verändert, ich habe seit dem immer wieder auf eine saubere Klärung der Vorgänge von damals gehofft. Ja, ich habe mir damals in den Tagen nach dem 30.09.2010 vorgenommen, solange die Erinnerung an diesen Tag nicht ruhen zu lassen, bis hier eine echte Aufklärung statt findet.

Archivbild 30.09.2010 - ©A.Schäfer
Archivbild 30.09.2010 – ©A.Schäfer

Schon damals, als in aller Schnelle ein CDU geführter sog. Untersuchungsausschuss gestartet wurde, war mir klar, dass dies NICHTS mit Aufklärung zu tun haben wird. Als dann der Verlauf der ersten Tage der Untersuchung bekannt wurde, war klar – ich hätte es mir niemals vorstellen können wie unglaublich eine Führung eines solchen Ausschusses sein kann, wenn sie politische Interessen verfolgt. Wer dazu bisher noch nie etwas gesehen hat kann gerne mal in zb. dieses Video schauen (ab ca. Minute 9:30) oder aber einfach wahllos einige der ungeschnittenen original Videos von FlügelTV Teil 1 oder Teil 2. (Keine Zeit für „ungeschnitten“ hier eine 6 Min. Zusammenfassung – leider aber von der Landtagswahl beeinflusst und daher politisch motiviert kommentiert.)

Was also nach all den Jahren soll ich nun davon halten, wenn ein politisch geführter und motivierter 2. Untersuchungsausschuss gestartet werden soll? Klar, ich weiß wie „normalerweise“ ein Untersuchungsausschuss des Landtages gebildet wird und natürlich ist das „normal“, dass dabei dann die regierende Partei (Projektbetreiber S21) und ihre Koalitionspartner (bundesweit wahrscheinlich Koalitionspartner der CDU) dafür zuständig sind. Zudem kommt dann noch dazu, dass jetzt Protokolle die Runde machen, dass Angela Merkel auch direkt in den 30.09.2010 verstrickt sein soll (alt. LINK). Neben den politischen Motivationen gibt es dann auch wieder die Tatsache, dass wieder und immer noch die selbe Staatsanwaltschaft für die Ermittlungen zuständig ist, welche schon damals selbst in die Vorgänge verstrickt war. Wie also soll man so einem sog. Untersuchungsausschuss vertrauen können?

Archivbild 2010 © A.Schäfer
Archivbild 2010 © A.Schäfer

Keine Frage, ich halte viel von der Motivation und vom Engagement von zb. Uli Sckerl, welcher seit langem nun schon im Auftrag der Grünen versucht, Licht ins Dunkel dieser Vorgänge zu bringen. Aber wie kann denn ein Untersuchungsausschuss, mit so viel eigener Verstrickung in die Sache, jemals zu einem glaubwürdigen Ergebnis kommen?  Die Einbeziehung der Frage „war Merkel mit schuld oder nicht“ macht das alles nicht besser. Sie selbst sagte ja damals öffentlich, dass diese Frage um Stuttgart 21 mit der Landtagswahl geklärt würde (auch wenn diese Aussage, wie sich zeigte, nichts weiter als ein Lippenbekenntnis war!). Ihre Motivation in der Sache ist ziemlich eindeutig.

Archivbild 2010 © A.Schäfer
Archivbild 2010 © A.Schäfer

Schade, dass auch diesmal die Landesregierung in Baden-Württemberg, als direkte Nachfolgeregierung der für den Schwarzen Donnerstag klar verantwortlichen Regierung, hier wieder einmal eine Chance verpassen wird, um für die Menschen, die das damals erlebt haben, wieder etwas glaubwürdiger zu erscheinen. Warum denn nicht einen neutralen Untersuchungsleiter ohne politische Interessen? Warum nicht mit einer Staatsanwaltschaft, welche NICHT selbst mit in die Vorgänge verstrickt ist? Bleibt wieder einmal nur die kleine Hoffnung, dass wenigstens diesmal die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Und damit ist sicher nicht nur der „medienwirksam durchs Dorf getriebene“ Mappus gemeint! Nicht zuletzt Innenminister Rech, und weitere bekannte Protagonisten des 30.09., sind bisher ohne weitere Folgen davon gekommen.

Fällverbot_EBA_seite1Fällverbot_EBA_seite2Zu den letzten beiden Dokumenten siehe auch LINK

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

1 Jahr dezentrale Samstagsdemos

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Archivbild -22.12.12 01 © W.Rüter

Nachdem sich nun, aus politisch motivierten Gründen, die Stuttgarter Mainstream Medien lautstark im Kreis um die 200. Montagsdemo drehen, jährt sich ein anderer Ereignis: Die „Laufdemo gegen Stuttgart 21“ findet nun schon seit dem 22.12.2012 statt. Zugegeben es ist ähnlich unbedeutend wie die Frage ob nun eine Demo schon 200 stattfindet, und warum dies den nun auf einmal in den Augen irgendwelcher Politiker nun plötzlich keine Berechtigung mehr haben soll. Aber da die Menschen sich ja gerne an etwas festhalten, kann man diese Tatsache schon mal zum Anlass nehmen um dazu ein paar digitale Schriftzeichen zu verlieren. Vor allem da die erste dieser Demonstrationen sogar den SWR selbst als einen der Kundgebungsorte hatte.  1 Jahr dezentrale Samstagsdemos weiterlesen

1163 Tage nach dem Schwarzen Donnerstag

Archivbild 29.09.2010
Archivbild 29.09.2010

1163 Tage

nie vernünftig untersucht – nie vernünftig aufgeklärt – niemals vergessen

Eine neue Entwicklung löst erneut die nie verstummten Rufe nach einem richtigen Ermittlungsausschuss aus.

Hier gibt es auch eine neue Anfrage an den Landtag. Auch wenn ich sonst nichts von Petitionen halte, bleiben diese Anfragen in Fällen wie diesem, nachdem schon Ereignisse vorbei sind und nicht mehr verhindert sondern nur noch aufgeklärt werden können und müssen, das letzte was man noch tun kann.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Unsere Stadt stirbt! – Demo für kulturelle Vielfalt

von PeterP

© PeterP - 2013
© PeterP – 2013

Die “Subkultur” in Stuttgart wehrt sich und Demonstriert Bei gefühlten minus 15 Grad fand am Dienstag den 03.12.2013 die Demonstration “Unsere Stadt stirbt! – Demo für den Erhalt kultureller Vielfalt in Stuttgart” am Kronprinzplatz statt (der war mir auch nicht wirklich bekannt, aber so heisst der Teil der Fussgängerzone an der Kronprinzenstr. 18 Ecke Büchsenstr. tatsächlich). Ich habe von dieser Aktion durch, wie passt es besser, natürlich durch die “sozialen Netzwerke” in diesem Fall durch Twitter und Facebook erfahren. Da dieses Thema durchaus Beachtung in Stuttgart findet, war es ziemlich klar, dass ich vor Ort die Veranstaltung miterleben und von dort berichten wollte, besonders bei dem “Line-Up”.


(Michael Setzer schreibt bei kessel.tveiner seiner Beiträge)

Die Veranstaltung wurde initiert von den “Hasen” richtiger FOLLOW THE WHITE RABBIT e.V. und mit Es ist Liebe, wobei es ausdrücklich betont wurde es geht nicht um die “Hasen” sondern um UNS ALLE, denn das werdet ihr in den Beiträgen deutlich erkennen es ist eine Infoveranstaltung für uns alle, auch die Wochenendpendler aus ganz Baden-Württemberg und Stuttgart und keine Demo gegen etwas (dafür ist es bei dem Kurs in der Stadt Stuttgart wahrscheinlich auch ein bisschen spät). Die Veranstalter … zur ganzen Veranstaltung mit vielen interessanten Reden – bei cams21.de

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

AKW-Aktivisten aus Freiburg und Frankreich demonstrieren in Stuttgart

Kretschmann_trifft_auf_AKW-Aktivisten_vor_seinem_Amtssitz_DSC7075von Wolfgang Rüter. Das deutsch-französische „Aktionsbündnis Fessenheim stilllegen. JETZT!“ ist am Montag, 25.11.2013, mit rund 45 TeilnehmerInnen von Freiburg nach Stuttgart gekommen – mit der Forderung, das AKW Fessenheim (F) sofort abzuschalten.

Die EnBW ist mit 17,5 % am AKW Fessenheim beteiligt. Die Gruppe (www.fessenheimstop.org ) wurde auch von Stuttgarter AktivistInnen unterstützt. Zunächst fuhren sie zum Amtssitz von MP Kretschmann, der Villa Reitzenstein. Hier hatten sie das Glück, ihm ihr diesbezügliches Schreiben, gerichtet an den Landtag BW, die Landesregierung BW sowie an den Aufsichtsrat und den Vorstand der EnBW, persönlich überreichen zu können. Erfreut war der Ministerpräsident darüber allerdings nicht besonders, aber er hörte sich zumindest die Forderungen an, doch machen könne er nichts. Die Verträge seien einzuhalten. 

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Anschließend ging es vor das EnBW-Kundenzentrum gegenüber dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Auch hier demonstrierten die AKW-AktivistInnen mit Spruchbändern und einer Kundgebung. Sie verteilten Infos an die Passanten und machten auf die Gefahren der Atomkraft aufmerksam, erinnerten an die nicht wenigen Atom-Unfälle, wie z. B. Tschernobyl, Fukushima und andere, die eigentlich nur alle 10.000 Jahre passieren dürfen. Und da die AktivistInnen nun schon mal in Stuttgart waren, nahem sie auch an der 199. Montagsdemo teil.

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Mehr Bilder in der Galerie von Wolfgang Rüter

Video von Volker Teichert

Rathausausstellung – Im Gedenken der Kinder

Vom 6. bis 29. November 2013 zeigt das Rathaus Stuttgart die Gastausstellung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) „Im Gedenken der Kinder. Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit“. siehe auch Link und Link

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Im Gedenken der Kinder – Gerda Wild

gerdawildGerda Wild wurde am 21.5.1940 geboren und lebte im Reinhold-Brändle-Weg 8 (früher: In den Pliensäckern 19 c), Stuttgart-Zuffenhausen. Am 21.9.1943 wurde sie in die Heilanstalt Eichberg eingewiesen und dort am 5.10.1943 ermordet. Sie wurde nur 3 Jahre alt.

Gerda Wild wurde am 21.5.1940 in Stuttgart-Zuffenhausen geboren. Ihr Vater war Bauarbeiter. Ihre Schwester berichtet: “Sie war a ganz liebs Mädele”. Gerda konnte mit 3 Jahren noch nicht sprechen, aber sich verständlich machen und ihre Bedürfnisse ausdrücken, zum Beispiel, wenn sie Zucker auf ihren Schnulli haben wollte. Als ihre 6jährige Schwester am 21.9.1943 aus der Schule kam, war Gerda verschwunden. Die Mutter berichtete, dass eine Krankenschwester gekommen sei und die Kleine mitgenommen habe. Der Vater meinte am Abend: “hättst sie ihr net mitgebbe”. Doch die Nazis ließen den Eltern keine Entscheidungsfreiheit, ihr Kind bei sich zu behalten. Nach wenigen Tagen kam die Nachricht, Gerda sei an einer Lungenentzündung gestorben. Gerda war ein kleines Mädchen mit einer Entwicklungsverzögerung, die sie hätte aufholen können, wenn sie nicht in Eichberg ermordet worden wäre.

Was geschah in den „Kinderfachabteilungen“?
„Unter dem Namen „Reichsausschuss zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden“ wurde 1939 eine Organisation geschaffen, die geisteskranke und missgebildete Kinder, zunächst bis zum Alter von drei Jahren erfasste, später auch ältere…. Das alles sollte unter strengster Geheimhaltung geschehen.“(Elisabeth Zöller, Anton oder die Zeit des un-werten Lebens, Fischer Taschenbuchverlag, 2012) Hebammen und Ärzte wurden verpflichtet, Kinder mit Missbildungen und Behinderungen zu melden. Auf die Eltern wurde dann Druck ausgeübt, sie zur „Behandlung“ in „Kinderfachabteilungen“ zu geben, wo angeblich eine Therapie der Missbildung oder Behinderung möglich wäre. Diese „Kinderfachabteilungen“ waren aber „getarnte Einrichtungen zur Tötung von missgebildeten Neugeborenen und behinderten älteren Kindern, das heißt von Kindern mit einem ‚schweren angeborenen Leiden‘. ‚Behandlung‘ bedeutete Tötung durch Verabreichung einer Überdosis von Tabletten oder Spritzen eines starken Schlafmittels, hauptsächlich des Medikamentes Luminal.“ (Karl-Horst Marquart: Stuttgarter NS-Täter, 2009, S.105.) Auf den Totenscheinen wurden die Todesursachen gefälscht und erlogene natürliche Todesursachen wie z.B. Lungenentzündung angegeben.

[Danke für den Text an Inge Möller]

Ich möchte hier auf eine Ausstellung im Stuttgarter Rathaus hinweisen. Sie findet bis zum 29.11.13 statt und widmet sich dem Gedenken der Kinder von Stuttgart. 

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Die Räumungsnacht hat weitere juristische Folgen

Am 15.2.2012 begann die endgültige Vernichtung des Mittleren Schlossgartens in Stuttgart. Seitdem ist dieser „Central-Park“ eine Baubrache. Über 2.000 Menschen hatten sich zuvor im Schlossgarten versammelt, um gegen die Vernichtung dieses für ihre Erholung und die Ökologie wichtigen Kulturdenkmals zu protestieren. Sie wurden von der Polizei aus dem Park gedrängt oder abgeführt. Diese Maßnahmen der Polizei waren nach Auffassung der Betroffenen und ihres Rechtsanwaltes ein schwerer Verstoß gegen das Grundgesetz. Deshalb haben nun 32 Menschen eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart eingereicht.

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