Jung & Naiv: Noam Chomsky – The Alien perspective on humanity

Ein hörenswertes Interview vom Team „Jung & Naiv“ mit Noam Chomsky zu seiner Sicht auf die Menschheit. Zwar in Englischer Sprache aber recht gut in deutscher Sprache untertitelt (Zahnrad/Einstellungen unter dem Video nutzen). Das Komplette Interview übersetzt und transkribiert findet sich auch auf der Website von „Jung und Naiv“ (link)  


„Jung & Naiv – Politik für Desinteressierte“ ist ein interessantes Konzept mit einer etwas anderen erfrischend direkten Interviewtechnik. Seit Anfang 2013 werden die Videos vor allem auf YouTube veröffentlicht. Die Art und Weise der Interviewführung offenbart oft überraschende Antworten. Mit der Bekanntheit von J&N stieg auch rasant die Bekanntheit der Gesprächspartner. Mittlerweile geht das bis hin zu Personen wie Beispielsweise auch Glenn Greenwald. ( YouTube / Website / Facebook )

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Demo „Keine Abschiebung nach Afghanistan“

Impressionen vom Stuttgarter Schlossplatz

Alle Bilder im Archiv (link)Alle Bilder im Archiv (link)

Zwei kurze Videos von der Demonstration:


Die Demonstration richtete sich gegen die Kassifizierung Afghanistans als sicheres Herkunftsland und damit dem erlöschen von Asylansprüchen aller Flüchtlinge aus diesem Land.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Kostas das Buch!

Zugegeben, es ist nicht das erste und sicher auch nicht das letzte Buch aus der kreativen Feder des Karikaturisten Kostas Koufogiorgos. Nun aber fasst er Thematisch seine zahlreichen Karikaturen zum Immobilienprojekt „Stuttgart 21“ zusammen. Das erste Buch welches sich vorwiegend mit dem Thema befasste entstand 2011 in Zusammenarbeit mit  Monika Spang und trug den Titel „Frau Schächtele will oben bleiben“. Damals schon hatte sich Kostas Koufogiorgos intensiv mit diesem einschneidenden und damals wie heute in Stuttgart alles bestimmenden Projekt auseinandergesetzt und somit zahlreiche Illustrationen zu diesem 32 Seitigen Werk beigetragen. Das aktuelle heute veröffentlichte Werk zeigt 89 seiner über 160 Karikaturen zu und über das Milliardengrab Stuttgart 21 in einer limitierten Auflage von 100 Stück. (Leider schon vergriffen aber es wird – abhängig von der Nachfrage – eine weitere Auflage geben!) Kostas das Buch! weiterlesen

Kommentar: „Mann stirbt bei Wettessen fast an Bhut-Jolokia-Chili“

Vor ein paar Jahren boomten auch in Deutschland die Wettbewerbe im „Scharf Essen“, mittlerweile gehen sie glücklicherweise wieder etwas zurück. Hier steht meist im Vordergrund wer am meisten Scharfe Chilis, Chilisaucen und Extrakte zu sich nehmen kann bevor er oder sie sich übergeben muss. Fragwürdig war der Sinn solcher Veranstaltungen für mich als langjährigem Chililiebhaber schon immer. Ich verstehe zwar warum die Veranstalter diese Wettbewerbe machen, weil so viele Menschen dabei zusehen und es die Medien interessiert. Ich verstehe auch warum so viele dabei zusehen, es ist der gleiche Grund warum es auf der Autobahn bei einem Unfall immer Stau in der Gegenrichtung gibt. Auch die Medien interessieren sich nur aus Sensationslust und Schadenfreude dafür und warten seit Jahren bereits auf Ereignisse wie dieses Jahr „The Journal of Emergency Medicine“ berichtet.

img_7124Ein Mann nahm an einem Wettbewerb im Scharfessen teil und wurde danach mit einem Lebendgefährlichen Riss in der Speiseröhre ins Krankenhaus eingeliefert. Der Mann hatte zuvor (wohl unter anderem!) einen Hamburger mit einer „Ghost-Pepper“ Chilisauce zu sich genommen. (Und danach übrigens immerhin noch sechs große Gläser Wasser getrunken…) Der Kunstname „Ghost-Pepper“ bezieht sich hierbei meist auf die Chilisorte „Bhut Jolokia“ und galt von 2006 bis 2012 als die schärfste Chilisorte der Welt. Was der Mann davor bereits aß oder wie seine persönliche Vorbelastung aus Medizinischer Sicht war wird natürlich nicht groß berichtet. Natürlich interessiert das die Medien auch nicht den diese warten ja schon seit langem auf so eine Story und stürzen sich mit reißerischen Titeln wie „Mann stirbt bei Wettessen fast an Bhut-Jolokia-Chili“ auf die Geschichte. (Man beachte das kleine Wort „fast“ das natürlich schön weit hinten stehen muss…)

img_6846oNatürlich ist hier nicht mehr wichtig das dieses sogenannte „Boerhaave Syndrom“ äußerst selten vorkommt. Genauso wenig interessiert die Tatsache das selbst der Bericht im  „The Journal of Emergency Medicine“ erwähnt das dieses seltene Krankheitsbild meist allgemein mit starkem Erbrechen (warum auch immer!) zu tun hat und zb. auch beim sehr umstrittenen und gefährlichen Youtube-Trend „Zimt-Challange“ vorkommen kann. Nein da ist natürlich ein Satz wie dieser „Im „Journal of Emergency Medicine“ erschien nun ein Report über den Mann, der so scharf aß, dass sich ein Loch in die Speiseröhre ätzte.“ viel besser. Eine „Verätzung“ ist übrigens eine Verletzung durch Säure oder Lauge. Das für die Schärfe in Chilis verantwortliche Capsaicin ist allerdings weder eine Säure noch eine Lauge.   Das Boerhaave-Syndrom entsteht hingegen in der Regel durch einen plötzlichen und starken sowie unerwarteten Druckanstieg in der Speiseröhre bei gleichzeitig negativem Druck innerhalb des Brustkorbs. Das was dem Mann passierte ist also offensichtlich das glatte Gegenteil von „ein Loch in die Speiseröhre geätzt“! Aber was interessieren schon Fakten wenn man endlich eine Schlagzeile bringen kann.

blairs_swwFakt ist das scharfe Chilis in vernünftiger Form zu sich genommen keinerlei schädliche Wirkung zeigen. Seit vielen Jahren und in unzähligen Ländern beweist sich dies jeden Tag aufs Neue. Was sich natürlich auch täglich immer wieder (auf zb. Youtube) zeigt ist dass der extreme Missbrauch von Stoffen egal welcher Art gesundheitsgefährdend ist. Sei es nun Chili, Zimt, Alkohol oder auch nur Wasser in unnatürlichen Mengen. Lasst den Blödsinn doch einfach! Beweist euch selbst das ihr stärker seid als der Bullshit-Trend. Der wahre Chilihead braucht keinen Wettbewerb.

img_6375oIn diesem Sinne wünsche ich allen Chiliheads einen sensationsfreien und würzig scharfen Tag.
shake well – handle with care.
LoB

Kosten von „Umstieg 21“ – Das Gutachten!

Im Jahr 2008 ermittelte die VIEREGG-RÖSSLER GmbH im Auftrag der Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN im Gemeinderat der Stadt Stuttgart sowie des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Baden-Württemberg die aus damaliger Sicht wahrscheinlichen Baukosten für das Projekt Stuttgart 21 und nahm hierbei die später von der DB AG eingestandene Kostenprognose aus dem Jahr 2012 von 6,8 bis 6,9 Mrd EUR schon 3 Jahre früher vorweg. (Ermittlung der wahrscheinlichen Kosten des Projekts Stuttgart 21, Juli 2008)

Im Dezember 2015 aktualisierte die VIEREGG-RÖSSLER GmbH im Auftrag des Aktionsbündnisses die Kostenstudie von 2008, denn inzwischen haben sich einige Ausgangsdaten verändert. Dies betrifft insbesondere zusätzliche Baumaßnahmen auf den Fildern sowie erhebliche bislang noch nicht in den Kosten berücksichtigte Schwierigkeiten beim Bau des eigentlichen Bahnhofs. Außerdem wurden neuere Preisstände aufgrund der eingetretenen Verzögerungen berücksichtigt. Die neue Kostenprognose beläuft sich nun auf 9,8 Mrd EUR.

Im Januar 2016 erhielt die VIEREGG-RÖSSLER GmbH einen Folgeauftrag, basierend auf der Kostenstudie von Dezember 2015 nun die Ausstiegskosten zu ermitteln. Demnach betragen die reinen Ausstiegskosten zum Stand Januar 2016 rund 1,5 Mrd EUR. Hierbei sind die Kosten für die bisher schon realisierten Maßnahmen, die Kosten für den Vertragsausstieg, verlorene Planungskosten sowie die Kosten für die Wiederherstellung der vollen betrieblichen Funktionalität des ursprünglichen Kopfbahnhofs enthalten. Die DB AG muß außerdem 324 Mio EUR an die Stadt Stuttgart zahlen, um die 2001eingegangenen Grundstücksverträge rückabwickeln zu können. Dieser Betrag stellt für die Stadt Stuttgart eine Einnahme dar, für die DB AG eine Ausgabe und ist nicht Teil der reinen Ausstiegskosten. In den nächsten 20 bis 30 Jahren sind Sanierungen der bestehenden Bahnanlagen mit Kosten von 0,4 Mrd EUR erforderlich, die bei Weiterführung von Stuttgart 21 verzichtbar wären.

Es gibt diverse Ideen und Vorschläge, welche Projekte nach dem Baustopp von Stuttgart 21 stattdessen realisiert werden könnten. Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 hat eine Broschüre „Umstieg 21“ vorgelegt, in dem ein ganzes Bündel derartiger Vorschläge präsentiert und erläutert werden. Vom Aktionsbündnis wird diese Broschüre als Diskussionsbeitrag zu möglichen Umstiegs-Projekten verstanden. Es gibt darüberhinaus eine ganze Reihe von weiteren Vorschlägen, auch von der VIEREGG-RÖSSLER GmbH: Das Konzept K21-VR setzt den Fokus stärker auf den Fernverkehr mit Neubaustrecken von Zuffenhausen zum Kopfbahnhof und weiter bis Wendlingen, während bei Umstieg 21 der Fokus mehr auf dem Ausbau des Nahverkehrs und auf der Engpassbeseitigung liegt. Allen diesen Überlegungen ist gemein, dass Teile der schon realisierten Baumaßnahmen auch für die alternativen Konzepte umgenutzt werden können und bestimmte Baumaßnahmen im Falle des Umstiegs sogar weitergebaut werden müssen, weil sie Bestandteil der Alternativkonzepte sind.

UMSTIEG_JETZT_oIn der aktuellen Studie (link) hat das Büro Vieregg-Rössler GmbH nun detailliert die Kosten des Umstieg 21 ermittelt.

Die „Umstiegskosten“ setzen sich zusammen aus den „reinen Ausstiegskosten“ plus den zusätzlichen „Umstiegskosten“. Die Ausstiegskosten betragen zum aktuellen Stand des Baufortschritts 1,8 Mrd EUR. Die Umstiegskosten betragen entsprechend der Darstellungen aus Kapitel 3 rund 1,2 Mrd EUR, in der Summe sind das 3 Mrd EUR.

Wie schon in der Studie zu den Ausstiegskosten von Januar 2016 dargestellt, ergeben sich noch die folgenden weiteren Kosten:

  • 324 Mio EUR, die die DB AG an die Stadt Stuttgart zur Rückabwicklung der Grundstücksverträge zahlen muß – für die Stadt Stuttgart ist dieser Betrag eine Einnahme
  • 350 Mio EUR für Sanierungsmaßnahmen in den nächsten 20 bis 30 Jahren, reduziert um einen Teil der Kosten der beim Konzept Umstieg 21 ohnehin erforderlichen Baumaßnahmen, etwa den Umbau des Tunnelgebirges im Rahmen des Ausbaus nach Bad Cannstatt. (In der VR Ausstiegsstudie von Januar 2016 wurden 400 Mio EUR ausgewiesen.)

Ein Weiterbau kostet 9,8 Mrd EUR (Gesamtsumme VR-Studie Dezember 2015) minus 1,8 Mrd EUR (schon investiert), das ergibt genau 8 Mrd EUR. „Umstieg 21“ kostet ab jetzt incl. der in den nächsten 20 Jahren erforderlichen Sanierungsmaßnahmen, aber ohne die nur aus der Sicht der DB AG anfallenden Kosten für die Rückabwicklung der Grundstücksverträge rund 1,5 Mrd EUR. Somit kostet der Weiterbau ca. 6,5 Mrd EUR mehr als der „Umstieg 21„.

martin-viereggs-kostenvergleichWeitere Informationen:
Vieregg-Studie „Umstieg 21“ – PDF
Umstieg 21 im Detail – LINK
PM-zur-Sitzung-des-Bahn-Aufsichtsrates – PDF
Beitrag von Dr. Eisenhart von Loeper – PDF

Prof. Dr. Christian Böttger zu den Projektkosten – PDF
Prof. Dr. Heiner Monheim zur Verkehrspolitik – PDF

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Neues vom Krumm & Schief Bau

Satire
Na da hat der Stuttgarter Wasen mal seine humorvolle Seite gezeigt. Offensichtlich wurde, wahrscheinlich nur aus rechtlichen Gründen, auf direkte und wörtliche Erwähnung von Stuttgart 21 verzichtet. Ansonsten ist die humoristische Anspielung kaum zu übersehen. Bis ins kleinste Detail trifft die Bude auf dem Cannstatter Volksfest wie die Faust aufs (Licht)Auge des Immobilienprojekts.  Übers marode Grundwassermanagement (GWM), die freischwebenden Lasten über den Passanten bis hin zum Bierkasten („Oettinger – schon das Bier war Scheiße“) passt fast alles.

Mehr Bilder im Archiv (link)

Gratulation zur gelungenen Parodie des Halb-Schräg-Tiefhaltepunktes.
Damit aber genug gelacht -> Umstieg21 weils Sinn macht.

PS Danke an den „Bieger der Südfrüchte“ für diesen tollen Tipp!

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Fotografie, Berichte, Dokumentationen