Schlagwort-Archiv: stuttgart 21

Protest-Forschung: Wie findet man als Gegner statt?

IMG_3264Das „Göttinger Institut für Demokratieforschung“ hat die Strategien der Protestkommunikation am Beispiel der Bewegung gegen Stuttgart 21 analysiert. Dazu wurden verschiedene Demonstrationen in den vergangenen Jahren betrachtet. Der Schwerpunkt lag dabei vor allem auf den Plakaten welche von den Demonstranten gezeigt wurden.

Bilder der Plakate von SWW
Zum Artikel auf www.demokratie-goettingen.de (link)

Getroffene Hunde bellen – Fritz Kuhn gibt laut…

Pressemitteilung des Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21

Zu Kuhns Tatort-Kritik: Getroffene Hunde bellen

Statt sich etwas dünnhäutig über eine punktuelle Überzeichnung des gestrigen Tatorts zu erregen täte OB Kuhn besser daran, sich mit den wirklichen Ursachen für die Imageschädigung der Stadt auseinanderzusetzen, so Bündnissprecher Dr. Norbert Bongartz. Zu den existenziellen Problemen der Stadt, die ganz überwiegend mit der Fehlentwicklung Stuttgart 21 zu tun haben, aber schweigt der OB und glänzt durch Nichtstun.

Wer dem Ruf Stuttgarts als Feinstaubhauptstadt entgegentreten will, kann zu Stuttgart 21, das die Feinstaubbelastung noch erheblich steigern wird, nicht schweigen. Wer die Verkleinerung des Bahnhofs unkritisch begleitet, ist mitverantwortlich für das zunehmende Verkehrschaos in der Stadt, das ihr, sicher überzeichnet, im Tatort die Charakterisierung als Drecksloch eingebracht hat. Wer nicht das geringste Interesse an der Aufklärung des Kostenbetrugs der Bahn erkennen lässt und es hinnimmt, dass die Stadt am Ende zur Zahlung riesiger Beträge erpresst werden kann, sollte sich nicht darüber erregen, dass der Ruf der Stadt bundesweit eng verbunden wird mit dem Betrugsprojekt Stuttgart 21.

Wer wie OB Kuhn im Wahlkampf noch eine offensive und kritische Auseinandersetzung mit Stuttgart 21 im Rahmen der Mehrheitsverhältnisse versprochen hatte, dann aber geradezu die Seiten wechselt, kann nicht erwarten, dass ihm sein Wahlversprechen ‚Für Stuttgart bauen – nicht für Investoren‘  noch abgenommen wird.

Werner Sauerborn für das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21

Nachbericht zu „Gefahren am Bauzaun“

An Pfingsten 2015 traten durch hohe Besucherströme am Stuttgarter Haupbahnhof bedrohliche Zustände bei den Besuchern nach dem Umbau für Stuttgart 21 auf. Im Zusammenhang mit den Bauzäunen zeigte sich, dass hier ernsthafte Gefahren auftreten, welche zu unkalkulierbaren Risiken für die Besucher des Kopfbahnhofes führen. SWW berichtete – Dieser Bericht führte zu Leserbriefen an die Verantwortlichen, was wiederrum jetzt zu Nachbesserungen geführt hat. Siehe Bildserie vom 05.06.2015 und nebenstehendes Detail von den Nachbesserungen.

Das Antwortschreiben der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH auf einen der Leserbriefe und letztlich auch die Fakten vor Ort zeigen dass hier erfreulicherweise die Lage etwas ernster genommen wird. Im Gegensatz zu früheren Zeiten (siehe zb. unter anderem die monatelange Gefährdung durch die Schäden an der Bahnsteigüberdachung) führt es nicht mehr nur zu verharmlosenden leeren Pressemitteilungen sondern wenigstens zu Versuchen der Verbesserung. Es Beweist aber auch, dass ohne zufällige Beobachtungen mehrerer Menschen, einer öffentlichen Zusammenfassung der Fakten und schließlich auch dem Druck durch Leserbriefe hier wichtige Mängel nicht früh genug (VOR Gefährdung der Besucher) selbst erkannt werden. Eine funktionierende Bauüberwachung müßte dies vor dem Eintreten konkreter Gefahren erkennen und beheben!

Ein Reagieren auf Leserbriefe und Berichte kann und darf nicht der einzige Weg bleiben. Die Projektbeteiligten müssen hier, wie auch bei vielen anderen Details dieses Projektes, ihre Vorsorgepflicht endlich richtig Wahrnehmen. Auch Stadt und Land darf dies nicht im guten Glauben allein der DB überlassen! Das scheinbar mittlerweile Üblich gewordene „Drauf los Bauen / Schauen was passiert“  muß endlich ein Ende finden! In kleinen Details wie diesem hier genauso wie aber auch in wirklich großen Details zb. dem Nesenbachdüker, bei dem es später nicht mehr reichen wird einige Schrauben und Balken nachzurüsten.

Siehe auch:
Wie gefährlich ist es am HBF Stuttgart?
Qualität schafft Vertrauen! -> Stein trifft Passantin
Weiche 227 eine endlose Geschichte?

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Samstagsdemo gegen Stuttgart 21

Bei nahezu tropischen Temperaturen versammelten sich in Stuttgart erneut tausende Gegner des Immobillienprojektes Stuttgart 21 vor dem Stuttgarter Kopfbahnhof. Während die Besucher des Evangelischen Kirchentages eher den Schatten der noch verbliebenen Parkbäume genossen, lauschten die Demoteilnehmer unter sengender Hitze den Reden von Martin Poguntke (Rede als PDF), Dr. Frank Alt (Rede als PDF) und Volker Lösch (Video). Hier nun einige Impressionen des Tages.

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Alle Bilder im Archiv (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Samstagsdemo vor dem Kopfbahnhof

In diesen Minuten findet vor dem Stuttgarter Kopfbahnhof die Samstagsdemonstration gegen Stuttgart 21 statt.

IMG_6574Die langjährigen Gegner gegen das Imobilienprojekt wählten diesen Samstag vor allem deshalb aus um den vielen Interessierten Besuchern des Evangelischen Kirchentages zu zeigen, das es nicht nur die Baumaschinenshow in der Brache gibt (Bilder vom 05.06.2015 – zwar ein „Brückentag“ aber ansonsten ein „Arbeitstag“ an dem alle Maschinen aufgefahren wurden aber nur so herum standen) sondern auch noch sehr viele aktive Menschen gegen den sinnlosen Bahnhofsumbau-Versuch in Stuttgart.

Zahlreiche Menschen hören sich nun also die Reden von Martin Poguntke (Theologen gegen Stuttgart 21), Dr. Frank Alt (Journalist und Buchautor) und Volker Lösch (Regisseur) an – einen kurzen Auszug der Rede nun hier. Später dann auch wie gewohnt eine fotografische Dokumentation der Demonstration hier im Blog.

Das aktuelle Hauptargument für Stuttgart 21 heißt: Protest und Widerstand kommen zu spät. Es lohnt sich doch gar nicht mehr, gegen das Projekt auf die Straße zu gehen. Was ist davon zu halten?

Ich war vor 14 Tagen in Österreich beim Internationalen Anti-Atomgipfel. Dabei habe ich auch mit Aktivisten gesprochen, die vor 37 Jahren das AKW Zwentendorf verhindert haben. Dieses österreichische Atomkraftwerk ist ein Lehrstück erfolgreichen Widerstands gegen unsinnige Großprojekte und ein Lehrstück dafür, dass es nie zu  spät ist für Widerstand und Protest.

Zwentendorf ist weltweit das einzige Atomkraftwerk, das  komplett fertig gebaut war, aber aufgrund einer Volksabstimmung niemals in Betrieb genommen wurde. Im Herbst 1978 stimmten 50,4% der Österreicherinnen und Österreicher gegen die Inbetriebnahme. Und weil Zwentendorf durch intelligenten und dauerhaften Protest gestoppt wurde, sind inÖsterreich drei weitere geplante AKW‘s nicht gebaut worden.

Meine Damen und Herren: Das AKW Zwentendorf war komplett fertig gebaut, es war ein Milliarden-Projekt wie Stuttgart 21, aber es ging nie in Betrieb, weil das Volk klüger war als seine Regierung.

Auszug der Rede von Dr. Franz Alt, Journalist, auf der Kundgebung zum Evangelischen Kirchentag am 6.6.2015

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Hunger(streik) nach Gerechtigkeit

Trotz vom VG Stuttgart anerkannter Rechtswidrigkeit: S21-Gegner in Erzwingungshaft – Ernest Petek

Ernest Petek in seinem Element und unter Freunden
Ernest Petek in seinem Element und unter Freunden
  • Vater von 3 Kindern und Opa von 5 Enkelkindern
  • seit 20 Jahren aktiv im Widerstand gegen S 21
  • verhaftet am Samstag, 30.05.2015 im Revier Wolframstr.
  • am Sonntag, 31.5. in Handschellen & Fußfesseln von der
    Hahnemannstr. nach Stammheim überführt
  • in der JVA Stuttgart-Stammheim in Erzwingungshaft bis
    Samstag, 06.06.2015
  • seit Haftantritt im Hungerstreik

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