Aber vor was eigentlich? Ein Kommenar von Alexander Schäfer
Immer wieder treffen sich in Stuttgart die „Gegner des Bildungsplanes“. Letzten Samstag marschierten sie bereits das sechste Mal und jedesmal mit mehr und mehr Polizeischutz. Man ist fast geneigt zu sagen: „Je weniger Widerstand umso mehr Polizeischutz“. Schon Früh fragte ich mich was da eigentlich dahinter stecken mag? Doch auch nach längerer Recherche kann ich es beim besten Willen nicht nachvollziehen, es bleibt eigentlich nur noch die poltitisch motivierte Steuerung als Motiv (natürlich nicht von Seiten der Teilnehmer). Die Demonstranten zeichnen sich immer wieder durch den Ruf „Schützt unsere Kinder“ aus – doch wovor eigentlich? „Schützt unsere Kinder!“ ? weiterlesen →
Offener Brief Liebe Freunde des Stuttgarter Kopfbahnhofs,
die im Jahr 2008 von tausenden MitbürgerInnen unterzeichnete Petition für den Erhalt des „denkmalgeschützten“ Stuttgarter Hauptbahnhofs wurde vor kurzem im Petitionsausschuss abschließend beraten.
Vor allem ist es mir aber ein Anliegen allen, die unterschrieben haben, die sich für den Erhalt des Kopfbahnhofs eingesetzt und die mich unterstützt haben herzlich zu danken. Im Anhang eine von vielen Ideen, was hätte werden können…
Alternativer Geschäftsbericht der Bahn / Schweiz: Ausbauschritt 2025
Bei der 265. Montagsdemo für den Kopfbahnhof auf dem Stuttgarter Schlossplatz stand aus aktuellem Anlass das Thema „Bahnpolitik und Investitionen“ im Mittelpunkt:
Monika Lege, Verkehrsexpertin bei Robin Wood und Mit-Autorin des „Alternativen Geschäftsberichts der DB AG“ spricht zum Thema „Grube verabschiedet sich vom Brot- und Buttergeschäft der Bahn“ (Rede als PDF)
Dr. Carola Eckstein von den Parkschützern spricht zum Thema „Ausbauschritt 2025 – wie die SBB den Schweizer Bahnverkehr plant“ (Rede als PDF)
Zur Demonstration trafen sich (Hand gezählt um 18:37 Uhr) 1056 Menschen auf dem Schloßplatz und zogen danach in einem Demozug zum Stuttgarter Kopfbahnhof.
Zum mittlerweile sechsten Mal trafen sich „Gegner des Bildungsplanes“ (bei einer der letzten Demos von der Polizei als „Bildungsgegner“ bezeichnet) auf dem Schillerplatz. Geschützt von einer Unmenge von rund 700 Polizisten (immerhin ebenso viele wie 2/3 der Demoteilnehmer!) zogen diese dann vor das Staatstheater Stuttgart wo sie auf den Treppen der Oper ihre Schlusskundgebung abhielten.
Eine Gegenveranstaltung unter dem Motto „Stuttgart ist und bleibt bunt“ fand gleichzeitig organisiert von „No-Pegida Stuttgart“ und dem Verein „Die Anstifter“ auf dem Schlossplatz statt. Während dem Demozug der „Bildungsgegner“ waren einzelne Gegneraktionen zu sehen.
Vor kurzem Beschritt die Deutsche Bahn mal wieder einen ihrer sogenannten „Meilensteine“. Am Tunnel der zwischen Kopfbahnhof und den Fildern (Tülay-Tunnel) für das unterirdische Immobilienprojekt „Stuttgart 21“ gebaut werden soll, erreichte sie mit einer Ihrer Röhren die 1km (sprich 1.000m oder auch 1.000.000 mm bzw. 1.000.000.000.000 nm) Marke. Was daran besonderes sein soll bleibt mir zwar schleierhaft, aber gut es war wohl ein Grund ihre Kehrmaschinen vor der Presse spazieren zu fahren. Ein Video von Bergler21plus von der PR-Show:
Da mich so manche Frage erreicht hat und Menschen der etwas verwirrten Darstellung des Herrn nicht folgen konnten, habe ich hier einmal kurz Schematisch umgesetzt was er versucht zu erklären. Die Stecke wurde auf biss21.de vermessen, ich habe aber nicht ganz seine erwähnten Werte erklicken können. Die Tunnelbohrmaschine ist dort mit TBM abgekürzt. Bisher befindet sie sich wie gesagt angeblich bei Marke „1000m“ und auf dem „Bohrweg TBM1“ danach wird sie demontiert und für „Bohrweg TBM2“ wieder am Tunnelmund (bzw. ca. 200m im konv. Tunnel) aufgebaut. Nach „Bohrweg TBM2“ wird sie durch einen (aus Gründen des unsicheren Bodens) konventionell erstellten Teil geschleppt und bohrt dann die Strecke „TBM3“. Dann wird die Maschine in der „Wendekaverne“ ca. 500 Meter vom Tunnelmund am Kopfbahnhof gewendet (abgebaut und wieder aufgebaut) und bohrt dann die Strecke „TBM4“. Die Bohrschilde 1 und 2 verbleiben für immer im Tunnel. (der einfache Weg des kompletten Tunnels beträgt übrigens 9468 Meter also beide Röhren zusammen dann irgendwann 18,9km)
Tülay-Tunnel – Schematische Darstellung
Ich hoffe damit wird es verständlicher.
Übrigens werden die Tunnelstecken vor allem wegen dem Anhydrit / Gipskeuper im Boden konventionell erstellt. Das bedeutet nichts anderes als dass mit Baggern und Sprengungen gearbeitet wird (siehe Link). Hiermit soll die Gefahr vermindert werden dass Wasser in die sensiblen Bereiche des Bodens gelangt. Nicht zuletzt auch wegen diesem Detail wird der Tunnelbau von vielen Menschen als zu riskant abgelehnt.
Im Bild rechts sieht man ein aktuelles Foto aus dem sogenannten „Rettungsstollen“ direkt 50m unter dem Kernerviertel. Man erkennt hier bereits sehr gut im unteren Bereich die problematischen großen grauen Anhydritschichten! Diese Schichten haben die Eigenschaft das die nach Kontakt mit Wasser jahrzehntelang unaufhaltsam aufquellen. Jeder in der Region kennt zb. den Engelbergtunnel welcher alle Jahre wieder gesperrt werden muß, weil eben dort der Anhydrit seit Jahrzehnten quillt und den Druck auf den Tunnel erhöht! Weitere Hintergrundgeschichte: Der Wagenburgtunnel (eben genau neben dem jetzt geplanten Tunnel) sollte ursprünglich zwei Fahr-Röhren erhalten. Die zweite wurde nie fertig gebaut -> eben genau wegen dem Gipskeuper im Berg!
Am 04.03.15 wurde beim Wagenburgtunnel eine „Lockerungssprengung“ in einem der Zugangsstollen zu den zukünftigen S21 Tunneln in 50m Tiefe durchgeführt.
Ein kleines Video zum Vorgang:
Während der Sprengung und danach, wurde der Wagenburgtunnel gesperrt. Dort wurden Messungen vorgenommen um Veränderungen zu dokumentieren.
Am 09.03.2015 starb der deutsche Architekt, Architekturtheoretiker und Hochschullehrer Frei Paul Otto. Der für seine Konstruktionen im Leichtbau, mit Seilnetzen, Gitterschalen und anderen Elementen berühmt gewordene Stararchitekt, hatte auch eine dezidierte aber in diesen Tagen gerne verschwiegene Meinung zum Projekt Stuttgart 21. Als einer der nicht unwesentlich am Projekt beteiligten Architekten (immerhin entwarf er die sog. „Lichtaugen“) war er schon früh zur Erkentniss gelangt, dass „Stuttgart 21“ eine Zitiat: „Gefahr für Leib und Leben“ ist. Er forderte als einer der wenigen Aufrechten Planer von „Stuttgart 21“ daher schon 2010 den Stopp des Projektes! (siehe zb. 26.08.2010 „Stuttgart 21-Architekt fordert den sofortigen Baustopp“ – stern)
Die aktuellen Ereginisse rund um das Projekt scheinen Ihn in diesen Tagen zu bestätigen. Immer mehr Probleme vor denen Experten über die Jahre gewarnt hatten treten mittlerweile schon ein. Leider wurde diesem aufrechten Menschen, der Angesichts der Gefahren und Probleme (siehe zb. 26.08.2010 „Bahn soll bei Stuttgart 21 Notbremse ziehen“ – „Der Tagesspiegel“) nicht weiter schweigen wollte, nicht genug Glauben geschenkt. Statt dessen wird Seelenruhig zugeschaut wie die Bahn ihre (bestgeplanten) Pläne sowohl auf den Fildern als auch im Tal in Untertürkheim über den Haufen wirft! (Wenn schon neu, warum dann nicht gleich zur Abwechslung mal was gescheites neu Planen?) Unter aller Augen wird weiter an einem neuen „BER-im Schwabenländle“ gebaut.
Aber sollte das Motto nicht eher im Geiste Frei Ottos „Projektende Jetzt – Nicht erst wenn es zu Spät ist!“ heisen? Statt dessen -> „Wir können alles, auch ein eigenes Millardengrab.“?
Wem nutzt das? Hat man sich am Willi-Brandt-(nicht)Flughafen nicht schon genug schmerzhafte Erfahrungen gebaut? Jetzt ist immer noch genug Zeit für einen Moderiniserten Kopfbahnhof – mit Köpfchen, statt einem unterirdischen Schräghalt ohne Sinn und Verstand! Die Weichen sind gestellt. Der Ausbau der Bahnsteige zu 16 Gleisen mit Doppelten Bahnsteigen ist schon vorbereitet. Der Umbau des Daches zum innovativen, einladenen, weltoffenen und hellen Solarbahnhof ist begonnen. Der Umbau des Untergrundes unterm Kopfbahnhof zum wirklich ZENTRALEN Busbahnhof mitten im Herzen der Stadt ist begonnen. Jetzt vernünftig werden – der Schwabe ist doch noch nie gegen Weisheit im Alter gewesen! Man darf Fehler machen – solange man daraus lernt.
In eigener Sache Noch gibt es einige Blogartikel welche vor 2014 entstanden sind und noch nicht überarbeitet wurden. Dort finden sich noch Artikel in denen manchmal gar keine Bilder sind und deren Links auf nicht mehr vorhandene Picasa Verzeichnisse verweisen. Hier die Erklärung wie man sich ganz schnell und einfach selbst helfen kann. (Bilder anklicken zum vergrößern) sww – Suchen im Archiv weiterlesen →