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Verdacht der rechtwidrigen Einflussnahme auf Weiterbauentscheidung bei S21 erhärtet

Pressemitteilung

Nach weiteren „Entschwärzungen“ der Kanzleramtsdokumente
Verdacht der rechtwidrigen Einflussnahme auf Weiterbauentscheidung erhärtet

Das Aktionsbündnis gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 findet sich im Prozessergebnis um die Freigabe geschwärzter Vermerke voll bestätigt. Die weiteren nun einsehbaren Passagen des bisher geheim gehaltenen Dokuments zeigen, dass es in der Sache massive, wenn auch diplomatisch formulierte Forderungen gab, Verkehrs-Staatssekretär Odenwald solle seine begründete Forderung der ernsthaften Prüfung des Ausstiegs aus dem Projekt aufgeben. Obwohl es den Staatssekretären darum ging, bei Stuttgart 21 „vor dem Hintergrund der Entwicklung beim BER eine möglichst belastbare Finanzierung gewährleisten und Risiken soweit wie möglich ausschließen“ zu können, sollte sich das Verkehrsministerium die Meinung des Bahnvorstands zu eigen machen. Dieser votierte dann trotz der enormen Kostensteigerung für Weiterbau.

Die jetzt offengelegten Textpassagen stellen weitere Mosaiksteine eines Ablaufs dar, an dessen Ende der Aufsichtsrat der DB am 5. März 2013 ein offenkundig unwirtschaftliches Projekt aus sachfremden politischen Motiven weiterbauen ließ.

Schon der damalige Beschluss ignorierte die gesetzliche Verantwortung der Aufsichtsräte und stellte einen schwerwiegenden Rechtsverstoß dar.

Unabhängig von der Strafwürdigkeit der damaligen manipulativen Eingriffe muss im Vorfeld des in nächster Zeit einzuräumenden weiteren Kostensprungs auf mindestens 10 Mrd. € erwartet werden, dass die Bundesregierung ihren Einfluss dann ausschließlich an der Wirtschaftlichkeit und am Gemeinwohl orientiert.

Anlage: Vermerk mit den zusätzlich entschwärzten Passagen in eckigen Klammern

Bewertung der entschwärzten Passagen im Einzelnen:

Abschnitt Votum: Verkehrsressort soll zügig zur Finanzplanung des Bahnvorstands (Mehrkosten für projektinterne Zwecke aus Eigenmitteln bei Schuldenreduzierung über 10 Jahre, siehe S. 3 unten) – das heißt Weiterbau des Projekts S 21 – Stellung beziehen und damit den vom Bundesministerium bevorzugten Kurs des S-21-Ausstiegs verlassen, der Aufsichtsrat der DB AG soll in diesem Sinne „zügig entscheiden“. Darin liegt eine klare Tendenz zur – gesetzwidrigen – Bevormundung.

Die entschwärzte Behauptung auf Seite 3, Absatz 2 Satz 4, das Dossier aus dem Bundesverkehrsministerium sei nicht mit den Ministerien der Finanzen und der Wirtschaft abgestimmt gewesen, widerspricht Aussagen in diesem Dokument, das jedenfalls gemeinsame Absichten der drei Staatssekretäre sichtbar macht.

Das BMVBS befürchtet auf Seite 4, vorletzter Absatz, dass die Kostenexpansion um mehr als zwei Milliarden Euro andere Projekte kannibalisiert und macht sich damit die Auffassung der Projektkritiker zu Eigen.

Abschließend soll mit aller Macht eingewirkt werden, im Aufsichtsrat für den vom Bahnvorstand  angesteuerten Weg, das heißt für den Weiterbau, zu entscheiden.

Die Devise wurde dann politisch als  Machtwort „Stuttgart 21 wird gebaut, auch wenn es nicht mehr wirtschaftlich ist“ von den führenden Köpfen der Bundesregierung Mitte Februar 2013 definitiv und vorbehaltlos verkündet.

PM Aktionsbündniss gegen S21 / Dr. Eisenhart von Loeper

Flugstunde beim Flughafen Berlin Brandenburg

Karikatur: Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de
BER – Karikatur: Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de

Zum Hintergrund – Daniel Abbou (seit 2016 Sprecher des Berliner Hauptstadtflughafens BER) wurde wohl wegen seiner Ehrlichkeit nun bereits wieder freigestellt. Ein Interview mit dem ‚prmagazin‘ (link) gefiel offensichtlich der Geschäftsführung nicht besonders. Er hatte wohl seinen Job nicht so verstanden wie er Gedacht war. Ganz im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen in der „Pressesprecherbranche“, hielt er sich nicht nur mit Schönreden und lavieren um Konkrete Antworten auf, sondern bekannte überraschend Farbe bei vielen Knackpunkten des Projekts. Leider sieht man an diesem Beispiel das Kredo vieler Großprojekte – Wahrheit ist nicht von Interesse.

Bei Stuttgart 21 gab es übrigens so ein ähnliches Beispiel auch einmal – Hany Azer. Er war von 2008 bis 2011 Gesamtleiter der Projekte „Stuttgart 21“ und „Neubaustrecke Wendlingen–Ulm“. Er legte diese Aufgabe zwar ohne offene Angabe von „beruflichen Gründen“ nieder, machte davor aber unter anderem von sich Reden dass er während der „Schlichtung zu Stuttgart21“ nicht wirklich offensiv Auftrat. Im Gegenteil er hielt sich mehrfach und auch zu anderen Gelegenheiten auffällig zurück. Später wurde sogar eine umfangreiche Risikenliste von ihm bekannt. Erinnert doch auch alles sehr an diese aktuelle Geschichte. Scheint da lagen auch bei diesem Großprojekt schon damals zu viele Leichen im Keller…

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Erdogan und die Satire…

… vertragen sich offenbar nicht besonders. Grund genug auf dieses Video von Extra3 hinzuweisen. Erdogan ist der Meinung das dieses Video nicht angeschaut werden sollte.
Daher bitte nicht anschauen + schon gar nicht weiter verbreiten:

Das Original / the original / orijinal

Mit englischen Untertiteln / with English subtitles / İngilizce altyazılı

Mit türkischen Untertiteln / Türkçe altyazılı / with Turkish subtitles

Auch „nicht“ sehenswert:

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Immer wieder Montags in Stuttgart

Bereits seit nun über 300 Montagen, treffen sich Bürger in Stuttgart zur Demonstration gegen Stuttgart 21. Die Anfangs kleinen dann aber immer größeren Demonstrationen wurden stehts von interessanten Rednern und einem bemerkenswerten Kulturellen Programm begleitet. Mit zunehmender Professionalität der Bürgerbewegung wurden neben den vielen Videos der Demos, bald auch die Reden stehts der Presse und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Leider meist aber nicht an einem Ort sondern in vielen einzelnen Beiträgen auf dem Blog der Aktiven Parkschützer und anderen Internet-Seiten.

Dies möchte ich nun ändern und biete ein Archiv aller mir bisher bekannten Demoreden (link) an! Ich werde dieses Archiv weiterhin unregelmäßig aktualisieren. Sollten Reden älterer Demos fehlen bitte einfach melden (Aber erst nach Rücksprache Dateien schicken! Nicht direkt irgendwas schicken!) Immer wieder Montags in Stuttgart weiterlesen

Tillich vergreift sich im Ton…

Sachsens Ministerpräsident vergleicht ausländerfeindlichen Mob mit Stuttgart 21-Gegnern

Stuttgart, 23. Februar 2016 Die Parkschützer und die gesamte Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 weisen den Vergleich mit dem ausländerfeindlichen Mob von Sachen entschieden zurück, den Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich gestern Abend in der ARD und im ZDF getätigt hat. Tillich vergreift sich im Ton… weiterlesen

Offener Brief an Staatsschutz und das Amt für öffentliche Ordnung

Offener Brief:

„Wegen einer Protestaktion für den Erhalt der Trauerweide am Bahnhof Feuerbach läuft gegen uns ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruch / Verstoß Versammlungsgesetz.

Wir protestieren entschieden gegen diese Maßnahme.
Es wundert uns, dass Sie bei ihren Ermittlungen bisher nicht darauf gestoßen sind, dass die Beschuldigungen gegen uns unbegründet und haltlos sind.

Es ist nicht nur uns bekannt, dass sich niemand in seinen / ihren Rechten verletzt fühlte. Laut uns gegenüber geäußerter, schriftlicher Aussage von S 21-Projektsprecher Hamann, hat die DB-AG keine Anzeige erstattet und hat dies unseres Wissens auch nicht vor zu tun. Die Tatsache, dass keinerlei Anzeigen vorliegen, bestätigte auch der Pressesprecher der Polizei, Herr Keilbach, auf Anfrage von uns. Offener Brief an Staatsschutz und das Amt für öffentliche Ordnung weiterlesen

Stuttgart 21 kostet fast zehn Milliarden Euro

Mindestens 9,8 Milliarden Euro würde das Projekt „Stuttgart 21“ kosten, wenn es – frühestens im Jahre 2024 – einmal fertig wäre. Dies sagt der renommierte Verkehrsberater Dr. Martin Vieregg in einem neuen Gutachten voraus. Zusätzliche Risiken und weitere Verzögerungen könnten diese Summe allerdings noch erhöhen. Stuttgart 21 kostet fast zehn Milliarden Euro weiterlesen