Impressionen der Demonstrationen am 12.05.2018 in Stuttgart Feuerbach.
Etwa 110 Teilnehmer einer AfD Demo gegen den Neubau einer Zentralmoschee mit Gemeindezentrum in Feuerbach (Info) standen rund 500 Gegendemonstranten gegenüber welche sich für ein buntes Feuerbach mit der Vielfalt vieler Menschen einsetzten. (Grußwort von Roland Saur als PDF)
Das massive Polizeiaufgebot legte den Ortsteil über Stunden lahm. Die Haltestelle Wilhelm-Geiger-Platz war nicht erreichbar und neben hunderten Beamten waren zwei Wasserwerfer, eine Pferdestaffel, ein Hubschrauber und mehrere Drohnen im Einsatz. Auch wenn durch Gegendemonstranten einer der Redner der AfD mit Wasser bespritzt wurde und Eier auf Polizisten geworfen wurden sollte die Frage der Verhältnismäßigkeit gestellt werden.
Nach dem Ende der Demonstration der AfD sorgte die SSB wieder einmal (wenn auch diesmal nicht mit dem „Privatbus“ sondern mit der wieder geöffneten U-Bahn) für den Abzug der Teilnehmer in Richtung Sportpark.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass S21 abgebrochen werden muss.
Ende März schreibt mir mein Ex-Provider STRATO aus heiterem Himmel, dass auf die aus ihrer Sicht geniale Idee gekommen sind die maximal mögliche Anzahl von Dateien auf ihrem Server zu beschränken. Vorgeblich um die Sicherheit zu erhöhen wären nun nur noch 260.000 Dateien erlaubt, ich hätte Zeit bis zum 24.04.18 die Dateianzahl zu reduzieren. Weder in den urspünglichen Angeboten !noch bei den aktuellen Angeboten der Strato AG! und übrigens auch nicht bei anderen Webhostern sind solche sinnlosen Vorgaben erwähnt!
Nachdem alleine mein Bilderarchiv schon über 300.000 Dateien (ohne Website dazu) umfasst, war ich natürlich nicht in der Lage und abgesehen davon überhaupt nicht gewillt diese willkürlichen Vorgaben zu erfüllen. Nach einem ziemlich Substanzlosen Mailwechsel mit dem Service von STRATO wurde mir dann als einlige „Lösung“ angeboten -> ein Managed-Server. Dort wäre die Dateianzahl natürlich egal. Aha -> für eine läppische Preissteigerung von immerhin 250% war die „Sicherheitsgefährdung durch zu viele Dateien“ also kein Thema mehr… Alles klar – scheint man kanns mit den Leuten machen oder versucht es zumindest mal. Ich beschloss es darauf ankommen zu lassen und abzuwarten was nach der Deadline kommen würde. Und natürlich zog es die werte STRATO AG durch und sperrte mir jede weitere Datei wenn ich nicht vorher unter ihre Traumgrenze komme. Also noch einmal betont es geht weder um die Datenmenge (Gigabyte) noch um Traffic (Download durch die Besucher) oder sonstige normale Grenzen sondern nur darum ob man 262.144 oder 375.851 Dateien online hat!
Ok gut daraufhin stand ich also vor der Wahl einem willkürlich sinnlose Regeln erlassenden Internetunternehmen zum Dank für Ihren schlechten Service noch mehr Geld in den Rachen zu werfen – Meine Dateianzahl drastisch zu Lasten meiner Bildarchive und meiner treuen Besucher zu reduzieren und auch in Zukunft nicht mehr die Veröffentlichungen frei tätigen zu können sondern ständig an die Dateisperren zu denken – Oder aber einen anstrengenden Zeitaufwendigen Umzug zu machen… Die Zeit, das Leben und die Erfahrung lehrten mich schon immer: Der leichte Weg nie der Beste! Daher packte ich die Sachen – meine Domains inklusive der Baumpaten und zog um. Wie die meisten Besucher hier gemerkt haben – völlig reibungslos ohne auch nur eine Minute Ausfall. Noch dazu mit wesentlichen Zugewinnen an Performance und weniger Kosten als beim bisherigen Angebot von „Strato„. Bei WebGo(der Gutscheincode „schaeferweltweit“ spart euch gleich nochmal 10 Euro) spare ich im Vergleich 13% Kosten habe dafür aber 275% mehr Datenmenge frei, plus 300% mehr Inklusiv-Domainadressen und natürlichkeinerlei Beschränkung der Dateianzahl. Ich kann also nur jedem der mit Strato meist zurecht unzufrieden ist dringend raten die Mühen nicht zu scheuen sondern sofort umzuziehen.
Dieser Artikel entstand aus unendlichem Dank an die Strato AG für ihre enorme Flexibilität und Service (#nicht) und ist der Tatsache gewidmet, dass man von diesem Geschäftsgebaren die Dateianzahl zu beschränken um teurere Serverangebote zu verkaufen bisher noch nicht so viel im Internet findet. Auf das sich diese Tatsache schnell ändern wird!
Seit Anfang Februar sind im Baufeld des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs archäologische Ausgrabungen im Gange. Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart haben unter anderem Reste einer steinernen Einfassung des Nesenbachs entdeckt, die vermutlich aus dem 16. oder 17. Jahrhundert stammen, ebenso ein Stauwehr aus Holz, das im 17. Jahrhundert errichtet worden sein könnte.
Lage der Funde auf einer Historischen Karte
Umleitungsgräben, deren Funktion noch unbekannt ist
Umleitungsgräben, deren Funktion noch unbekannt ist
Altes Stauwehr des Nesenbaches aus Eichen und Nadelhölzern. Alter noch unbestimmt.
Teile eines alten Stauwehres des Nesenbaches aus Eichen und Nadelhölzern. Alter noch unbestimmt.
Teile eines alten Stauwehres des Nesenbaches
Umleitungsgräben, deren Funktion noch unbekannt ist
Umleitungsgräben, deren Funktion noch unbekannt ist
Teile eines alten Stauwehres des Nesenbaches
Teile des alten Bachbettes des Nesenbaches
Fundstücke aus dem Bett des Nesenbaches
Umleitungsgräben, deren Funktion noch unbekannt ist
Fundstücke aus dem Bett des Nesenbaches
Fundstücke (hier Gebrauchsgegenstände und Tierreste) aus dem Bett des Nesenbaches
Teile des alten Bachbettes des Nesenbaches
Fundstücke aus dem Bett des Nesenbaches
Über das Alter und die stadtgeschichtliche Bedeutung der Funde können die Archäologen derzeit nur Vermutungen anstellen. Über detaillierte Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung, die erst am Anfang stehen, wird das Landesamt für Denkmalpflege zu einem späteren Zeitpunkt informieren.
Klar ist die Zukunft dieser Funde. Diese erstrecken sich auf die volle Breite des geplanten Immobilienprojektes Stuttgart 21 und werden also für S21 komplett verschwinden. Die Holzfunde werden in den kommenden Wochen für tiefere Alterbestimmungen und Herkunftsanalysen zersägt und nach einer Bodenanalyse des Flussbettes (Sedimentablagerungen / Blütenpollen etc.) wird diese Geschichte der Stadt Stuttgart den Baggern zum Opfer fallen.
Am 16.04.2018 stellte nicht nur der Verkehrswissenschaftler Karlheinz Rößler im Stuttgarter Kopfbahnhof seine Studie zur Luftbelastung mit Stickoxid in den kommenden dreißig Jahren im Falle eines Weiterbaus von Stuttgart 21 vor, sondern es fand auch die erste Versammlung gegen Stuttgart 21 in der kleinen Schalterhalle des Stuttgarter Haupfbahnhof statt. Sieben Jahre nach dem Fraport-Urteil von 2011, erteilte das Amt für öffentliche Ordnung einen entsprechenden Versammlungsbescheid. Mehr noch stellte sogar die Deutsche Bahn selbst die Stromversorgung für die technischen Anlagen der S21 Gegner.
Was die Stadt Stuttgart am Pragsattel angerichtet hat, bewegt viele Menschen auch über die Grenzen Stuttgarts hinweg. Das Sancutarium von herman de vries wurde sang- und klanglos nach nur 25 Jahren platt gemacht (mehr auf SWW).
Diesem Fakt setzte am 08.04.2018 eine Künstlergruppe rund um Justyna Koeke, Anna Ohno, Martin Zentner und weiteren, eine Trauerfeier mit diversen Klängen entgegen. Ebenso trafen sich am Ostermontag eine Gruppe von Kunstinteressierten rund um die Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin Andrea Welz, woraus sich dann ein kompletter Rundgang zu diversen Stationen der Internationalen Gartenbauausstellung 1993 entwickelte.
Ostermontag
Beim Rundgang zeigte sich der Zustand, der oftmals dem Zerfall preisgegeben Kunstwerke der IGA1993. Die Stadt Stuttgart scheint sich dabei, anders als jetzt beim Heiligtum von herman de vries, ansonsten eher dem passiven Mittel des „Nichtstuns“ zu bedienen. Besonders beim Kunstwerk „Leibfriedscher Garten“ schafft sie es auch eindrucksvoll alles komplett verkommen zu lassen. Was die Stadt beim Sanctuarium grob falsch gemacht hat, hätte sie sich hingegen bei den anderen Kunstwerken zu Herzen nehmen sollen. Gratulation an die Stadt Stuttgart – die Geringschätzung der Kunst im Allgemeinen kann nicht größer sein, wenn zum einen 25 Jahre einzigartiges Pflanzenwachstum und das Vergehen von Zeit zerstört, und zum anderen die Kunst nicht geschätzt, sondern dem Verfall preisgegeben wird.
Zur Tauerfeier trafen sich viele Künstler und Interessierte um ihrem Entsetzen über den Vandalismus der Stadt Ausdruck zu verleihen. Diese Empörung zeigt sich seitdem permanent und durchgehend durch schwarze Bänder am Sanctuarium. Diese sollen so lange auf die Schändung hinweisen, bis die Stadt Stuttgart sich in angemessener Weise nicht nur beim betroffenen Künstler , der sein Konzept als zerstört sieht, sondern auch bei den Bürgern, welchen eines ihrer liebgewonnen Kunstwerke geraubt wurde, entschuldigt hat. Um dieser Aussage einen bürgerlichen Nachdruck zu verleihen, wurde gleichzeitig Anzeige wegen Sachbeschädigung von öffentlichem Eigentum und Zerstörung eines Kunstwerkes erstattet.
Wer gab den Auftrag?
Wer trägt die Verantwortung?
Die Folgen tragen wir alle.
Bilder aus den Jahren 2000 bis 2017 / Google Earth („Fair Use“)
Im Jahr 1993 entstand das Kunstwerk „Sanctuarium“ (link/wiki) des Künstlers herman de vries im Rahmen der Internationalen Gartenbauausstellung (link). Seit dieser Zeit durfte es sich im Sinne des Künstlers entwickeln und gedeihen. Eigentlich sollte dem auch nicht viel wiedersprechen – schließlich stört an dieser Stelle niemanden der ein oder andere Busch (siehe auch das normale „Straßenbegleitgrün“ in diesem Bereich) Selbst wesentlich höhere Bäume stehen dort direkt eine Stufe höher auf dem Hügel. Doch der Stadt passte das Kunstwerk offensichtlich nicht. Sie machte nun einfach alles im befriedeten Gebiet dem Boden gleich. Vorgeschobener Grund ist ein „Parkpflegewerk“ in welchem „die Entwicklung zum Wald“ vermieden werden soll. Der Künstler selbst weiß allerdings nichts von diesem „Werk“ und sieht selbst sein Konzept mit dem Kahlschlag als zerstört an. Die Stadt Stuttgart hingegen reagiert lediglich mit einem lapidaren ‚Stellt euch nicht so an, das wächst schon wieder‘ (Wörtlich: „Die Pflanzen wurden nur zurückgeschnitten. Wir können uns also schon bald wieder am #Sanctuarium erfreuen.“)
Neben der Tatsache, dass die Bilder von Google Earth sowie auch die Jahresringe der gewachsenen Bäume zweifelsfrei beweisen, dass die Vorgaben dieses „Parkpflegewerkes“ nie so zerstörerisch sondern immer (zumindest 25 Jahre lang) im Sinne des Künstlers also lediglich auf seitlich herauswachsende Pflanzen beschränkt wurde, erkennt man auch sehr leicht, dass wesentlich höhere Bäume die „Sicht auf die Bastion“ eher einschränken würden als dieses Kunstwerk welches viel tiefer fast auf Straßenniveau steht.
Vergleicht man die Straßenmasten (in der Regel max. 12m hoch) erkennt man schnell, dass diese Blickachse sicher noch sehr lange nicht ernsthaft eingeschränkt worden wäre. Zurück bleibt also eine völlig unnötiger Kahlschlag, eine generelle Missachtung der Natur und eines Kunstwerkes und letztlich die Geringschätzung eines International anerkannten Künstlers.
Aktuelle Links zum Thema:
Wikipedia zum Sanctuarium (link)
Wikipedia zur IGA93 (link)
Stuttgarter Zeitung (link)
stuttgart.de selbst zum zerstörten Kunstwerk (link) Radiobeitrag – Bayern 2 (link) Radiobeitrag – SWR 2 (link)
Bericht – Main Post (link)
Bericht – Monopol Magazin (link)
Filmbeitrag – SWR (link)
Radiobeitrag – Deutschlandfunk Kultur (link)
Bericht – Mainpost (link)
Bericht – Stern (link)
Bericht – StN / OB Kuhn entschuldigt sich (link)
Kommentar – StZ (link)
Bericht – StZ (link)
Filmbeitrag – extra3 (link)
Weitere Links zum Thema:
Stuttgarter Zeitung 25.03.1993 (link) Stuttgarter Zeitung 14.04.1993 (link) Stuttgarter Zeitung 02.09.1993 (link) Stuttgarter Zeitung 06.09.1996 (link)
Der SWR berichtet in Folge 925 der „Eisenbahn-Romantik“ mit Filmbeiträgen von Hermann G. Abmayr beginnend mit der Pannenserie (ETCS) der Eröffnung der Neubaustrecke München-Berlin über die Hintergründe rund um Rastatt, schlägt dann einen Bogen über das Immobilienprojekt Stuttgart 21 um dann mit der Situation um die „Nachtzüge“ zu enden.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass S21 abgebrochen werden muss.