Nun man benötigt schon etwas Selbstbeherrschung wenn man die Reviews zu Mitch Epsteins Buch über Bäume in New York liest. Jedenfalls ging es mir so als ich in der Süddeutschen Zeitung über „New York Arbor“ gelesen habe. Der Fotograf beschäftigte sich im Jahr 2011/12 damit Bäume und deren Geschichte in New York in großformatigen Schwarz/Weis Aufnahmen zu porträtieren. Er versucht dabei die Besonderheit von Bäumen aufzuzeigen die mit und in einer Großstadt gewachsen sind – ihre Geschichten geteilt und mitgetragen haben. (vergleiche) Teils makabere Geschichten teils Lebensfrohe – Bäume wie sie eben das Leben und die Stadt geprägt hat. Bedenkt man wie genau in dieser Zeit und auch aktuell immer noch weiter unter „grüner“ Stadtführung und „grüner“ Landesführung, hier in Stuttgart mit eben solchen Geschichtsträchtigen Bäumen mitten in der Stadt umgegangen wird könnte man durchaus die Beherrschung verlieren.
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Während andere Städte ihren gewachsenen Erinnerungen – ihren lebenden Zeitzeugen – ihren Begleitern durch die Geschichte, Ehre erweisen – ihnen ein Buch widmen – ihre Geschichten hochleben lassen – wird in Stuttgart alles Platt gemacht was nicht in die Betonwüste der neuen schönen (?) Welt zu passen scheint. Natürlich wäre es nicht gerade angebracht gewesen in den Vordersitz des Flugzeuges zu beißen als ich den Bericht über dieses Buch las – wahrscheinlich wäre ich dann sofort von einem Sky-Sheriff oder wie die Typen genannt werden betäubt und nach Containamo verschleppt worden. Daher unterließ ich jegliche Reaktion und dachte mit nur – Traurig – und Stuttgart will so eine tolle Stadt sein dabei merkt sie nicht wie unglaublich Rückständig und Dumm Sie sich entwickelt hat.
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Ich habe dieses Buch selbst zwar noch nicht gesehen – weiß auch noch nicht ob ich mir das schon anschauen kann – aber ich bin sicher es ist sehenswert. Wer gerne lieber noch mehr von Menschen die es schon gesehen haben etwas lesen möchte, kann sich hier ein Review durchlesen oder auch ein paar Beispiele anschauen.
Mitch Epstein New York Arbor Steidl,Spring 2013 ISBN: 978-3-86930-581-3
„Nieder zur Erde, ihr herrlichen Bäume, im Schlossgarten und im Rosensteinpark. Auf eure grüne Leiche mit sinnlosem Tun, tritt die Grün/Rote Landesregierung und sie schämt sich nicht.“
Die Wilhelma lud ein und die Freunde und Förderer der Wilhelma folgen – so auch ich heute Morgen. Nach vielen Monaten Verzögerung (früher erzählte man von einer Eröffnung Herbst 2010!) und heute scheinbar obligatorischen Kostensteigerungen (ursprünglich sollten es 13Mio. sein. Davon wurden alleine 6,5 Mio + später nochmal 1,5 Mio von den Mitgliedern des Fördervereines selbst getragen! Letztlich sind es heute angeblich 22 Mio. geworden. Quelle zb. STN) ist man ja gespannt wie es den nun geworden ist. Leider konnte ich keinen der Bewohner zu einem Meinungsbild überreden daher muß man nun hier mit meinen eigenen Eindrücken vorlieb nehmen. Leider fallen diese nicht sonderlich Positiv aus.
Das innere zu fotografieren ist bisher nur ausgewählten Alt-Medien gestattet worden trotzdem konnte ich im Twitterdienst zwei Bilder finden welche ich mit freundlicher Erlaubnis hier oben mit eingebunden habe. Mein Eindruck lässt sich aber auch mit den Bildern die ich von außen machen durfte unterstreichen. Im Inneren war ich sehr überrascht vom kalten abweisenden Betonstil der hier leider ziemlich konsequent bis hin zu „Beton-Gucklöchern“ im Aussenbereich durchgezogen wurde. Ganz anders als bei sehr vielen anderen modernen Anlagen welche versuchen von dem Stil des letzten Jahrhunderts weg und wieder hin zu einer Natürlichen Anlagengestaltung kommen wollen wurde hier auf Nackten Beton und Krankenhaus-Atmosphäre gesetzt.
Den „Abschuß“ bildet meiner Ansicht nach aber ein Geldspender welcher für Kinder gedacht ist und baugleich wie ein Futterspender im Affenbereich gestaltet ist. Die Aufgabe für Affen ist Futter mittels Stäben durch einen Glaskasten zu manövieren – für die Kinder soll das mit gespendetem Geld der Erwachsenen funktionieren. Weiß nicht ob ich darüber nur lachen soll oder mich auf die ersten Studien freuen welche dann den Erfolg der Kinder (inteligenz heutiger Kinder) dem dem Körpergewicht der Erfolgreichen Affen gegenüber stellt…
Der ziemlich kurze Gang im Inneren ist zwar mit viel Licht durchflutet, aber trotzdem zu dunkel für die Pflanzen welche dort einen Hauch Natürlichkeit vermitteln sollen. Daher werden diese auch permanent durch Kunstlicht angestrahlt. Zusammen mit einer Schräg gestellten Glasfläche (was wohl den Kindern mehr Raum zum nach vorn stehen geben soll da die Erwachsenen weiter weg bleiben müssen) ergibt sich durch die hell erleuchteten Pflanzen allerdings eine ständig verspiegelte Glasfläche. Die helle Raumgestaltung durch die großen Fensterflächen lässt zwar den altbackenen Betonstil freundlicher erscheinen, aber wenn man sich das an einem Sonnigen Hochsommertag vorstellt und dazu bedenkt das dieses neue Gebäude aber ohne Lüftung oder gar Klimaanlage gebaut ist lässt sich da durchaus auch schon ein Problem erahnen. Da hilft dann auch ein kleiner Kinosaal und etliche Touchscreen Displays fürs Virtuelle Erlebnis nicht so recht drüber weg. Mal abgesehen davon das bereits ca. 30 Minuten nach dem Öffnen mindestens einer der Bildschirme auf einer Windows-Fehlermeldung stand…
Gut die Tiere scheinen viel Platz und Bewegungsraum zu haben – auch im Aussenbereich welcher allerdings nicht nur für die Besucher noch nicht fertig ist sondern auch den Tieren noch nicht zur Verfügung steht. Im Aussenbereich fällt zuerst auf das der größte Teil noch lange nicht fertig zu sein scheint. Im Tierbereich zeigen herumliegende Leitern und im Besucherbereich etliche noch nicht bepflanzte Gebiete dies recht deutlich. Die Teile die man schon begehen darf begeistern zwar auf den Ersten Blick durch sehr umfangreiche Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere, aber die meiner Ansicht nach unglaublich hässlichen Betoneinbauten in den ansonsten eigentlich sehr schöne Drahtseilkonstruktion haben mich schon sehr enttäuscht. Zudem zeigt der noch nicht mal dort fertiggestellte Zaun am Rand, fehlende Türen und jetzt schon abbröckelnde Beton nicht gerade das beste Bild einer Anlage welche gerade eben für die Mitglieder eröffneten Anlage.
Zu guter letzt noch etwas zu den zahlreichen Schautafeln – sie erscheinen sehr ausführlich und liebevoll gestaltet. Sehr gut zu lesen und anschaulich im Design. Den Kindern wird an diversen Handläufen mit fühlbaren Fußabdrücken von Affen und auch einigen anderen fühlbaren Erlebnissen ein interessantes Bild vermittelt.
Die Villa Berg ist eine Landhausvilla welche 1853 von Christian Friedrich von Leins im italienischen Stil der Hochrenaissance erbaut wurde. Sie umgibt der Landschaftspark, Villa Berg.
Die Villa war die Sommerresidenz des württembergischen Kronprinzen- und späteren Königspaar Karl und Olga. Die Stadt Stuttgart erwarb die Villa 1913 von den Erben und ließ sie 1925 renovieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging sie in den Besitz des Süddeutschen Rundfunks über, der sie vereinfacht wieder aufbaute (großteils entkernt und zu Studioräumen und einem Sendesaal ausgebaut). 2007 erwarb sie die Häussler-Gruppe welche kurz darauf in Insolvenz ging. Seit 2010 gehört sie der PDI – Property Development Investors GmbH einer Düsseldorfer Immobiliengruppe. Mittlerweile Mitte 2013 ist die Rede von einer Renaturierung des Parks, dem Abriss der SWR Studios und der Renovierung der Villa. Wobei auch Stimmen wie die vom Fraktionsvorsitzenden von B’90/Die „Grünen“ Peter Pätzold aufkommen welcher lieber einen Ausbau der alten SWR Studios zu 160 Wohnungen sehen würde anstatt in die Villa und ihren Park zu investieren.
Hier ein paar weitere Eindrücke von diesem Naherholungsgebiet mitten in der Innenstadt Stuttgarts – viele „Grüne“ Rückzugsräume gibt es nicht mehr in Stuttgart…
Heute stellten Martin Körner, Markus Merz und Helmut Nanz das Zukunftskonzept vor. Gablenberger-Klaus-Blog war dabei, er berichtet: „Abriss der ehemaligen Fernsehstudios des SWR und Renaturierung des Geländes. Das Gutbrodgebäude soll erhalten bleiben. Wohnungsbau am Rande des Parks mit bezahlbarem Wohnraum auf dem Betriebshofes des Garten-, Friedhofs- und Forstamts.“ siehe sein Blog-Beitrag zum Thema
Laut diesem Artikel der Berliner Morgenpost fordert nun in Berlin die SPD einige Auflagen und Einschränkungen bezüglich dem Einsatz von „Pfefferspray“ bei Demonstrationen. Die eigentliche Intension Pfeffersprayeinsatz generell zu verbieten scheint die SPD schon selbst unrealistisch zu finden, da sie selbst schon direkt Alternativwege aufzeigt.
Archivbild 30.09.10 – Tränengas-Einsatz
Was man sich unter „protokollieren und dokumentieren des Einsatzes“ vorstellen kann wissen wir hier spätestens seit dem 30.09.10 als in der offiziellen PK der Polizei offensichtlich scheinbar verfälschte Videos der Polizei auftauchten (erkennbar an Zeitstempeln usw.).
Archivbild 30.09.10 – Tränengas-Einsatz
Auch in Gerichtsprozessen zeigt sich dies, in denen zb. cams21 (unabhängig dokumentierte) Videos Menschen entlasten aber die zig vorhandenen aus allen Richtungen mitlaufenden Polizeikameras angeblich „zufällig“ nie irgendwas verwertbares zeigen. Genauso die „medizinische Begleitung des Einsatzes“ – ist das dann in der Praxis vergleichbar mit den „Anti“-Konflikt-Teams der Polizei? Wo sich heute derselbe Polizist eine Weste anzieht welcher gestern noch selbst der Hauptgrund eines Konflikts war? Oder wenn die „Anti“-Konflikt-Teams „zufällig“ gerade dann nicht zu zu finden sind wenn es Ärger gibt damit sie nachher reinen Gewissens sagen können „Ich hab nichts davon gesehen“? Hat dann der vermummte voll gepanzerte „Ärztliche Begleiter“ des Einsatzes, neben dem MediRucksack direkt auch ein 5 Liter Pfefferspray am Gürtel? Oder trägt er an geraden Wochentagen einen einen Reizgas-Behälter und an ungeraden Wochentagen einen Medizin-Rucksack? Wie darf man sich das vorstellen? Eindrücke davon hat man ja auch am besagten 30.09.10 kennen gelernt – da wurde den unabhängigen(?) Rettungskräften stundenlang strickt verboten in die Nähe des Geschehens zu fahren. Später wurde dann, viele Stunden NACH dem Einsatzbeginn, ein verlogenes Medizincamp aufgebaut bei dem man sich wohl erhoffte das es in die Pressebilder einfließt.
Archivbild 01.05.13 – Schlagstockeinsatz
Nach dem was ich nun am 1.Mai in Stuttgart von der Polizeistrategie mitbekommen habe, bin ich doch SEHR unsicher ob ein Verbot von Pfefferspray wirklich, auch nur Ansatzweise, der sinnvolle Weg ist! Wenn dann statt dessen wieder mehr „Schlagstock-Einsatz“ stattfindet (Hier übrigens unter der Leitung eines ebenso SPD zugehörigen Innenministers), dann kann ich nicht erkennen wie damit das generelle Problem auch nur angesprochen werden könnte! Das eigentliche Problem ist in einem schönen relativ neutralen Wort auszudrücken: „Unverhältnismäßigkeit“! Nicht die Waffe ist das Problem sondern die Hand welche sie einsetzt.
In der Hohenstaufenstraße kam es dann am Marienplatz zu Schlagstock und Reizgaseinsatz in deren Folgen laut Demosanitätern ca. 20 Personen versorgt werden mußten. Mindestens 2 Personen zogen sich Platzwunden am Kopf zu. Siehe auch BAA
Die Grünen fordern Aufklärung Anmerkung an die „Ermittler“: es existieren NUR die Bilder die man hier sehen kann! Pressevertreter stehen unter einem besonderen Schutz vor Staatlicher Repression nur dann können wir frei berichten. Was ist den das Grundgesetz überhaupt noch wert? Auch wenn Sie mich wieder (wie bezüglich des 20.06. auch damals schon ungerechtfertigt) durchsuchen, werde ich mich in meiner Öffentlichkeitsarbeit niemals einschüchtern lassen!