Schlagwort-Archiv: stuttgart 21

Neues vom Krumm & Schief Bau

Satire
Na da hat der Stuttgarter Wasen mal seine humorvolle Seite gezeigt. Offensichtlich wurde, wahrscheinlich nur aus rechtlichen Gründen, auf direkte und wörtliche Erwähnung von Stuttgart 21 verzichtet. Ansonsten ist die humoristische Anspielung kaum zu übersehen. Bis ins kleinste Detail trifft die Bude auf dem Cannstatter Volksfest wie die Faust aufs (Licht)Auge des Immobilienprojekts.  Übers marode Grundwassermanagement (GWM), die freischwebenden Lasten über den Passanten bis hin zum Bierkasten („Oettinger – schon das Bier war Scheiße“) passt fast alles.

Mehr Bilder im Archiv (link)

Gratulation zur gelungenen Parodie des Halb-Schräg-Tiefhaltepunktes.
Damit aber genug gelacht -> Umstieg21 weils Sinn macht.

PS Danke an den „Bieger der Südfrüchte“ für diesen tollen Tipp!

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Der Schwarze Donnerstag in Stuttgart

Dieser Donnerstag vor 6 Jahren steht als Sinnbild für viele Aspekte und Probleme rund um das Immobilienprojekt Stuttgart 21. Das offensichtlichste sind dabei natürlich die mehr als 368 Menschen  welche damals von der rücksichtslosen Durchsetzungspolitik – unterstützt durch willfährige Polizei und gedeckt durch die Justiz – verletzt wurden. Der Schwarze Donnerstag steht aber auch für den Start der unwiederbringlich zerstörten Naturoase mitten in dieser Großstadt. Kein Baum steht Sinnbildlich passender dafür Pate wie die große alte Platane (Baumpaten Nr. 142) die noch in der Nacht des 30.09.2010 fallen musste. Ich besuchte daher 2016 noch einmal diesen Ort um aktuell aufzuzeigen warum gerade dieser Baum die absolute Sinnlosigkeit sowie auch die planlose Rücksichtlosigkeit so passend darstellen kann.

Wie man unschwer anhand der alten und neuen Bilder und dem dort sichtbaren und heute noch vorhandenen Betonelementen im Rasen erkennen kann, stand dieser beeindruckende größte und älteste aller für Stuttgart 21 im Stuttgarter Innenstadtgebiet gefällten Bäume, an einer Stelle welche bis heute nicht wirklich für den Rückbau des Stuttgarter Verkehrsknotens benötigt wird. Auch im Lauf der vielleicht noch weiterführenden Bautätigkeiten wird an dieser Stelle nichts nennenswertes gebaut werden. Zudem stand der Baum eben genau auf der Höhe des Biergartens am Weg der schlimmsten Exzesse der sich damals durch die Menschen prügelnden Polizei. In seinem Schatten und auf dem „Feldherrenhügel“ standen die Polizeiführer und selbst der umstrittene Staatsanwalt als hier schwerste Verletzungen vom Wasserwerfer verursacht wurden. In diesem Baum wurden faktisch die ersten Juchtenkäferpopulationen gefunden und vernichtet.

Die Menschen die sich am 30.09.2010 für diesen und andere Bäume eingesetzt haben wurden über zwölf Stunden lang von den Polizeitruppen mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern angegriffen und vertrieben. Ihr Demonstrationsrecht wurde mit Füßen getreten, ihr Anliegen war den Verantwortlichen egal. Die Platane wurde illegal gefällt, nicht nur aus Naturschutz Sicht sondern auch obwohl ein Fäll Verbot von Seiten des Eisenbahnbundesamtes (EBA) bestand und auch vor Ort bekannt war. Neben den dort aufgefundenen und angeblich evakuierten Europaweit streng geschützten Juchtenkäferlarven, wurde auch ohne Sinn und Verstand ein wichtiger Habitatbaum entfernt und damit unwiederbringlich in das Ökosystem der dort bestehenden Juchtenkäferpopulation eingegriffen.

Neben allem, wie zb. der Maßlosen Polizeigewalt, was die Menschen heute noch mit dem 30.09.2010 verbinden, ist ohne Zweifel eben auch dieser Sinnlose und nicht wieder gut zu machende Naturfrevel mit diesem Tag verbunden. Bei jedem aktuellen Baufortschritt haftet automatisch dieser Tatbestand dauerhaft an diesem Immobilienprojekt. Wir werden nicht ruhen dies zu betonen und immer wieder und wieder öffentlich zu machen. Jeder auch heute Verantwortliche bei diesem Projekt muß sich für diese Taten erklären und einstehen. Neben den aktuell Verantwortlichen wird aber auch kein damals Beteiligter je vergessen werden.

Oben Bleiben – Umstieg jetzt.

Siehe auch aus etwas anderer Sicht auf den Park und seine Zerstörung – Kontext:Wochenzeitung „So soll es nicht seyn“

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de und gegen das Vergessen )

Demonstrationen zum 30.09.2016

Der Schwarze Donnerstag wirft unvergessen seine Schatten voraus. Am Freitag jährt sich zum sechsten Mal der Tag an dem Rambo auf dem Wasen sein Bier trank und seine Truppen schickte um den Mittleren Schlossgarten leer prügeln zu lassen. Unter einem massiven Polizeiaufgebot, mit Schlagstock, Pfefferspray, Pferdestaffel und vier Wasserwerfern wurden friedliche Demonstranten aus dem Bereich rund um den Biergarten vertrieben. Am Freitag erinnern Bürger mit einem Schweigemarsch und einer Demonstration an diesen Tag der Schande für Stuttgart und alle Verantwortlichen.

12 Uhr Schweigemarsch vom Rathaus, wo die Stadt- und Umweltzerstörung durch S 21 mit ausgegangen ist und die Minderung der Lebensqualität weiter „begleitet“ wird, zum Schillerplatz, wo vor dem Justizministerium die Kriminalisierung der Bewegung kritisiert werden muss über die Königstraße, wo unsere Bilder, Texte und Transparente besonders gut zu sehen sind, zur Mahnwache, wo am offnen Mikrofon Erlebnisse des 30.9., Ansprachen, Gedanken, Gedichte und Lieder vorgetragen werden können, also gesagt wird, was es zu sagen gibt. Organisiert von den SeniorInnen gegen S21

17 Uhr startet die Demonstration an der Mahnwache (Ecke Königstraße / Schillerstraße) mit der Lokomotive Stuttgart und Capella Rebella mit einem Gedenkzug ab 18 Uhr über die Lustruine zum Biergarten, zum Ort des Geschehens.

Nichts wird vergeben, nichts wird vergessen. Oben Bleiben.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Heute nehmen wir Abschied von Stuttgart 21

Nach langer schwerer Krankheit, nehmen wir heute im kleinen Kreis der letzten verbliebenen Freunde und Förderer Abschied von Stuttgart 21. Lange Krankheit, bittere Stunden haben nun ihr Ziel gefunden, denn du bist nun endlich von uns geschieden. Es war ein wahrlich langer Abschied. Auch, wenn wir damit rechnen mussten und der Tod als Erlöser kam, so töstet doch die Endgültigkeit. Ach, du hast jetzt überwunden manche schwere, harte Stunden, manchen Tag und manche Nacht hier uns allen Schmerzen zugebracht. Mitleidlos hast du sie großzügig verteilt deine Schmerzen, deine Plagen, bis der Tod dein Lichtkelch bricht, doch vergessen wir deine Untaten sicher nicht.

Als die Kraft zu Ende ging war es kein Sterben, sondern Erlösung. Ruhe sanft in Gottes Frieden. Erloschen ist das Leben dein, du wolltest zwar noch bei uns sein. Dein Wille war stark, du wolltest die Krankheit bezwingen doch wusstest nicht, dass du selbst sie letztlich warst. Vergeblich war dein Ringen. Wie schmerzlich war es vor dir zu stehen dem sinnlos Leiden hilflos zuzusehen. Wir werden so hoff ich uns nicht wiedersehen, wenn Stuttgart von der Grube aufersteht und mit Umstieg 21 in die neue Zukunft geht.

grabsteinDoch jedes Ende birgt glücklicherweise stehts auch einen neuen Anfang. Trübsal schüttet keine verbliebenen offnen Wunden zu. Daher geht es direkt von der offiziellen Grabsteinlegung in den neuen Start. Zahlreiche Veranstaltungen werden vom dahingeschiedenen Projektle ablenken und den Weg in die Zukunft weisen. Eine davon findet zb. gleich am 28.09.2016 im Bürgerhaus Möhringen statt.

bimAlles hat ein Ende auch Stuttgart 21 – Oben Bleiben.

Weitere Termine zb.:
15.09. Winnenden, Alte Kelter, Paulinenstraße 33, 19 Uhr
20.09. IHK Stuttgart (nicht öffentlich)
27.09. Mössingen, Feuerwehrhaus, Goethestraße 9, 19 Uhr
28.09. S-Möhringen, Bürgerhaus Filderbahnplatz 32
06.10. Esslingen
12.10. Stuttgart-Sillenbuch, Geschwister Scholl-Gymnasium, 19 Uhr
19.10. S-Feuerbach, Freies Musikzentrum, Stuttgarter Str. 15
27.10. Ludwigsburg, Staatsarchiv, 19:30 Uhr
10.12. Landesparteitag der ÖDP (nicht öffentlich), Stuttgart

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Bericht des Bundesrechnungshofes zu Stuttgart 21

Anbei (vorerst Kommentarlos) der Bericht nach § 88 Abs. 2 BHO an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages über haushaltsrelevante Risiken bei der Förderung des Projektes Stuttgart 21, notwendige Schlussfolgerungen und die Voraussetzungen für eine parlamentarische Budgetkontrolle des Großprojektes.
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Generaldebatte im Bundestag und vertagte Entscheidung des Bahn-Aufsichtsrats

Aktionsbündnis fordert Grundkonsens für zukunftsfähige Bahn
Rede von Dr. Eisenhart von Loeper, Rechtsanwalt und Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21, am 7. September 2016 in Berlin.

„Wir Bürgerinnen und Bürger aus der Demokratiebewegung gegen Stuttgart 21 sind heute wieder in Berlin vor Ort, um am Bahntower und anlässlich der Generaldebatte des Bundestags Flagge zu zeigen. Uns geht es um das Scheitern dieses Großprojekts, das den BER noch um Längen übertrifft.

Unser Gegenpol ist der staatseigen privatisierende Schienen(ab-)baukonzern Deutsche Bahn, nicht minder die Politik „ganz oben“. Die Personalie des in den Bahnvorstand aufgestiegenen Ex-Kanzleramtschefs Ronald Pofalla steht für die partei- und machtpolitische Verflechtung von Bund und Bahn: So ließ sich im Prozess gegen das Kanzleramt belegen, wie sehr Pofalla im ersten Quartal 2013 auf Geheiß der Kanzlerin die sachwidrige Weiterbau-Entscheidung des Bahn-Aufsichtsrats zu Stuttgart 21 durchgedrückt hat. Aber uns geht es um mehr:

Der hoch verschuldete Staatskonzern hat besorgniserregend mit Wissen der politischen Führung die wahren Verhältnisse „schön gerechnet“ und sich dem Verdacht strafbarer Untreue ausgesetzt (siehe www.strafvereitelung.de). …“

Komplette Rede des Bündnissprechers am 7.9.2016 in Berlin (PDF)
Aktionsbündnis: Die Deutsche Bahn mit Stuttgart 21 nicht an die Wand fahren (PDF)

Mein Name ist Grube. Ich weiß von Nichts.

In diesem Jahr kam nun der erste von mehreren lange erwarteten Berichten des Bundesrechnungshofes zum Immobilienprojekt Stuttgart 21 heraus. Dabei stellte der Rechnungshof klar das mit bis zu 10 Milliarden Kosten zu rechnen ist.

STZ - 01.05.2016
STZ – 01.05.2016

Darauf reagierte der Ehrenwerte hanseatische Kaufmann Rüdiger Grube mit dem empörten Vorwurf das er und sein Konzern nicht über diesen Bericht und die Zahlen informiert wurde.. Die DB kennt also ihre eigenen Zahlen nicht? Umgangssprachlich also eher sowas wie: Bei all den geschönten Bilanzen kann ich nun leider nicht nachvollziehen mit welchen der BRH nun gerechnet hat.

STN - 01.08.2016
STN – 01.08.2016

Damit war der Bericht des Bundesrechnungshofes natürlich für die Medien erst mal wieder vom Tisch. Das erscheint ja auch ziemlich naheliegend nachdem man sich auf das öffentliche Wort eines Mannes wie Grube ausruhen konnte. Doch was nun? Der BRH wehrt sich gleichermaßen öffentlich dagegen und sagt: „Der Konzern sei über alle Zwischenergebnisse informiert worden.“

STZ - 26.08.2016
STZ – 26.08.2016

Klar die Medienlandschaft interessiert sich nicht mehr für diese brisanten Details. Aber was bleibt ist nun mal wieder ein Beispiel dafür wie dieses Projekt durchgezogen und auch begleitet wird. Auf einen Sachlichen Bericht antwortet Grube mit „Wir wissen von nix und unsere eigenen Zahlen kennen wir nicht“ Abgesehen davon das dieser Vorwurf der Intransparenz ausgerechnet von der Bahn kommt, trifft dieser nicht einmal zu. Wen Interessiert es? Die Medien welche bereitwillig Grubes falschen Kommentar verbreiteten jedenfalls nicht. 

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )