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Artenschutz als Ausrede

P1020409Wenn man bei diesem Bericht des SWR über die gewohnt unqualifizierten Einwürfe der „Moderatoren“ Bratzler und Koch hinweg sieht, wird doch (auch durch die Versuche der Moderation) eines klar: der Artenschutz soll mal wieder missbraucht werden um Stimmung zu machen. Stimmung für ein angeblich tolles Projekt und gegen die Kritiker egal mit welche Kontext. Hier kann allerdings Peter Berthold (Professor für Biologie und Vogelkunde) sehr gut kontern und behält erfreulicherweise selbst beim Schlusswort trotz aller Versuche von Bratzler die klare Oberhand.

©2011 Alexander Schäfer - Juchtenkäfer im Mittleren Schlossgarten
©2011 Alexander Schäfer – Juchtenkäfer im Mittleren Schlossgarten

Fakt ist – der Deutschen Bahn sind die Themen seit Jahren bekannt. Nicht nur durch eigene Erfahrungen bei zig anderen ihrer Projekte sondern auch durch ettliche kritische Stimmen und Fachleute die diese Themen seit Jahren beim Immobilienprojekt Stuttgart 21 wieder und wieder ansprechen. Vor dem Hintergrund der steigenden Kosten sowie der Bauzeitverlängerung nutzt die DB hier offensichtlich also auch diese selbst gesammelten Erfahrungen mit dem Naturschutz. Sie versucht damit von Ihrer eigenen Unfähigkeit abzulenken und in der Bevölkerung Stimmung zu machen. Dem SWR kann durchaus unterstellt werden das sie nicht dümmer sind als ein Sack stroh, was also bleibt anderes als anzunehmen das der SWR wieder einmal mit ihrer seichten Abendunterhaltung ihr Lieblingsprojekt befördern wollen? Gut das Peter Berthold sich nicht wie geplant vorführen lies und souverän blieb bis zum Ende. 

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©2011 Alexander Schäfer – Fledermäuse im HBF

Abgesehen davon was in der Sendung zum Artenschutz genannt wurde, sollte man auch bedenken das die Bahn schon sehr oft durch ihre offensichtlich übertriebenen Kosten bei diesen Themen aufgefallen ist. Da wurden mit Unsummen für „Baumerhalt“ oder „Fledermausschutz“ oder „Juchtenkäferschutz“ jongliert, welche die Mailstreammedien stehts unhinterfragt verbreitet wurden – letztlich passierte da aber nichts wirklich kostenintensives. Die meisten viel diskutierten Bäume wurden dann sofort kostengünstig innerhalb weniger Tage geschreddert (incl. schützenswerter Tiere die natürlich nur für die Kostenbilanz wichtig waren), selbst das viel erwähnte „Juchtenkäferschutzgebiet“ direkt am Bahnhof wird regelmässig von Baumaschinen befahren, mit Kabelkanälen durchzogen und Bäume für temporäre Straßenverlegungen gefällt. Selbst wenn die Kosten für den Naturschutz stimmen würden machen sie doch nur einen marginalen Anteil an den Kostensteigerungen aus. Nicht nur weil 500 Millionen (aktuelle angebliche Kostensteigerung) was anderes sind als 45 Millionen, nein auch weil die Tiere nicht vom Himmel fielen und daher schon immer und von Anfang an in den Kostenkalkulationen vorhanden sein müssen.

 

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Dietrich und der Juchtenkäfer

Bitte Urheberrecht beachten und respektieren! (Archiv – link)

(kein beliebiges Archivmaterial sondern direkt aus dem mittleren Schlossgarten) Nachdem nun dort die Käfer nicht mehr durch Fotografen oder Neugierige gefährdet werden können veröffentliche ich auch den Standort: Direkt nach der Unterführung unter der „Straße am Schlossgarten“ – im Bild Links zu sehen. Platane 306 (link)

In einer Pressekonferenz (siehe Video) diese Woche schwadroniert Projektsprecher Dietrich über den Artenschutz. Es gelingt Ihm nur sehr schwer seine persönliche Haltung und die gering Schätzung bei dem  Thema zu verbergen. Dazu muß man wissen, dass es sich bei diesen Artenschutz-Rechtlichen Dingen, NIE um „plötzlich auftauchende Probleme“ handelt. Diese Probleme sind seit sehr vielen Jahren aus Berichten und selbst DB eigenen Gutachten bekannt! Der einzige Grund warum daher Termine verzögert werden könnten, ist EBEN GENAU diese gering Schätzung der Thematik welche in diesem Video so direkt zu hören ist

Herr Dietrich neigt sehr gerne dazu diese !selbst verursachten! Terminverzögerungen vorzuschieben um seine generellen Terminverschiebungen zu begründen. Bedauerlicherweise gibt es im Beispiel der erwähnten 6 Juchtenkäferbäume, nicht mal mehr viel öffentlichen Widerstand von Bürgern die er bisher für solche Behauptungen genutzt hatte. Anstatt sich immer wieder abwertend hinter diesem Thema zu verstecken, würde es im gut zu Gesicht stehen es doch lieber mal ernst zu nehmen und damit respektvoll umzugehen! Dann würde er nicht (wie jetzt auch wieder durch klingt) hoffen das er dem EBA den Schwarzen Peter zuschieben zu können, sondern Schlicht anständig damit planen! (das er das nicht gerne macht hat ja der Fall der im Feuerbacher Wald achtlos entsorgten Käfer gezeigt! Ich berichtete.)

Wer hier in Stuttgart am Puls der Zeit ist erkennt allerdings sehr schnell, dass dies nur noch bei wenigen wohlwollenden Medien und bei Menschen ausserhalb Stuttgarts geglaubt wird. Die meisten wirklich Interessierten können sich ja täglich anschauen was die Wirklichkeit ist! (unter anderem zb. Baustraßen die seit 3 Jahren fertig sein sollten) Leider bleibt für nicht Stuttgarter oder Stuttgarter die nicht wirklich viel eigenes Interesse an Wahrheiten haben nur das übrig was die Zeitungen verbreiten! Gerade zu dem Thema wird hier aktuell gerne von „Käfern die keiner sieht“ (Vergleiche mit den Bildern oben!) gesprochen. Oft allerdings nur von Medien die zwar ihre Pressehäuser mitten in Stuttgart haben, aber selbst Bilder und Berichte von Dingen die wenige Meter vor Ihrem Haus stattfinden bei DPA „recherchieren/abschreiben/kaufen“

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Kahlschlag in der Ehmannstraße

Naechtlicher_Angriff_auf_das_FFH-Landschaftsgebiet_Rosensteinpark_DSC2429Zum Sterben verurteilt: Der FFH-Rosensteinpark

Im Dunkel der Nacht – und wieder einmal von Polizeihundertschaften bewacht – begann das Baumfäll- und Rodungsunternehmen Hager aus Krauchenwies am Dienstagmorgen (22.10.2013) mit Baumfällungen im FFH-Landschaftsschutzgebiet Rosensteinpark. (Der Tag 23.10.13 danach)

( Wolfgang Rüter auf schaeferweltweit.de )

Weitere Bilder
Tuennes12
Baumgeist

Spontandemo nach dem Kahlschlag in der Ehmannstraße

Gegen Abend des 22.10.13 fanden sich zahlreiche Stuttgart21 Gegner am Hauptbahnhof in Stuttgart ein um ihre Empörung über die Rodungen im Rosensteinpark zu demonstrieren. Nachdem die Polizei die Demonstration immer wieder durch Polizeiketten daran hinderte ihre eigenen Wege zu gehen (auf der Heilbronnerstraße wurde das erste mal eine ziemlich leise Ansage gemacht, die in Richtung „verlassen Sie die Straße“ ging), wurde die Demonstration in die Fußgängerzone der Stadt gedrängt. Die Polizeikräfte versuchten sich parallel durch den Feierabendverkehr zu kämpfen um die zahlreichen Kreuzungen zu sperren. Das erwies sich als ziemlich schwer, was sich immer wieder durch zu wenig Einsazkräfte bemerkbar machte. Als die Demonstranten auf der ersten größeren Kreuzung am Schlossplatz wieder ihren eigenen Weg gehen wollten, verursachte diese mangelnde Einsatzplanung eine Panik innerhalb der Polizeikette. Die Folge waren unkontrollierbare Szenen wo Menschen zu Boden gestoßen wurden und unverständliche Anweisungen gegeben wurden.

Da ein Teil der Demo weiter über den Schlossplatz zog, wurden diese Kräfte, die gerade noch unkontrolliert die Menschen durcheinander gestoßen hatten, plötzlich wieder abgezogen und zur nächsten Kreuzung befohlen. Zahlreiche Fahrzeuge der Polizei steckten im Verkehr der Theodor-Heuss-Straße und der Konrad-Adenauer-Straße fest, und spätestens nachdem die Demonstration die Richtung wechselte und wieder Richtung Bahnhof zog, zeigte sich, dass es keine sonderlich gute Idee war die Versammlung in die Fußgängerzone zu verbannen anstatt frei und ungestört ihren Weg gehen zu lassen. Die Einsatzkräfte, welche sich noch Richtung Stadtmitte bewegten, mussten nun wieder zurück. Am Bahnhof angekommen, gab es das erste Mal eine Durchsage, dass die Straße nicht betreten werden dürfe und jeder verhaftet würde. Die Demonstranten wurden dann neben dem Eingang zur Arnulf-Klett-Passage umstellt, mit dem Ziel den einzigen Weg Richtung Königstraße offen zu lassen. Nachdem die Demonstranten sich erneut gesammelt hatten, zogen sie dann auch gezwungener Maßen wieder in diese Richtung und konnten letztlich nicht anders als bis zum Rathaus zu laufen. Eine eigene Wahl des Protestweges wurde verwehrt.

An der Stiftskirche wollte der Demozug erneut den vorgeschriebenen Weg verlassen und wurde dort erneut mehr als chaotisch zurückgedrängt und teilweise gekesselt. Dort erfolgte dann eine schwer verständliche Ansage, bei der es scheinbar darum ging, dass diese Freiheitsberaubung zum Personenfeststellungsverfahren dienen solle, ein solches erfolgte allerdings dann doch nicht. Letztlich wurde nur ein Teil der Demonstranten von der Versammlung getrennt und daran gehindert an ihr weiter Teil zu nehmen. Die verbliebenen Versammlungsteilnehmer zogen dann über den Marktplatz ab zum Charlottenplatz. Außer den drei erwähnten schlecht (und nicht für alle) verständlichen kurzen Ansagen wurde meines Wissens nie mit der Versammlung „kommuniziert“.

Nach einigen Jahren Erfahrung mit Demos in Stuttgart muß ich sagen, schade, dass die Polizei heute nicht wie sonst öfter mal besonnen gearbeitet hat, und den Menschen ihre Spontandemo mit ihrem eigenen Weg gelassen haben. Erfahrungsgemäß wäre das dann wie immer eine ziemlich einfache Sache gewesen, die sich viel gelassener hätte begleiten lassen als, diese ziemlich sinnlose nächtliche Hetzjagd durch die Polizei.


Mehr Bilder im Archiv 

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Alle Videos von cams21.de / Ein überarbeitetes Video zur Aktion wird wohl später folgen
http://bambuser.com/v/4033571
http://bambuser.com/v/4033476
http://bambuser.com/v/4033328
http://bambuser.com/v/4033315
http://bambuser.com/v/4033243
http://bambuser.com/v/4033219

Weitere Berichte
Artikel von „Zwuckelmann“ / Jugendoffensive

Statt Wiederholung: Beim Rosensteinpark die Stopptaste drücken !

Der BUND veröffentlichte am letzten Donnerstag eine Meldung, nach der die seit Anfang Oktober bevorstehende Rodung von Teilen des Rosensteinparks am Dienstag, den 28. 22.10.2013, an der Ehmannstraße beginnen soll. norepeatAngekündigt werden ca. 110 Baumfällungen, wovon 7 Bäume mit Juchtenkäfern besiedelt sein sollen.

Der BUND fordert die Bahn auf, die geplanten Baumfällungen nächste Woche im Rosensteinpark sofort auszusetzen bis alle naturschutzrelevanten Genehmigungen vorliegen. „Im Rosensteinpark wiederholt sich die unsägliche Story von Stuttgart 21 hinsichtlich vorschneller Parkzerstörung“, sagt Gerhard Pfeifer, BUND Regionalgeschäftsführer.

„Unsäglich“ ist vor allem die Wiederholung. Die Vernichtung von Juchtenkäfern und ihren Lebensräumen bei sogenannten „bauvorbereitenden Maßnahmen“ für das Skandalprojekt Stuttgart 21 fußt bereits auf viel Erfahrung. Statt Wiederholung: Beim Rosensteinpark die Stopptaste drücken ! weiterlesen

Artenschutz als Naturdumping 21

Artenschutz als Naturdumping 21 – ein neuer Zaun für die Wilhelma

 In Naturschutzorganisationen kursiert derzeit ein Maßnahmekonzept „Pflanzung, Entwicklung und dauerhafte Sicherung von Habitatbäumen im Rosensteinpark“. Es basiert auf einer Festsetzung im Beschluss zur 5. Planänderung vom 23.10.2012. Auf sechs Seiten wird dargelegt, was, aus welchen Gründen, wo passieren soll. Man kann sich für den Naturschutz ja viele wichtige Maßnahmen im Rosensteinpark vorstellen – das jedoch, was hier geplant wurde, soll die illegale Fällung der Platane am Biergarten vom 1.10.2010 ausgleichen. Das darf ja wohl nicht wahr sein. Artenschutz als Naturdumping 21 weiterlesen