Alle Beiträge von schaeferweltweit

Durch den Rosensteinpark nach Bad Cannstatt

Mehr Bilder im Archiv (Link)

Lange vorbei dass der Rosensteinpark unberührt von den verheerenden Auswirkungen der Großbaustellen blieb. Der einzigartige Park welcher schon immer für Mensch und Tier ein wichtiges Naherholungsgebiert und Lebensraum darstellt, wird jäh vom Bauwahn zerschnitten. Die Schneise im Neckarhang zerstört das eigentlich als Landschaftsschutzgebiet und Fauna-Flora-Habitat besonderen Schutz verdienende Gelände. In Stuttgart, welches immer mehr in Baustellen versinkt, ist dieser „Schutz“ nicht mehr als ein nutzloses Feigenblatt. Schon kündigen zahlreiche Markierungen an Bäumen und das Stuttgarter Amtsblatt viele weitere Fällungen für das sinnlose Immobilienprojekt Stuttgart 21 an. Das Kebsgeschwür breitet sich im Dunst der wirkungslosen Feinstaubalarme immer weiter in der Landeshauptstadt aus und findet scheinbar kein Ende bevor der Patient nicht am Krebs eingegangen ist.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Feinstaubalarm in Stuttgart

Die Stadt Stuttgart appellierte mal wieder und bereits das dritte Mal wirkungslos an die Vernunft der Kraftfahrer. Je öfter ausgerufen aber nur halbherzig umgesetzt, umso weniger interessiert sich der Bürger logischerweise für diesen Running Gag der Stuttgarter Politik. Nach dem Motto „Wasch mich aber mach mich nicht nass“ versucht die Stadt Stuttgart ein ernstes Thema ohne wirklichen Willen zu wirkungsvollen Veränderungen anzugehen.

3. Stuttgarter "Feinstaubalarm"
3. Stuttgarter „Feinstaubalarm“

Generell ist Stuttgart für ihren ehrlichen Ansatz mit diesen Problemen umzugehen erstmal zu loben. Andere Großstädte hätten schlicht und einfach die Messstationen nicht in den wirklichen Problemgebieten aufgestellt sondern auf der grünen Wiese. Hier zeigt Stuttgart eigentlich generell mal einen eigentlich lobenswerten Einsatz. Das war es dann aber auch schon mit dem wirklich ernstzunehmenden Engagement! Die nutzlosen Appelle an die Vernunft sind ein schon längst ziemlich peinlicher Versuch etwas zu tun ohne offensichtlich wirklich etwas erreichen zu wollen. Wird das Problem also doch nicht so ernst genommen wie es zuerst den Eindruck hat? Feinstaubalarm in Stuttgart weiterlesen

Gemeinderat tagt zu Stuttgart 21

Karikatur: Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de
„Wetterkuhn“ – Karikatur: Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de

Heute fand das erste von voraussichtlich zwei Treffen des Gemeinderatsausschusses zu Stuttgart 21 in öffentlicher Sitzung statt. Es ging um  die Themen „Leistungsfähigkeit des Bahnknotens“ und „Zukunftskonzept Infrastruktur – Ausbaumöglichkeiten des Bahnknotens für den ÖPNV und den Regionalverkehr“. Der Punkt „Brandschutz“ wurde auf die zweite Sitzung (am 15.11.16) vertagt. Es blieb keine Zeit nachdem man die ersten 40 Minuten über den (voraussehbar) viel zu kleinen Sitzungssaal diskutiert hatte und dann in einen größeren umgezogen war. Bei der Sitzung kamen auch die Ansichten einiger weniger Experten der Umstieg 21 Befürworter kurz zur Sprache. Hier ein Fazit von Dr. rer. nat. Christoph M. Engelhardt (Physiker, Analyst) und Dr. Kathrin Grewolls, MEng. (staatlich vereidigte Sachverständige für vorbeugenden Brandschutz) im Nachgang in einer kurzen PK von SöS/Linke

Neben den im Großen und Ganzen wenig überraschenden und bekannten Standpunkten von DB und Land sowie den Projektkritikern verwies Herr Engelhardt beim Punkt „Zukunftskonzept Infrastruktur – Ausbaumöglichkeiten des Bahnknotens für den ÖPNV und den Regionalverkehr“ allerdings direkt auf das Konzept Umstieg21. Bei diesem Punkt erscheint Ihm dies als einzig Sinnvolles Zukunftskonzept für die Infrastruktur Stuttgarts. Engelhardt wörtlich „Aus unserer Sicht ist es natürlich ein Treppenwitz wenn man hier in einer Veranstaltung zur Leistungsfähigkeit von Stuttgart 21 praktisch schon über die alternativen Baumaßnahmen redet und ein Großteil der Vorschläge sind tatsächlich Reparaturen von Fehlern am Großprojekt.“ Er wies Beispielsweise darauf hin, dass die in der Sitzung oft erwähnte ETCS-Technik bei Großbahnhöfen nach Meinung von Fachleuten keine Verbesserung bringt. Scharf Kritisierte er aber auch das Verbot heute dass die Experten nicht auf Fragen antworten durften. Er empfinde dies als einen Maulkorb der nichts mehr mit Demokratie zu tun habe.

Abschließend verwies er darauf dass Herr Kuhn in einem Verwaltungsausschuss am 06.07.16 zusagte dass „offene Fragestellungen … geklärt werden müssen“ und kritisierte damit das aktuelle Verfahren. Um dies nicht nur als verbale einfache Kritik zu äussern verteilte er anschließend an alle Gemeinderatsmitglieder die noch offenen Fragen
(Siehe Bilder des verteilten Originals: Seite 1/2/3/4/5)

Leider konnte ich während der Sitzung nicht dokumentieren welche Folien dem Gemeinderat gezeigt wurden da der Veranstalter das Fotografieren untersagt hat. Zitat: „Foto- und Filmaufnahmen sind nur bis zum Beginn der Sitzung möglich. Während der Sitzung sind solche Aufnahmen weder gewünscht noch zulässig.“
Meine Bilder Rund um die Veranstaltung (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Bilder (51 Stück) der Stadt Stuttgart (link)
Folien der Vortragenden soweit veröffentlicht (Quelle)
Beitrag der DB Dokument 119977
Beitrag der SSB Dokument 119978

Leistungsfaehigkeit Verkehrsministerium Dokument 120010 Nahverkehr Verkehrsministerium Dokument 120011
Christoph Engelhardt zur Leistungsfaehigkeit
Christoph Engelhardt zum Zukunftskonzept Infrastruktur
(Diese Folien Stand (27.10./14:15) in der hier verlinkten Version habe ich vor Ort auch gesehen)

Folien bei denen nachträglich Kommentare eingefügt wurden:
Christoph Engelhardt-Leistungsfaehigkeit mit Kommentaren
Christoph Engelhardt-Zukunftskonzept Infrastruktur mit Kommentaren

Jung & Naiv: Noam Chomsky – The Alien perspective on humanity

Ein hörenswertes Interview vom Team „Jung & Naiv“ mit Noam Chomsky zu seiner Sicht auf die Menschheit. Zwar in Englischer Sprache aber recht gut in deutscher Sprache untertitelt (Zahnrad/Einstellungen unter dem Video nutzen). Das Komplette Interview übersetzt und transkribiert findet sich auch auf der Website von „Jung und Naiv“ (link)  


„Jung & Naiv – Politik für Desinteressierte“ ist ein interessantes Konzept mit einer etwas anderen erfrischend direkten Interviewtechnik. Seit Anfang 2013 werden die Videos vor allem auf YouTube veröffentlicht. Die Art und Weise der Interviewführung offenbart oft überraschende Antworten. Mit der Bekanntheit von J&N stieg auch rasant die Bekanntheit der Gesprächspartner. Mittlerweile geht das bis hin zu Personen wie Beispielsweise auch Glenn Greenwald. ( YouTube / Website / Facebook )

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Demo „Keine Abschiebung nach Afghanistan“

Impressionen vom Stuttgarter Schlossplatz

Alle Bilder im Archiv (link)Alle Bilder im Archiv (link)

Zwei kurze Videos von der Demonstration:


Die Demonstration richtete sich gegen die Kassifizierung Afghanistans als sicheres Herkunftsland und damit dem erlöschen von Asylansprüchen aller Flüchtlinge aus diesem Land.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Kostas das Buch!

Zugegeben, es ist nicht das erste und sicher auch nicht das letzte Buch aus der kreativen Feder des Karikaturisten Kostas Koufogiorgos. Nun aber fasst er Thematisch seine zahlreichen Karikaturen zum Immobilienprojekt „Stuttgart 21“ zusammen. Das erste Buch welches sich vorwiegend mit dem Thema befasste entstand 2011 in Zusammenarbeit mit  Monika Spang und trug den Titel „Frau Schächtele will oben bleiben“. Damals schon hatte sich Kostas Koufogiorgos intensiv mit diesem einschneidenden und damals wie heute in Stuttgart alles bestimmenden Projekt auseinandergesetzt und somit zahlreiche Illustrationen zu diesem 32 Seitigen Werk beigetragen. Das aktuelle heute veröffentlichte Werk zeigt 89 seiner über 160 Karikaturen zu und über das Milliardengrab Stuttgart 21 in einer limitierten Auflage von 100 Stück. (Leider schon vergriffen aber es wird – abhängig von der Nachfrage – eine weitere Auflage geben!) Kostas das Buch! weiterlesen

Kommentar: „Mann stirbt bei Wettessen fast an Bhut-Jolokia-Chili“

Vor ein paar Jahren boomten auch in Deutschland die Wettbewerbe im „Scharf Essen“, mittlerweile gehen sie glücklicherweise wieder etwas zurück. Hier steht meist im Vordergrund wer am meisten Scharfe Chilis, Chilisaucen und Extrakte zu sich nehmen kann bevor er oder sie sich übergeben muss. Fragwürdig war der Sinn solcher Veranstaltungen für mich als langjährigem Chililiebhaber schon immer. Ich verstehe zwar warum die Veranstalter diese Wettbewerbe machen, weil so viele Menschen dabei zusehen und es die Medien interessiert. Ich verstehe auch warum so viele dabei zusehen, es ist der gleiche Grund warum es auf der Autobahn bei einem Unfall immer Stau in der Gegenrichtung gibt. Auch die Medien interessieren sich nur aus Sensationslust und Schadenfreude dafür und warten seit Jahren bereits auf Ereignisse wie dieses Jahr „The Journal of Emergency Medicine“ berichtet.

img_7124Ein Mann nahm an einem Wettbewerb im Scharfessen teil und wurde danach mit einem Lebendgefährlichen Riss in der Speiseröhre ins Krankenhaus eingeliefert. Der Mann hatte zuvor (wohl unter anderem!) einen Hamburger mit einer „Ghost-Pepper“ Chilisauce zu sich genommen. (Und danach übrigens immerhin noch sechs große Gläser Wasser getrunken…) Der Kunstname „Ghost-Pepper“ bezieht sich hierbei meist auf die Chilisorte „Bhut Jolokia“ und galt von 2006 bis 2012 als die schärfste Chilisorte der Welt. Was der Mann davor bereits aß oder wie seine persönliche Vorbelastung aus Medizinischer Sicht war wird natürlich nicht groß berichtet. Natürlich interessiert das die Medien auch nicht den diese warten ja schon seit langem auf so eine Story und stürzen sich mit reißerischen Titeln wie „Mann stirbt bei Wettessen fast an Bhut-Jolokia-Chili“ auf die Geschichte. (Man beachte das kleine Wort „fast“ das natürlich schön weit hinten stehen muss…)

img_6846oNatürlich ist hier nicht mehr wichtig das dieses sogenannte „Boerhaave Syndrom“ äußerst selten vorkommt. Genauso wenig interessiert die Tatsache das selbst der Bericht im  „The Journal of Emergency Medicine“ erwähnt das dieses seltene Krankheitsbild meist allgemein mit starkem Erbrechen (warum auch immer!) zu tun hat und zb. auch beim sehr umstrittenen und gefährlichen Youtube-Trend „Zimt-Challange“ vorkommen kann. Nein da ist natürlich ein Satz wie dieser „Im „Journal of Emergency Medicine“ erschien nun ein Report über den Mann, der so scharf aß, dass sich ein Loch in die Speiseröhre ätzte.“ viel besser. Eine „Verätzung“ ist übrigens eine Verletzung durch Säure oder Lauge. Das für die Schärfe in Chilis verantwortliche Capsaicin ist allerdings weder eine Säure noch eine Lauge.   Das Boerhaave-Syndrom entsteht hingegen in der Regel durch einen plötzlichen und starken sowie unerwarteten Druckanstieg in der Speiseröhre bei gleichzeitig negativem Druck innerhalb des Brustkorbs. Das was dem Mann passierte ist also offensichtlich das glatte Gegenteil von „ein Loch in die Speiseröhre geätzt“! Aber was interessieren schon Fakten wenn man endlich eine Schlagzeile bringen kann.

blairs_swwFakt ist das scharfe Chilis in vernünftiger Form zu sich genommen keinerlei schädliche Wirkung zeigen. Seit vielen Jahren und in unzähligen Ländern beweist sich dies jeden Tag aufs Neue. Was sich natürlich auch täglich immer wieder (auf zb. Youtube) zeigt ist dass der extreme Missbrauch von Stoffen egal welcher Art gesundheitsgefährdend ist. Sei es nun Chili, Zimt, Alkohol oder auch nur Wasser in unnatürlichen Mengen. Lasst den Blödsinn doch einfach! Beweist euch selbst das ihr stärker seid als der Bullshit-Trend. Der wahre Chilihead braucht keinen Wettbewerb.

img_6375oIn diesem Sinne wünsche ich allen Chiliheads einen sensationsfreien und würzig scharfen Tag.
shake well – handle with care.
LoB