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Vernichtende Analyse für das geplante GWM von S21

von Dr. Ralf Laternser
Gutachter des BUND erstellt vernichtende Analyse für das geplante Grundwasser-Mangement der Deutsche Bahn AG für Stuttgart 21
Am Tage vor der (inhaltlich völlig ungenügenden) Fortsetzung der Erörterungsverhandlung des Regierungspräsidums Stuttgart zur beantragten (letzendlich unbegrenzten) Erhöhung der Grundwasserentnahmemengen durch die Deutsche Bahn AG für Stuttgart 21 bringt Geologie21 folgende Einstimmung zum Thema.

Nach dem „überraschenden“ Mehr an Grundwasser, das für Stuttgart 21 über Jahre kostenintensiv abgepumpt, umgewälzt und aus Sicherheitgründen (Gebäudesicherheit, Mineralwasser-Quellen) wieder in den Untergrund eingepresst werden soll (sog. Grundwasser-Mangement) kam es beim ersten Erörterungstermin im September 2013 zu einem heftigen fachlichen Schlagabtausch der Fachleute von Bahn und Land – und dem Sachverständigen des BUND Dr. Lueger. Hierauf fand in der Zwischenzeit ein Austausch der Argumente über das Regierungspräsidum Stuttgart in Form von Stellungnahmen statt, deren Inhalt auf den Seiten der Behörde nun veröffentlicht wurde [LINK].

Hier die abschließende Zusammenfassung der Erwiderung von Dr. Lueger auf die, der öffentlichen Erörterung nachfolgenden Stellungsnahme der Bahn AG bezüglich der in der Erörterungsverhandlung erhobenen, grundsätzlichen Kritikpunkte von Dr. Lueger:

Zusammenfassung:

„Die Herleitung des Einflusses von Hochwässern auf den Neckarwasserspiegel im Modell ist nicht nachvollziehbar und nicht überprüfbar.

Die Vorgangsweise bei der Modellierung des Austauschs zwischen Grund? und Oberflächen mittels Leakage-Koeffizienten führt zu Werten, welche grundsätzlich nicht nachvollzogen oder überprüft werden können. Sie haben keine Entsprechung in der Wirklichkeit, sind frei erfunden und in wissenschaftstheoretscher Hinsicht metaphysisch. Diese Aussage gilt auch für den ohne Bezug auf Messungen modellierten Zufluss aus dem Grundwasser in die Kanäle. Der als „Drainagerandbedingung“ modellierte Grundwasserzufluss zu den Kanälen beruht auf einem logischen Fehler (Zirkelschluss!) und auf Leakagefaktoren, die in der angewendeten Form metaphysisch sind.

Die instationären Wasserbilanzen für den Muschelkalk und das Festpotenzial Feuerbach zeigen nahezu durchgehend gegenläufige Zu- und Abflüsse. Ein solches Fließverhalten erscheint unplausibel und ist möglicherweise ein Artefakt der Modellierung. Eine Kalibrierung oder Überprüfung der Grundwasserneubildung ist aufgrund der angewendeten Methodik („Speicherzellenmodell“) nicht möglich. Die Nachbildung der vertikalen Grundwasserbewegungen erfolgt anhand von „Leakagefaktoren“ , welche in der modellierten Form grundsätzlich nicht nachvollzogen oder überprüft werden können. Sie haben keine Entsprechung in der Wirklichkeit und sind in wissenschaftstheoretischer Hinsicht metaphysisch.

Der sogenannte Langzeitpumpversuch wurde vor Erreichen eines stationären Strömungszustandes beendet. Er fand unter irregulären Bedingungen (starke Luftdruckschwankungen, nicht näher beschriebene „Sekundärbeeinflussungen“) statt, was eine regelrechte Auswertung verhinderte. Der Versuch wurde vor Erreichen aussagekräftiger Ergebnisse abgebrochen Die modelltechnische Nachbildung des Langzeitpumpversuchs erfolgte anhand stationärer mittlerer hydrologischer Verhältnisse, obwohl aktuelle Daten über den instationären Systemzustand zur Verfügung standen. Aus diesem Grund konnten nur die Veränderungen der Grundwasserstände und Quellschüttungen, nicht aber deren Absolutwerte beurteilt werden. Eine nachträgliche Nachbildung des Pumpversuchs ist möglich und zu fordern, weil die Daten des instationären Systemzustands vorliegen. Die berechneten Grundwasserstandsänderungen weichen an den Messstellen der Gemeinsamen Datenbasis um durchschnittlich 91% von den gemessenen ab. An den Berger Quellen wurden die definierten Genauigkeitsanforderungen verfehlt. Die Quellschüttungsrückgänge wurden unter „Berücksichtigung einer Sekundärbeeinflussung“ kleiner angegeben, als tatsächlich gemessen. Rückschlüsse auf die baubedingten Quellschüttungsminderungen sind aufgrund dieser Pumpversuchsergebnisse nicht möglich.

Dem Modell liegen auf allen Ebenen zahlreiche tatsachenwidrige und unrealistische Eingangsdaten zugrunde.Schon allein aus diesem Grund ist das Modell unbrauchbar und nicht in der Lage, die Auswirkungen der baubedingten Maßnahmen zutreffend vorherzusagen.

Die hydrologischen Eigenschaften der geologischen Störungen sind den Modellbearbeitern bisher nicht bekannt und haben in das Modell keinen Eingang gefunden. Störungen und Dolinen wurden im Modell nicht adäquat berücksichtigt.Die Verfasser der kup?Stellungnahme verstehen offenbar unter den Begriffen „Sensitivitätsanalyse“, „Sensitivitätsstudie“ etc. etwas anderes als das DVGW?Arbeitsblatt W 107. Die angeführten Maßnahmen erfüllen nicht die im DVGW?Arbeitsblatt W 107, Pkt. 7.2.5 Verifikation (Validierung) gestellten Anforderungen. Das Behördenmodell ist nicht nach dem Stand der Technik validiert.

Die Voraussetzungen für einen Verzicht auf eine Validierung gemäß DVGW?Arbeitsblatt W107, Pkt. 7.2.5, sind nicht gegeben. An einer überwiegenden Anzahl der Grundwassermessstellen und Quellen im gesamten Modellgebiet erfüllen die Modellergebnisse die geltenden Genauigkeitsanforderungen nicht. Der Versuch der Verfasser der kup?Stellungnahme, die definierten Genauigkeitsanforderungen nachträglich zu relativieren und durch andere, nicht näher bezeichnete Qualitätsmaßstäbe zu ersetzen, ist als Eingeständnis des Scheiterns zu werten.

Aufgrund unrichtiger Modellannahmen und Eingangsdaten sowie der daraus resultierenden vielfachen Nicht?Erfüllung der Genauigkeitsanforderungen ist auch die Prognosefähigkeit des Modells nicht gegeben. Angesichts der teils massiven Diskrepanzen zwischen dem Modell des Vorhabensträgers und dem „Behördenmodell“ steht die Aussagekraft der Prognosen insgesamt in Frage. Sie können keinesfalls als belastbare Grundlage für das geplante Grundwassermanagement angesehen werden. Das Behördenmodell ist zur Prüfung des Modells des Vorhabensträgers unbrauchbar.“

Dr. Josef Lueger

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Knoten im Rohr – oder Knopf im Ohr

Petermanns Flaschenpost – Erörterungstermin 7. Planänderung – Teil 18

Flaschen_Advent_kleinDas Regierungspräsidium scheint diese Erörterung als reine Privatveranstaltung zu verstehen, bei der es nur um den eigenen Erkenntnisgewinn zur Abarbeitung einer Pflichtaufgabe geht. Deshalb wurde nur noch ein Fortsetzungstag angesetzt. Man möchte offenbar einem formalen Klagegrund vorbeugen, weil der zunächst angesetzte TOP 7 nie aufgerufen wurde. Dass die anderen Tageordnungspunkte (inhaltlich viel bedeutender) nie beendet wurden, scheint man hinnehmen zu wollen. Und, ganz unüblich, auch den Standard „Sonstiges“ lässt man unter den Verhandlungstisch fallen.

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Die inzidente Umweltverträglichkeitsprüfung – Eine Analyse der Protokolle

Petermanns Flaschenpost – Erörterungstermin 7. Planänderung – Teil 17

Flaschen_Advent_kleinDiese Wortschöpfung der Leiterin des EBA-Stuttgart könnte ebenfalls im Umweltrecht Geschichte schreiben. Gemeint ist damit, dass weil man die Anträge der Bahn an das Regierungspräsidium weitergeleitet habe, sei damit automatisch eine gesetzlich notwendige Vorprüfung durchgeführt, die sich allerdings nicht auf Papier verdinglicht habe. Zwischenzeitlich hat man also nun nachträglich vorgeprüft und im Internet verdinglicht. Diese Handhabung entspricht Schiebergeschäften auf einem Schwarzmarkt (um ein mildes Beispiel zu wählen) – da gibt es auch kein Prüfergebnis, keinen Kaufvertrag und mit der Bezahlung ist allem zugestimmt. Eine formale Kleinigkeit ist dieses Vorgehen sicher nicht.

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Das ist noch längst nicht alles gewesen – Eine Analyse der Protokolle

Petermanns Flaschenpost – Erörterungstermin 7. Planänderung – Teil 16

Flaschen_Advent_kleinBei bei den Strapazen, die einem durch die unzureichende Vorbereitung der Erörterung aufgezwungen werden, neigt man zu dem Schluss, dass mit Dr. Luegers Feststellungen das GWM bereits zu Fall gebracht wurde. Es liegt auf der Hand, dass bei diesen gravierenden Fehlern die Aussagen der Projektbetreiber, die Hänge seien sicher, das Mineralwasser sei sicher, die Bäume überleben problemlos …. dass all das auf falscher Grundlage prognostiziert wurde. Da hat es der Tunnelbauer Wittke noch recht einfach, weil er sich auf seine Erfahrung beruft, und ihm schon ein Bauverfahren bei überraschendem Bauverlauf einfallen wird. Mit Sprüchlein, wie „Vor der Hacke ist es dunkel“, wird nur versteckt, dass man den komplizierten Stuttgarter Untergrund auf völlig unzureichender Wissensbasis anzapfen will. „In der black-box ist es dunkel“ – und wer die füttern darf, bestimmt das Ergebnis.

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Erörterung feiert Advent, Advent … Eine Analyse der Protokolle

Petermanns Flaschenpost – Erörterungstermin 7. Planänderung – Teil 15

Flaschen_Advent_kleinErinnern wir uns noch mal an den Beginn: Seit dem 15.7.2013 wird die Planänderung zur Manipulation des Grundwassers, mehr oder weniger öffentlich, erörtert. Bereits sieben Tage in zwei Runden waren nötig – und nun muss es weitergehen! Es gibt deutlich längere Erörterungen zu wesentlich kleineren Projekten – das Regierungspräsidium hat sich offenbar massiv verkalkuliert. Eigentlich kaum vorstellbar für so eine erfahrene Behörde. Und so drängt sich immer wieder die Besorgnis der Befangenheit auf. Denn auch das Regierungspräsidium steht unter der vertraglichen Projektförderpflicht des Landes. Immer wieder versucht die Bahn mit dem Unwort vom „behördlichen Schwergang“ Druck auf das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren auszuüben. Nun kommt es also zur Weihnachtsfeier im Stuttgarter Messezentrum vor den Toren der Stadt. Nehmen wir das zum Anlass für eine Jahresendzeitbilanz: Das ist ein riesiger Erfolg! Die zentralen Baumaßnahmen können weiterhin nicht begonnen werden. Und es steht nicht nur in den Zimtsternen, ob man ohne Gesetzesbruch überhaupt die Pumperei betreiben kann.

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Parkschützer beantragen Fortsetzung der GWM Erörterung

Symbolbild
Symbolfoto

Enttäuscht von der Oberflächlichen und viel zu kurzen Erörterung zum Grundwassermanagement von Stuttgart 21, rufen nun Parkschützer zu Briefen ans Regierungspräsidium und zu Unterschriftenlisten auf.

Petermann (PS34078) „…Fordert die Fortsetzung des Erörterungstermins. Es darf nicht sein, dass die Bahn hier Druck ausübt, um die öffentliche Anhörung abzuschließen, damit sie mit dem EBA weiter mauscheln kann.

Dieser Brief enthält ein paar schöne Formulierungen. Auch die PM des BUND enthält Punkte, auf die man sich berufen kann. Ich füge dem ein weiteres Beispiel an.

Ich rege auch an, auf der Montagsdemo entsprechende Unterschriftenlisten ausfüllen zu lassen.“

Auch Hans Jörg Jäkel (PS3338) bietet seinen Brief als Anregung zum schnellen handeln an.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

BUND zur abgebrochenen Erörterungsverhandlung

Pressemitteilung des BUND

Keine halben Sachen – öffentliche Erörterung muss fortgesetzt werden

Der BUND fordert das Regierungspräsidium Stuttgart auf, die Ende letzter Woche abgebrochene öffentliche Erörterungsverhandlung zum Grundwasser-management des Bahnprojekts Stuttgart 21 fortzusetzen. Das Regierungspräsidium Stuttgart hatte die ursprünglich auf vier Tage angesetzte öffentliche Erörterung sogar um einen Tag verlängert. Dennoch konnten nicht alle Punkte der Tagesordnung abgearbeitet werden. Noch nicht behandelt wurden beispielsweise Fragen zur Hydrochemie, Anlagentechnik, Lärm, Erschütterung und Verkehr. Auch die Themen Naturschutz, Beweissicherung und Planrechtfertigung seien nicht hinreichend erörtert worden. BUND zur abgebrochenen Erörterungsverhandlung weiterlesen

Twitter-Protokolle zum GWM-Erörterungsverfahren

UPDATE – Folien welche gezeigt wurden in Chronologisch richtiger Reihenfolge. Wolfgang Rüter hat damit sehr gut Dokumentiert welche Folien wann, wie oft und mit welchen Inhalten wirklich gezeigt wurden.

Folien 1. und 2. Tag

Folien 3. Tag

Folien 4. Tag

Folien 5. Tag

Twitter Protokolle Tag 5 – 13.09.13

Twitter Protokolle Tag 4 – 12.09.13

Twitter-Protokolle GWM-Erörterungsverfahren Tag 3, 11.09.2013

„DANINTOWN“ hat bei cams21.de auch heute, am 2. Tag des 2. Versuches des GWM-Erörterungsverfahrens zu Stuttgart21, Twitter-Protokolle vom 10.09.2013 zusammengefasst. Wie auch zum ersten Tag gibt es eine solche Zusammenfassung auf cams21.de, da beim Erörterungsverfahren der Antrag auf Zulässigkeit von Bild und Tonaufnahmen abgelehnt wurde. ALLE Anwesenden, außer dem Bahnrechtsanwalt Dr. Kirchberg, waren damit einverstanden, so bleiben die Livetweets das Einzige was an Informationen zu finden ist! Natürlich gibt es irgendwann ein offizielles Protokoll (welches nachträglich erstellt wird) dessen Inhalte bleiben aber mehr als fraglich. Nach vielen Jahren Erfahrung mit der „Informationspolitik“ von Bahn und Parteien, erhalten diese Protokolle bei vielen Menschen kein Vertrauen mehr. Twitter-Protokolle zum GWM-Erörterungsverfahren weiterlesen

Ganz einfach: es funktioniert nicht!

Am Anfang steht der Wunsch. Dann folgt der Plan, wie man den Wunsch erfüllen kann. Bei Stuttgart 21 muss es anders gewesen sein, denn Wunsch und Planung passen nicht zusammen. Das hat nun Dr. Christoph Engelhardt in weiteren, sehr klaren, wenn auch notwendig umfangreichen, Dokumenten belegt. Daraus folgt nur eines: Stuttgart 21 muss abgebrochen werden, der Planfeststellungsbeschluss ist aufzuheben.

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Zusammenfassung – Erörterungstermin 7. Planänderung (erster Versuch!)

Eine Kurzzusammenfassung Ereignisse während der Erörterung (Erster Versuch! Juli 2013) im Apollotheater in Stuttgart mit einem großen Dank an Parkschützerin 11702 welche die Möglichkeit hatte vor Ort zu sein.
Leider werden bei solchen Erörterungsverfahren keine vertrauenswürdigen Live-Übertragungen zugelassen, so das man auf die irgendwann freigegebenen offiziellen Protokolle angewiesen ist. Wieso diese Verfahren derart Intransparent durchgeführt werden, vor allem unter einer Regierung die sich die Transparenz und die Bürgerbeteiligung groß und breit auf die Fahne schreibt, erschließt sich mir allerdings nicht. Auch die „offizielle“ Begründung des Schutzes der Einwender ist mehr als Lachhaft wenn gleichzeitig alle Daten dieser Menschen der DB Freihaus geliefert werden. Ebenso wäre es sehr leicht möglich die Einwender durch beispielsweise Nummerierung zu anonymisieren – wenn man den Transparenz im Verfahren wünschen würde. (Ein sauberer neutraler Audiomitschnitt eines vertrauenswürdigen Mediums wäre dann ein einfaches, so kann den irgendwann erstellten Protokollen glauben wer will – oder eben nicht.)

„Das Regierungspräsidium Stuttgart als die Erörterung durchführende Behörde, war der Ansicht, daß zwar in der Sache noch Zusammenfassung – Erörterungstermin 7. Planänderung (erster Versuch!) weiterlesen