Archiv der Kategorie: Stuttgart

Eine Welt in zartrosa und hellblau

Ein Gastartikel des geschätzten Kollegen „Zwuckelmann“

Am Sonntag haben laut Polizeiangaben 4.000 Menschen gegen den Bildungsplan und gegen die Gleichstellungspolitik der grün-roten Landesregierung demonstriert. Diese hohe Anzahl ist aber wohl weniger Ausdruck einer stärker werdenden “Bewegung”, die aus der Mitte der Bevölkerung entspringt, sondern eher Folge des Organisationstalents der Veranstalter – und Vorzeichen der nahenden Landtagswahl.

Es handelt sich nicht um eine Graswurzelbewegung, sondern schlicht um organisierte rechte Propaganda. Aus vielen Regionen Baden-Württembergs wurden die Demonstranten mit privaten Busunternehmen nach Stuttgart gekarrt. Es ist davon auszugehen, dass etliche Ortsvereine von CDU und AfD, kirchliche Gruppierungen und sonstige rechts-konservative Vereinigungen ihre Mitglieder mobilisiert haben. Aber auch extrem rechte Gruppierungen wie beispielsweise die “Identitären” waren geduldeter Teil der Demonstration.

IMG_7105Dass es sich um eine reine Propagandaveranstaltung handelte, zeigt sich auch daran, dass es so gut wie keine von den Demoteilnehmern mitgebrachten Plakate gab. Es wurde sogar darum gebeten, ausschließlich die in zartrosa und hellblau gehaltenen, vorgefertigten Plakate und Luftballons der Veranstalter zu nutzen. Kreativität? Graswurzel? Gar Eigensinn? Das suchte man auf dieser Demo vergeblich. Die gesamte Veranstaltung wirkte dadurch reichlich gleichgeschaltet und fad. Die Gegnerschaft gegen Vielfalt in der Gesellschaft und im Unterricht manifestierte sich, ja wurde gleichsam greifbar in der Gleichförmigkeit der teilnehmenden Demonstranten. Nur Töne in Zartrosa und Hellblau waren erwünscht.

IMG_7384Dafür wurde kräftig gegen Gleichstellung und Gleichberechtigung gewettert. “Ich habe zwar nichts gegen Schwule und Lesben, aber …” ist der diskriminierende Tenor dieser Veranstaltung. Die Frage ist nicht, ob man für oder gegen sexuelle Vielfalt ist, denn diese Vielfalt existiert, ist real, ist gesellschaftliche Wirklichkeit. Die Frage ist, wie man mit dieser Vielfalt umgeht und ob man die christlich-humanistischen Werte unserer Gesellschaft leben und verwirklichen möchte oder ob man in irrationale, dumpfe Abgrenzungsgefechte verfällt. Wollen wir eine gleichberechtigte, eine gerechte, eine offene Gesellschaft sein oder nicht? Dass es nicht “ein bisschen Gleichberechtigung” gibt, sollte gerade diesen Müttern in zartrosa und diesen Vätern in hellblau klar sein, denn genauso wenig gibt es “ein bisschen schwanger”. Entweder oder. Gleichberechtigung oder Diskriminierung. Ja oder nein. Zumindest die Veranstalter haben sich entschieden: für Diskriminierung, gegen Gleichstellung, gegen Akzeptanz und gegen eine vielfältige, gegen eine bunte, ja gegen eine offene Gesellschaft. So etwas hatten wir schon einmal – nur damals kamen diese Menschen nicht in zartrosa und hellblau daher. Obwohl … Wer diese Farben mischt, erhält am Ende doch wieder das altbekannte, ziemlich hässliche braun.

IMG_7259Mehr Bilder im Archiv (link)

(Zwuckelmann auf schaeferweltweit.de Bilder ©Alexander Schäfer)

Flaneursalon beim 3. Stuttgarter Hafenpicknick am Neckarufer

Joe Bauers Flaneursalon am Fluss3. Stuttgarter HAFEN-PICKNICK – Große Samstagsshow am wilden Neckarufer

Archivbild - 2. Stuttgarter Hafen-Picknick
Archivbild – 2. Stuttgarter Hafen-Picknick
  • Ginger Redcliff – die Indie-Königin
  • The Tremolettes – die beste Band der Welt
  • Wiglaf Droste – der Poet und Entertainer
  • Ekkehard Rössle Duo – All that Jazz
  • rahmenlos & frei – der Chor der Vesperkirche
  • Joe Bauer – der Levitenleser

Samstag, 4. Juli 2015
Picknick-Gelände mit Grill, geöffnet ab 16 Uhr
Showbeginn: 18.45 Uhr
Neckarhafen, 70327 Stuttgart
Stahlbau Heil, Mittelkai 12 -16
Anfahrt über B 10, Ausfahrt Hedelfingen
Siehe: STAHLBAU HEIL
VORVERKAUF
MUSIC CIRCUS – Kartentelefon: 07 11 / 22 11 05
Siehe auch „Bauers Depeschen – 1470. Depesche“

Wer nicht hin geht ist selber Schuld.

Nachbericht zu „Gefahren am Bauzaun“

An Pfingsten 2015 traten durch hohe Besucherströme am Stuttgarter Haupbahnhof bedrohliche Zustände bei den Besuchern nach dem Umbau für Stuttgart 21 auf. Im Zusammenhang mit den Bauzäunen zeigte sich, dass hier ernsthafte Gefahren auftreten, welche zu unkalkulierbaren Risiken für die Besucher des Kopfbahnhofes führen. SWW berichtete – Dieser Bericht führte zu Leserbriefen an die Verantwortlichen, was wiederrum jetzt zu Nachbesserungen geführt hat. Siehe Bildserie vom 05.06.2015 und nebenstehendes Detail von den Nachbesserungen.

Das Antwortschreiben der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH auf einen der Leserbriefe und letztlich auch die Fakten vor Ort zeigen dass hier erfreulicherweise die Lage etwas ernster genommen wird. Im Gegensatz zu früheren Zeiten (siehe zb. unter anderem die monatelange Gefährdung durch die Schäden an der Bahnsteigüberdachung) führt es nicht mehr nur zu verharmlosenden leeren Pressemitteilungen sondern wenigstens zu Versuchen der Verbesserung. Es Beweist aber auch, dass ohne zufällige Beobachtungen mehrerer Menschen, einer öffentlichen Zusammenfassung der Fakten und schließlich auch dem Druck durch Leserbriefe hier wichtige Mängel nicht früh genug (VOR Gefährdung der Besucher) selbst erkannt werden. Eine funktionierende Bauüberwachung müßte dies vor dem Eintreten konkreter Gefahren erkennen und beheben!

Ein Reagieren auf Leserbriefe und Berichte kann und darf nicht der einzige Weg bleiben. Die Projektbeteiligten müssen hier, wie auch bei vielen anderen Details dieses Projektes, ihre Vorsorgepflicht endlich richtig Wahrnehmen. Auch Stadt und Land darf dies nicht im guten Glauben allein der DB überlassen! Das scheinbar mittlerweile Üblich gewordene „Drauf los Bauen / Schauen was passiert“  muß endlich ein Ende finden! In kleinen Details wie diesem hier genauso wie aber auch in wirklich großen Details zb. dem Nesenbachdüker, bei dem es später nicht mehr reichen wird einige Schrauben und Balken nachzurüsten.

Siehe auch:
Wie gefährlich ist es am HBF Stuttgart?
Qualität schafft Vertrauen! -> Stein trifft Passantin
Weiche 227 eine endlose Geschichte?

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Menschenkette für den Frieden

IMG_6725Unter dem Motto: „Krieg beginnt in Stuttgart: AFRICOM und EUCOM schließen!“ fand am 06.06.2015 eine Friedensdemonstration in Form einer Menschekette in Stuttgart statt. Die Menschenkette für den Frieden ist die größte Friedensaktion im Rahmen des evangelischen Kirchentages 2015. Die Friedenskette führte von der Friedenskirche zum Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus quer durch die Stuttgarter Innenstadt.

Zahlreiche Organisatoren riefen dazu auf und letztlich folgten auch Hunderte Kirchentagsbesucher dieser Einladung. Neben meinen Bildern sieht man hier auch ein Video von einem flinken Radfahrenden Kollegen von cams21.de

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Video von EastEndPeterP / cams21.de

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Mehr Bilder im Archiv (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Samstagsdemo vor dem Kopfbahnhof

In diesen Minuten findet vor dem Stuttgarter Kopfbahnhof die Samstagsdemonstration gegen Stuttgart 21 statt.

IMG_6574Die langjährigen Gegner gegen das Imobilienprojekt wählten diesen Samstag vor allem deshalb aus um den vielen Interessierten Besuchern des Evangelischen Kirchentages zu zeigen, das es nicht nur die Baumaschinenshow in der Brache gibt (Bilder vom 05.06.2015 – zwar ein „Brückentag“ aber ansonsten ein „Arbeitstag“ an dem alle Maschinen aufgefahren wurden aber nur so herum standen) sondern auch noch sehr viele aktive Menschen gegen den sinnlosen Bahnhofsumbau-Versuch in Stuttgart.

Zahlreiche Menschen hören sich nun also die Reden von Martin Poguntke (Theologen gegen Stuttgart 21), Dr. Frank Alt (Journalist und Buchautor) und Volker Lösch (Regisseur) an – einen kurzen Auszug der Rede nun hier. Später dann auch wie gewohnt eine fotografische Dokumentation der Demonstration hier im Blog.

Das aktuelle Hauptargument für Stuttgart 21 heißt: Protest und Widerstand kommen zu spät. Es lohnt sich doch gar nicht mehr, gegen das Projekt auf die Straße zu gehen. Was ist davon zu halten?

Ich war vor 14 Tagen in Österreich beim Internationalen Anti-Atomgipfel. Dabei habe ich auch mit Aktivisten gesprochen, die vor 37 Jahren das AKW Zwentendorf verhindert haben. Dieses österreichische Atomkraftwerk ist ein Lehrstück erfolgreichen Widerstands gegen unsinnige Großprojekte und ein Lehrstück dafür, dass es nie zu  spät ist für Widerstand und Protest.

Zwentendorf ist weltweit das einzige Atomkraftwerk, das  komplett fertig gebaut war, aber aufgrund einer Volksabstimmung niemals in Betrieb genommen wurde. Im Herbst 1978 stimmten 50,4% der Österreicherinnen und Österreicher gegen die Inbetriebnahme. Und weil Zwentendorf durch intelligenten und dauerhaften Protest gestoppt wurde, sind inÖsterreich drei weitere geplante AKW‘s nicht gebaut worden.

Meine Damen und Herren: Das AKW Zwentendorf war komplett fertig gebaut, es war ein Milliarden-Projekt wie Stuttgart 21, aber es ging nie in Betrieb, weil das Volk klüger war als seine Regierung.

Auszug der Rede von Dr. Franz Alt, Journalist, auf der Kundgebung zum Evangelischen Kirchentag am 6.6.2015

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Der Stuttgarter Kirchentag …

… und die Entgleisungen der Landesregierung.
(siehe zb. im Hamburger Abendblatt)

Karikatur: Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de
Karikatur: Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de

Mehr Kommentar verdient diese Geschmacklosigkeit nicht von mir.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Dokumentarfilm – Unser Widerstand

Der Parkschützer-Film – Länge ca. 15min

Ein Zusammenschnitt aus Interviews mit 4 Protagonisten aus der Bürgerbewegung. Sie erzählen Facetten aus der Geschichte der letzten 4 Jahre, ihre Erlebnisse im Zusammenhang mit den Geschehnissen in Stuttgart. Über den Beginn ihrer Aktivitäten, über das Entstehen und Durchführen von einzelnen Aktionen. Darüber was sich in 4 Jahren in ihrem eigenen persönlichen Umfeld verändert hat und ihr Blick auf die Geschehnisse heute.

UnserWiderstand
Trailer zum Film „Unser Widerstand“ – Ein Film von Marina Hartmann und filiamundi

Der Film läuft erstmalig während des Kirchentages 4. – 7. Juni 2015 in Stuttgart im Jugend- und Kulturzentrum Forum 3 Gymnasiumstraße 21 70173 Stuttgart – vorbei gehen und anschauen!

Forum3

Edit – Ausstellung zur Bürgerbewegung im Forum 3 – Bilder

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )