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Samstagsdemo vor dem Kopfbahnhof

In diesen Minuten findet vor dem Stuttgarter Kopfbahnhof die Samstagsdemonstration gegen Stuttgart 21 statt.

IMG_6574Die langjährigen Gegner gegen das Imobilienprojekt wählten diesen Samstag vor allem deshalb aus um den vielen Interessierten Besuchern des Evangelischen Kirchentages zu zeigen, das es nicht nur die Baumaschinenshow in der Brache gibt (Bilder vom 05.06.2015 – zwar ein „Brückentag“ aber ansonsten ein „Arbeitstag“ an dem alle Maschinen aufgefahren wurden aber nur so herum standen) sondern auch noch sehr viele aktive Menschen gegen den sinnlosen Bahnhofsumbau-Versuch in Stuttgart.

Zahlreiche Menschen hören sich nun also die Reden von Martin Poguntke (Theologen gegen Stuttgart 21), Dr. Frank Alt (Journalist und Buchautor) und Volker Lösch (Regisseur) an – einen kurzen Auszug der Rede nun hier. Später dann auch wie gewohnt eine fotografische Dokumentation der Demonstration hier im Blog.

Das aktuelle Hauptargument für Stuttgart 21 heißt: Protest und Widerstand kommen zu spät. Es lohnt sich doch gar nicht mehr, gegen das Projekt auf die Straße zu gehen. Was ist davon zu halten?

Ich war vor 14 Tagen in Österreich beim Internationalen Anti-Atomgipfel. Dabei habe ich auch mit Aktivisten gesprochen, die vor 37 Jahren das AKW Zwentendorf verhindert haben. Dieses österreichische Atomkraftwerk ist ein Lehrstück erfolgreichen Widerstands gegen unsinnige Großprojekte und ein Lehrstück dafür, dass es nie zu  spät ist für Widerstand und Protest.

Zwentendorf ist weltweit das einzige Atomkraftwerk, das  komplett fertig gebaut war, aber aufgrund einer Volksabstimmung niemals in Betrieb genommen wurde. Im Herbst 1978 stimmten 50,4% der Österreicherinnen und Österreicher gegen die Inbetriebnahme. Und weil Zwentendorf durch intelligenten und dauerhaften Protest gestoppt wurde, sind inÖsterreich drei weitere geplante AKW‘s nicht gebaut worden.

Meine Damen und Herren: Das AKW Zwentendorf war komplett fertig gebaut, es war ein Milliarden-Projekt wie Stuttgart 21, aber es ging nie in Betrieb, weil das Volk klüger war als seine Regierung.

Auszug der Rede von Dr. Franz Alt, Journalist, auf der Kundgebung zum Evangelischen Kirchentag am 6.6.2015

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

G7 Demonstration in München

Am 04.06.15 fand in München eine große Demonstration gegen das Treffen der sogenannten „G7“ statt. Unter Wolkenlosem Himmel zogen Tausende Demonstranten durch die Straßen und zur Kundgebung. Der Demozug lief 48 Minuten lang an mir vorbei. Hier nun einige Bilder und ein paar kurze Videos aus München.

Alle Bilder des Tages / 48 Minuten Durchgang

Kurzvideos:
Impressionen aus dem Demozug 1
Impressionen aus dem Demozug 2
Rundblick auf der Kundgebung (leider ohne Audio)
Demoausklang Park
Demoausklang in der Bahn

Demoausklang im Hauptbahnhof

©2015 Alexander Schäfer - Panorama der G7-Demo in München
©2015 Alexander Schäfer – Panorama der G7-Demo in München

IMG_6107-2Interessant zu sehen, wie Unterschiedlich sich die Polizei in anderen Bundesländern verhält. Man sollte ja annehmen das dies Deutschlandweit gleich sein sollte. Neben der ziemlich ungewohnten aufgesetzten Freundlichkeit welche man bei Stuttgarter Einsätzen nicht mehr erwarten kann, sind mir besonders die Zivilbeamten aufgefallen. Diese werden (zumindest die welche sich offen gezeigt haben) hier teils mit Ausweisen, teils mit Armbinden (mit Klettband) und auch mit einfachen eher nicht so aufälligen schwarzen Polizeiwesten gekennzeichnet. IMG_6126-2Dies ist in Stuttgart bzw. Baden-Württemberg nicht der Fall. Hier finden sich immer wieder Kriminalbeamte in Zivil in der Demo, welche nur das geübte Auge erkennt (manchmal kennt man sie schlicht und einfach aus Gerichtsprozessen). Erkennen lassen sich diese aber nie. Dazu sollte man wissen, dass sich Zivilbeamte in Demonstrationen nur dann legal bewegen, wenn sie sich entweder der Demoleitung melden oder eben direkt Erkennbar sind.
Hier eine kleine Auswahl an Beispielen (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Hunger(streik) nach Gerechtigkeit

Trotz vom VG Stuttgart anerkannter Rechtswidrigkeit: S21-Gegner in Erzwingungshaft – Ernest Petek

Ernest Petek in seinem Element und unter Freunden
Ernest Petek in seinem Element und unter Freunden
  • Vater von 3 Kindern und Opa von 5 Enkelkindern
  • seit 20 Jahren aktiv im Widerstand gegen S 21
  • verhaftet am Samstag, 30.05.2015 im Revier Wolframstr.
  • am Sonntag, 31.5. in Handschellen & Fußfesseln von der
    Hahnemannstr. nach Stammheim überführt
  • in der JVA Stuttgart-Stammheim in Erzwingungshaft bis
    Samstag, 06.06.2015
  • seit Haftantritt im Hungerstreik

Hunger(streik) nach Gerechtigkeit weiterlesen

Der Stuttgarter Kirchentag …

… und die Entgleisungen der Landesregierung.
(siehe zb. im Hamburger Abendblatt)

Karikatur: Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de
Karikatur: Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de

Mehr Kommentar verdient diese Geschmacklosigkeit nicht von mir.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Dokumentarfilm – Unser Widerstand

Der Parkschützer-Film – Länge ca. 15min

Ein Zusammenschnitt aus Interviews mit 4 Protagonisten aus der Bürgerbewegung. Sie erzählen Facetten aus der Geschichte der letzten 4 Jahre, ihre Erlebnisse im Zusammenhang mit den Geschehnissen in Stuttgart. Über den Beginn ihrer Aktivitäten, über das Entstehen und Durchführen von einzelnen Aktionen. Darüber was sich in 4 Jahren in ihrem eigenen persönlichen Umfeld verändert hat und ihr Blick auf die Geschehnisse heute.

UnserWiderstand
Trailer zum Film „Unser Widerstand“ – Ein Film von Marina Hartmann und filiamundi

Der Film läuft erstmalig während des Kirchentages 4. – 7. Juni 2015 in Stuttgart im Jugend- und Kulturzentrum Forum 3 Gymnasiumstraße 21 70173 Stuttgart – vorbei gehen und anschauen!

Forum3

Edit – Ausstellung zur Bürgerbewegung im Forum 3 – Bilder

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Unverantwortliches Gedränge am Bauzaun!

Heute am 22.05.15 brach unter der Reisewelle in die Pfingstfeiertage am Stuttgarter Bahnhof alles zusammen. Die Bahnpolizei sah sich sogar gezwungen einzelne Bahnsteige zu sperren um Passagiere vom einsteigen abzuhalten! Das führte dazu das sich ein großes Gedränge auf dem provisorischen Querbahnsteig bildete. Wolfgang Rüter war vor Ort und dokumentierte (link).

©2015 - Wolfgang Rüter am 22.05.2015
©2015 – Wolfgang Rüter am 22.05.2015

Skandalös empfinde ich allerdings vor allem die Gefahr in die man hier die Menschen schickt! Meiner Ansicht nach sehenden Auges den diese Art der „Baustellenabsicherung“ offenbart ihre Unzulänglichkeit sogar einem Laien. Wer genau hinsieht erkennt das es bereits nur 10cm neben der Menschenmenge hinter einem schlecht verankterten und kaum gesicherten Holzzaun ca. 10m tief in den Abgrund geht!

©2015 - Wolfgang Rüter am 22.05.2015
©2015 – Wolfgang Rüter am 22.05.2015

Der Bauzaun hier ist nur direkt im Boden versenkt und NICHT verstrebt nach hinten wie es normalweise jeder einfache Bauzaun ab einer gewissen Höhe ist. Die sogenannte Verankerung sieht man im Bild hier unten! Selbst jeder Laie kann erkennen wie unzulänglich diese Absicherung ist. Vor allem in Hinsicht auf diese Menschenmengen die man hier unverantwortlicherweise auf den Querbahnsteig gedrängt hat!

©2015 - BlackyStuttgart @BlackyS21 - Detail Bauzaun-Verankerung
©2015 – BlackyStuttgart @BlackyS21 – Detail Bauzaun-Verankerung
©2015 - Alexander Schäfer - Detail Bauzaun aus Sicht der Baugrube
©2015 – Alexander Schäfer – Detail Bauzaun aus Sicht der Baugrube

Die Polizei trägt noch ihr übriges dazu bei indem sie einzelne Bahnsteige mit Polizeigittern versperrt und somit die Menschen dazu zwingt auf dem Querbahnsteig zu bleiben (STZ link). Spätestens nach Duisburg weiß eigentlich jeder, dass dies eine unberechenbare Gefahr birgt. Die Kräfte die in so einer Menge entstehen können gar nicht kontrolliert werden. Bricht hier auch nur die kleinste Panik aus, dann ist dieser lächerlich befestigte Zaun kein Hindernis! Viele Menschen sähen sich direkt dem Abgrund gegenüber und auf der anderen Seite würde die Menge drücken!!!

Wie kann man nur so unverantwortliche Gefahren eingehen? Ich verstehe diese Bahn und letztlich auch die Stadt welche ja auch Projektbetreiber ist nicht mehr. Wie bitte soll man dann den Aussagen trauen das man den Brandschutz bei Stuttgart 21 im Griff hätte? Was bitte soll da an Vertrauen noch bleiben wenn egal wohin man Blickt nur Murks und Gefahr herrscht? Wieso gefährdert man die Kunden der Bahn und die Besucher der Stadt in solcher weise? Und jetzt kommt der Kirchentag mit seinen Menschenmassen – es kann einem nur Angst und Bange werden!

Die Verantwortlichen dieser Baustellen, und dazu zählt nicht nur die Deutsche Bahn sondern auch die Stadt Stuttgart und die Landesregierung welche ALLE Projektbeteiligte und verantwortlich sind sollten ENDLICH eine ernstzunehmende Baustellenüberwachung realisieren! Es darf nicht sein das man weiter auf das Glück hofft (wie damals beim Bahnofsdach!) und die Augen verschließt auf das nur nichts passiert.

EDIT 09.06.15
Mittlerweile wurde der Zaun im Gefahrenbereich massiv verstärkt.
Siehe Bilder vom 05.06.15 (link)
Es scheint das Gefahrenpotential wurde erkannt und versucht es zu beheben. Bleibt nur zu hoffen das dies weitreichendere Konsequenzen hat als nur ein paar Balken und Schrauben. Der Mangel an Bauüberwachung tritt hier erneut und verstärkt an den Tag. Falls diese Überwachung durch eine Bauleitung die ihren Namen verdient nicht besser wird, ist leider immer wieder mit großen Gefahren zu rechnen. Nicht immer können solche Hinweise als Lückenfüller fungieren. Ein tiefgreifendes Einschreiten aller Projektbeteiligter (nicht zuletzt der Stadt und dem Land als Verantwortliche für alle Besucher Stuttgarts!) ist dringend Nötig. 

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )