Archiv der Kategorie: Stuttgart21

Demo am Montag an der ehemaligen Württembergischen Eisenbahndirektion

Am Montag gegen 18:45 fanden sich viele Stuttgarter Bürger zur Demonstration am vom Abriss bedrohten Denkmalgeschützten „H7“ der ehemaligen Württembergischen Eisenbahndirektion ein.
Seit einigen Tagen wir diese bereits Entkernt und dürfte schon lange nicht mehr so aussehen wie zum Zeitpunkt ich sie im letzten Jahr dokumentieren konnte.

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Während der Kundgebung wurde das Gebäude von etlichen Polizeieinheiten geschützt. Mir war aber zu keiner Zeit eine „Bedrohung“ durch die Demonstranten aufgefallen. Meiner Kenntnis nach war der aktive Schutz nicht nötig, zumal das Gebäude ja durch einen privaten Sicherheitsdienst geschützt wird der sicher auch seine Daseinsberechtigung haben sollte.

Ein Video der Demo von cams21.de:
http://static.bambuser.com/r/player.swf?vid=2560095

Mehr Bilder von der Montagsdemo

Besuch bei den Bäumen – Stadtgärtnerei Fasanenhof

Am 15.04.12 veranstalteten einige Bürger eine Fahrradtour von Vaihingen zur Stadtgärtnerei Stuttgart am Fasanenhof.
Dort wurden im Rahmen der Abholzung des Stuttgarter Schloßgartens einige Bäume eingesetzt und auch viele der sogenannten „Kunstbäume“ werden dort gelagert.

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Trotz des eher nicht gerade Radtourgeeigneten Wetters trafen sich dann rund 40 Bürger aus Möhringen, Vaihingen, Degerloch und weitere Interessierte gemeinsamen Führung an der Gärtnerei. Im Gegensatz zur sonst üblichen Praxis der wortlosen Ablehnung solcher Anfragen, hatte sich hier der Bezirksleiter Filder – Herr Thomas Monetha freundlicherweise für eine Führung angeboten. Hier für möchte ich auch noch einmal Danken den normalerweise werden solche Bürgeranfragen sofort abgeschmettert oder schlicht ignoriert. Hier zeigte sich aber, das Herr Monetha durchaus offen für auch kritische Themen war, und er es auch nicht bedauerte, seinen Sonntag dafür auf dem Altar der Bürgerfreundlichkeit geopfert zu haben.

Die Bäume die dort untergebracht wurden sind unter anderem auch die beiden Geschichtsträchtigen Widerstandsbäume. Unter den sogenannten Kunstholzstücken, die dort lagern, sind auch einige sehr bekannte Bäume die so mancher aus dem Schlossgarten kennt. Teils weisen sie Mannshohe Stamm-Durchmesser auf. Zu den dort weggestellten Bäumen (die Bahn nennt es „verpflanzt“) war die Aussage das diese nun ein Jahr lang in Verantwortung der „pflegenden“ Firmen liegen und sie Stadtgärtnerei sich in diesem ersten Jahr aus Gewährleistungsgründen komplett heraushält. Auch äusserte Herr Monetha Bedenken ob alleine schon das Gießwasser das nötig werden wird überhaupt von jemandem bezahlt werden wird oder auch in Ausreichender Menge gegossen werden wird. Seit dem Einpflanzen wären die Bäume bisher nur zweimal gegossen worden was seiner Ansicht nach natürlich nicht genug war. Zu Verträgen könne er aber keine Aussagen treffen da er keine Verträge kennt. Auch zu den Besitzverhältnissen der „Kunstbäume“ konnte er keine Aussage treffen. Genauso wenig zu weiteren Verfahren der Vergabe dieser Bäume an Künstler, da er auch keine Infos dazu von der DB erhalten würde.

Auf dem Gelände der Stadtgärtnerei wo jetzt die Bäume stehen wurden früher Pflanzen angebaut – mittlerweile ist die Produktion komplett auf Topfhaltung in Gewächshäusern umgestellt worden. Das Gelände soll über kurz oder lang einer anderen Bestimmung zugeführt werden – evtl. wird an dieser Stelle ein See (Biotop oder Parkanlage!?) entstehen. Den Bäumen sagte er teilweise eine sehr gute Chance zu da der Untergrund bereits nach 1,5m Grundwasser aufweisen würde – die Bewässerung also evtl. dann ausreichen würde. Aber einigen der größeren Bäume konnte er nicht viel Chancen zugestehen. Zitat „Wir waren alle schockiert in welchem Zustand die Bäume hier angekommen sind“. Dabei bezog er sich auf den Rückschnitt der nötig war damit die Baumtransporte den sehr langen Weg vom HBF bis zum Fasanenhof überhaupt schaffen konnten (Brücken, Unterführungen, Enge Kreuzungen usw.)

Stitched PanoramaDer Besuch endete in einem Kulturellen Teil zu dem wir auch freundlicherweise (Thema – Regen) eines der Gewächshäuser nutzen durften.

Diese vielen großen Bäume da liegen zu sehen war zwar nicht einfach aber die freundliche Art die Herr Monetha den Menschen gegenüber zeigte machte es doch einfacher – würden sich mehr Menschen im Umkreis des Projektes so freundlich zeigen würde die DB einen wesentlich besseren Ruf geniesen.

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Update 18.04.12
Video des Besuchs http://bambuser.com/v/2563251 von cams21

Offener Brief an OB-Kandidatin Bettina Wilhelm

Matthias von Herrmann (Pressesprecher der Gruppe Aktive Parkschützer) schreibt:

Rückabwicklung des Gleisflächen-Kaufs zum finanziellen Wohle der Stadt?
Stuttgart, den 13.04.2012

Sehr geehrte Frau Wilhelm,

Sie bewerben sich um das Oberbürgermeisteramt in Stuttgart, da interessiert es uns, wie Sie zu aktuellen Fragen in der Stadt stehen: Vor zwei Wochen entschied der Stuttgarter Gemeinderat erneut über das Bürgerbegehren ‚Ausstieg der Stadt aus dem Projekt Stuttgart 21‘, das von 35.000 Bürgern unterschrieben wurde.

Um das Tunnelprojekt Stuttgart 21 zu ermöglichen, hat die Stadt Stuttgart nicht nur direkte finanzielle Beteiligung zugesagt, die Stadt hat auch das Gleisvorfeld des bestehenden Bahnhofs als vermeintliches Bauland gekauft – und hat damit ein ausgesprochen schlechtes Geschäft gemacht.

Auf den teuer bezahlten ‚Baugrundstücken‘ werden wohl auch in den nächsten hundert Jahren Züge fahren, denn Bahngleise dürfen nicht einfach abgebaut werden. Die Stuttgarter Netz AG hat bereits angekündigt, dass sie den Kopfbahnhof für zukunftsweisend hält und ihn weiter betreiben wird, sobald die Bahn ihn aufgibt – das kann ihr niemand verwehren, so sagt es das Allgemeine Eisenbahngesetz (AEG) und so ist es in einschlägigen Referenzurteilen bestätigt.

Um zu vertuschen, dass der Kopfbahnhof und sein Gleisvorfeld nicht einfach stillgelegt und zu Bauland gemacht werden können, behauptet die Bahn, der neue Tunnelbahnhof sei leistungsfähiger als der bestehende Kopfbahnhof. Dass es gerade umgekehrt ist, hat im November letzten Jahres auch des Verkehrsministerium offiziell bestätigt. Die kürzlich von den Ingenieuren22 gefundenen Unterlagen belegen, dass die Bahn schon seit 1997 weiß, dass Stuttgart 21 deutlich weniger leistet als der bestehende Kopfbahnhof, dass dieser Kopfbahnhof also nicht stillgelegt werden kann, da der Rückbau von Bahninfrastruktur nicht zulässig ist.

Alles in allem ist festzuhalten, dass der noch amtierende Oberbürgermeister Wolfgang Schuster auf Kosten der Stadt gründlich betrogen wurde: Er hat weitgehend ‚wertlose‘ Gleisflächen zum Preis von teurem Bauland gekauft und so de facto der Bahn viel städtisches Geld geschenkt.

Das im Bürgerbegehren vorgeschlagene Vorgehen bietet der Stadt die Möglichkeit, aus diesem für die Stadt sehr nachteiligen Geschäft wieder herauszukommen. Wird Stuttgart 21 gestoppt, so muss die Bahn weit über 700 Mio. € an die Stadt Stuttgart zurückzahlen (459 Mio. € Kaufpreis + Zinsen), das ist vertraglich festgelegt. Durch die Anfechtung der grundgesetzwidrigen Mischfinanzierung kann die Stadt Stuttgart nicht für eventuelle Ausstiegskosten haftbar gemacht werden.

Würden Sie in dieser Sache im Sinne des städtischen Haushalts entscheiden? Wie würden Sie mit dem Bürgerbegehren ‚Ausstieg der Stadt aus dem Projekt Stuttgart 21‘ umgehen? Sollte die Stadt Stuttgart ihre Mitgliedschaft im „Projekt Stuttgart 21“ förmlich beenden, indem sie sich gegenüber den Projektpartnern auf die Verfassungswidrigkeit der Mischfinanzierung beruft, die Projektverträge kündigt und weitere Zahlungen unterlässt?

Mit freundlichen Grüßen
Matthias von Herrmann

Hintergrundinfos der NetzAG und Originalbrief incl. Links

Es ist ein Kreuz mit der Toleranz in Stuttgart

Klar, keiner muß unbedingt verstehen warum manchen Menschen 100erte Jahre alte Bäume wichtiger sind als Betonbauten, aber warum kann man nicht einfach respektieren was anderen Menschen wichtig ist?

Im Rahmen einer Kunstinstallation am 09.03.12 wurden 170 Kreuze zum Gedenken an die gefällten Bäume aufgestellt.

Die Aktion wurde selbst von der Polizei aufgenommen und akzeptiert

Doch scheinbar waren am 07.04. gegen 3 Uhr Nachts einige Stuttgarter doch überfordert damit diese Kreuze einfach stehen zu lassen.
Danach war nur noch wenig davon übrig.

Genau genommen erstaunlich -> 170 Kreuze einfach weg!
Rechnet man mit ca. 2cm dicken Latten wäre das schon ein Stapel mit 3,4 Meter Höhe!
Es ist also richtig Arbeit das alles wegzutragen.

Wie tief sind mittlerweile die Gräben in der Stuttgarter Bevölkerung wenn selbst ein paar rote Kreuze nicht mehr toleriert werden können!?
Heiner Geißler warnte davor und meinte das mit „seiner Schlichtung“ abwenden zu können. Er ist offensichtlich gründlich gescheitert!
Die Gräben sind tiefer als jemals zuvor – die Bevölkerung tief gespalten.

Die Künstlerin hinter dieser Aktion nimmt ihre Arbeit sehr Ernst. Sie prüft nun rechtliche Schritte in dieser Sache und berät sich mit Kunstexperten bezüglich dieser Kunstschändung.

Rosensteinpark – Stuttgarter Historie wird abgeholzt

Zumindest in Teilen beim Bau des Rosensteintunnels und des Tunnelmundes für Stuttgart 21

Kann ja nicht sein?
Noch nie gehört?
Unglaublich?

Tja damit man sich diese beiden Großprojekte besser vorstellen kann hat Klaus Gebhard versucht dies in einigen wenigen Folien darzustellen.

Dort stellt er zum einen den Verlauf der Trassen bei S21 dar:
© Klaus Gebhard
und eine neuere Grafik aus Mitte 2012:
© Klaus Gebhard

Genauso wie mögliche Alternativplanungen beim Konzept K21, bei dem der bereits vorhandene alte Rosensteintunnel benutzt würde:
© Klaus Gebhard

Und in diesem Bild zusätzlich die Beeinträchtigung der Landschaft durch den Rosensteintunnel:
© Klaus Gebhard
Durch die Transparente Darstellung erkennt man ganz gut die beeinträchtigten Bereiche der bisherigen Vegetation.
Die Bäume die gefällt werden müssen und die große Beeinträchtigung der bisher dort vorhandenen und rege genutzten Fuß- und Radwege.

Die Grafiken auf der Stuttgarter Seite zeigen den Verlauf des Rosensteintunnels recht anschaulich:

© stuttgart.de

© stuttgart.de

Neben den tiefen Einschnitten in die Natur, ist auch vielen Menschen nicht bewusst, dass auch eine sehr Charakteristische Brücke entfallen wird.
© Klaus Gebhard(und wahrscheinlich allen Bäumen die man in diesem Bild sieht.)

Aber in Zukunft werden die Fußgänger auch bei S21 weiterhin an dieser Stelle über den Neckar kommen – und zwar über diese Brücke, die Klaus Gebhard hier eingeblendet hat:
© Klaus Gebhard
(unter der Brücke sieht man den abgehängten Fußgängersteg)

Quellen:
http://www.stuttgart.de/item/show/406157
Materialsammlung von Klaus Gebhard

Hier nun auch zwei Videos Link 1 und Link 2 eines Vortrages von Kaus Gebhard zu genau diesem Thema – Danke an Walter Steiger!

Hintergrundinformationen:
Rosensteintunnel

Siehe auch Der Rosenstein – ein Park mitten in Stuttgart

Neustart bei cams21

Alles neu macht der April …
Seit heute (nach ein paar technischen Problemen) kleidet sich die  Webseite von cams21 in ein neues Gewand!

Die neue Seite ersetzt die einstmals spontan und von Hand in HTML gezimmerte Homepage.

Die Leistungsfähigkeit erhöht sich und wird flexibler, während sich cams21 inhaltlich, medial und personell deutlich weiterentwickelt …

Offener Brief zum Betretungsverbot im Mittleren Schlossgarten

Am 15.02.12 war der Tag der Räumung des Mittleren Schlossgartens in Stuttgart – und damit der Beginn zur Zerstörung des Parks.
Nun erhielt ein Bürger einen Bußgeldbescheid, in dem ihm vorgeworfen wird, durch seine Anwesenheit entgegen den Aufforderungen der Polizei, „als Fußgänger“ eine Ordnungswidrigkeit begangen zu haben. Dafür erwartet man die Zahlung von 123,50 €

Der Einspruch an die Bußgeldstelle der Landeshauptstadt Stuttgart ist hier dokumentiert … zur Information und zur eigenen Nutzung …

Quelle: http://parkschuetzer.de/statements/126910
Dort ist auch die Freigabe zur Nutzung des Briefpapiers und des Textes für alle Betroffenen

Um was geht es eigentlich:
Allgemeinverfügung und Betretungsverbot

weitere Links zum Thema:

Maier ./. Landeshauptstadt Stuttgart wegen Aufenthalts- und Betretungsverbot Mittlerer Schlossgarten
(Allgemeinverfügung der Stadt Stuttgart vom 22.12.2011)

Transparenter Neuanfang oder weiterwursteln

Das Versagen des Artenschutzes

Stoppen Sie die geplante Rodung des Schlossgartens

Artenschutz im Schlossgarten: Kefer-Zoo oder Flohzirkus

EDIT 02.03.12 14:30
Der Blog BAA schreibt dazu nun auch einen Artikel und bittet:

Meldet euch beim AK Jura jura(at)unser-park.de. Lasst uns gemeinsam überlegen, wie wir auch ggf. vor Gericht uns den Raum nehmen, um auf das Unrecht, das hier in Stuttgart geschieht, hinzuweisen.