15 Jahre ist es her, dass der Mittlere Schlossgarten für die Errichtung eines Grundwassermanagement (Nach einem Urteil von 2015 !rechtswidrig!) geräumt wurde.
Wer damals dabei war, wird das nie vergessen (Link).
Auch wenn die jungen Schüler von damals heute noch nicht deshalb mit auf die Straße gehen – auch sie haben nicht vergessen. Erst vor wenigen Wochen schrieb mich eine der jungen Demonstrantinnen von damals an und fragte nach einem der Bilder, die ich damals gemacht habe. Sie wollte es ihrer Freundin schenken, mit der sie damals mutig einen Baum verteidigt hatte – als Erinnerung.Demo 15 Jahre nach dem Schwarzen Donnerstag weiterlesen →
Vor ein paar Tagen postete eine lokale Zeitung hier, dass die Stadt Stuttgart angeblich rund 240 Bäume in vorauseilendem Gehorsam (wichtige Entscheidungen stehen noch aus) rund um das Gebiet der Wagenhallen – oder auch im Baufeld C1 von Stuttgart 21 – zwischen November 2025 und Februar 2026 fällen möchte.
Auch wenn diese Zeitung dabei das Gebiet B als Symbolbild zeigte, was natürlich ein komplett anderer Bereich ist, muss man befürchten, dass diese Ankündigung doch real sein könnte. Es passt jedenfalls gut ins Konzept von Stuttgart 21 und dessen hier nun angesprochenen Randgebiete, die S21 durch diese Flächen erst wirtschaftlich interessant für die Stadt machten. Dass hier nun wieder einmal vor allen wirklich konkreten Entscheidungen Fakten geschaffen werden sollen.
Da ich heute erneut merkwürdige Verschwörungstheorien gehört habe, die abends im SWR-Fernsehen von der Bahn verbreitet wurden, nehme ich das zum Anlass, einige alte Fotos aus dem Jahr 2011 (Exakt vom 09.07.2011) wieder zu veröffentlichen. Zu jener Zeit existierte diese Homepage in der heutigen Form noch nicht, allerdings habe ich meine Infos damals bereits auf Parkschuetzer.de geteilt (Link) und – wie viele andere Fotografen auch – Bilder und Videos direkt veröffentlicht.
Es ist schlichtweg unsinnig, wenn die Deutsche Bahn weiterhin behauptet, diese Käfer hätten nie im Schlossgarten existiert. Der SWR sollte sich schämen, solchen Unsinn selbst im Jahr 2025 immer noch in „Zur Sache Baden-Württemberg“ zu verbreiten – besonders, da das eigene Sendehaus des Senders nur wenige Hundert Meter von diesem Ort entfernt steht und der Sender trotzdem bis heute keinerlei Faktenkenntnis zeigt, selbst nach Jahrzehnten.
Ja, es ist nur eine Kleinigkeit – es gibt noch soviel mehr Inhaltliches was an Stuttgart 21 weiterhin und immer noch und auch in Zukunft stark zu Kritisieren gibt – aber daran sieht man, wie wenig von den restlichen „Fakten“ die bis heute stur behauptet werden tatsächlich stimmt, wenn nicht einmal diese offensichtliche Kleinigkeit richtig ist. Damals gab es Ausstellungen, Bücher, Postkarten und Kalender mit diesen Tieren. Gefundene tote Exemplare wurden in naturkundlichen Ausstellungen präsentiert. Jeder der wirklich Interesse daran hatte (der SWR also nicht) konnte diese Tiere mit eigenen Augen sehen. Bei der Fällung der Bäume wurden sogar Käferlarven entdeckt, die offiziell von Fachleuten evakuiert wurden. Es ist eine Tatsache, dass es diese Tiere in den Bäumen des Schlossgartens gab – und sie leben auch heute noch in den wenigen verbliebenen Bäumen.
Der Neckarsteg in Stuttgart war über Jahrzehnte eine prägende Fußgängerbrücke, die Bad Cannstatt mit dem Rosensteinpark verband. 1977 zur Bundesgartenschau eröffnet, galt die 158 Meter lange, überdachte Holzkonstruktion als eine der längsten ihrer Art weltweit und war ein vertrauter Weg für Spaziergänger und Radfahrer.
Im Zuge des Großprojekts Stuttgart 21 musste der Neckarsteg jedoch weichen. Anfang Juni 2016 begann der Rückbau der Brücke. Ein markantes Datum war der 14. Juli 2016 – heute vor 9 Jahren. An diesem Tag wurde das erste, 72 Meter lange Teilstück des Stegs ausgehoben – ein sichtbares Zeichen für das Ende eines Stücks Stadtgeschichte. Das zweite, rund 60 Meter lange Segment folgte im November 2016. Die Holzkonstruktion angeblich aus abfallrechtlichen Gründen nicht erhalten oder weiterverwendet werden; ein Erhalt wäre zudem mit großem Sanierungsaufwand verbunden gewesen.
Mit dem Abriss des Neckarstegs verschwand nicht nur eine architektonische Besonderheit, sondern auch eine wichtige Verbindung für den Fuß- und Radverkehr. Erst im April 2021 wurde der neue, unter der Eisenbahnbrücke hängende Steg eröffnet. Doch die Erinnerung an den alten Neckarsteg bleibt: als Symbol für die Verbindung von Tradition und Moderne und als Bauwerk, das dem Wandel der Stadt und dem Immobilienprojekt „Stuttgart 21“ geopfert wurde.#NeverForget
Lest bitte auch den hervorragenden Artikel von Joe Bauer, der damals ebenfalls darüber geschrieben hat. (Link)
Am 30.1.2025 trafen sich auf Initiative der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Benedikt Weibel (ehemaliger Chef der SBB), Claus Weselsky (Ehrenvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, GDL) und Jürgen Resch (Bundesvorsitzender der DUH) auf einem Podium im bis auf den letzten Platz gefüllten Stuttgarter Rathaus.
Sie kritisierten das Management der Deutschen Bahn, sowie die verantwortlichen Verkehrspolitiker scharf und forderten den Erhalt der Gäubahn bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof und die Kombination von Tief- und Kopfbahnhof. Moderiert wurde das Treffen von der Verkehrsexpertin der DUH, Hanna Rhein. Text und Video Klaus Gietinger
Ein sehenswertes Interview mit dem Titel „Der Untergang der Deutschen Bahn und von Stuttgart 21“ welches Klaus Gietinger im Jahr 2024 mit dem Publizisten und Bahnexperten Arno Luik geführt hat.
Archivbild | 27.04.2014 | sww
Vielen Dank an Klaus Gietinger Youtube / Homepage für dieses und manch andere wichtige Zeitdokument – sein Youtube Kanal ist ein Abo wert!