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Kommentar: Wie viel „Baustelle“ darfs denn noch sein?

IMG_6587Nachdem sich das Krebsgeschwür „Stuttgart 21“ schon Sinnlos über den Mittleren Schlossgarten ausgebreitet hat soll es nun also Metastasen streuen? Im Rosensteinpark bilden sich auch schon S21 Ableger, der Untere Schlossgarten wird durch die „Rosensteinviertel“ Pläne bedroht und nun (siehe STZ zum möglichen Baufeld rund um die Stuttgarter Oper) also auch der Obere Schlossgarten? Stuttgart was ist bloß los mit dir?

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Seit Jahren drängt es die „Stadt zwischen Wald und Reben“ immer weiter in den Betonwahn. Wie viel Baustelle soll es den noch werden? Selbst die seit Jahren alarmierenden Feinstaubwerte führen nur zu fruchtlosen Lippenbekenntnissen der Politiker. Frucht und Furcht bringend sind aber nur die Baupläne der Stadt. Es ist fast zum verzeifeln. Anstatt endlich einzusehen, dass im beständigen Streben zum Beton keine lebenswerte Zukunft entsteht geht es immer weiter und weiter.  Statt den Feinstaubwerten wirklich den offenen schmerzhaften Kampf anzusagen werden immer weiter die Fahrpreise des öffentlichen Personen Nahverkehrs weiter erhöht. Straßentunnel kommen hinzu die den Verkehrsfluss in Stuttgart noch besser also noch größer machen sollen. Letzte wertvolle Grünflächen in der Innenstadt werden zugepflastert, Bäume müssen weichen für Baustelleneinrichtungsflächen und selbst die schon jetzt seit Jahren seelenlosen Glas/Beton Viertel rund um die LBBW werden weiter vergrößert.  Lerneffekt 0,0

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Zu allem Hohn wird den engagierten Menschen die sich für die Natur einsetzen wollen, Gegenpole aufbauen wollen und zum Nachdenken anregen wollen höhnisch ins Gesicht gespruckt! Als kurz nach dem sinnlosen Abholzen des Mittleren Schlossgartens die Kunstaktion „Unser Pavillon“ (link) in den Oberen Schlossgarten umziehen möchte, antwortet darauf Ingo Rust (SPD) am 21.05.2012: „Der Schlossgarten dient als Repräsentationsfläche des Landes und als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung. Er steht als ein Kulturdenkmal ersten Ranges und historischer Garten unter Denkmalschutz. Die historischen Gestaltungselemente im Schlossgarten entsprechen einer Konzeption und sind daher nicht durch andere Einrichtungen erweiterbar.“

Für Ortsunkundige -> dies ist GENAU dieser Teil des Schlossgartens welcher JETZT einfach mal so Nebenbei einer weiteren Baustelle geopfert werden soll.

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Schuttgart – wohin des Weges? Was soll nur aus dir werden?

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Eine Welt in zartrosa und hellblau

Ein Gastartikel des geschätzten Kollegen „Zwuckelmann“

Am Sonntag haben laut Polizeiangaben 4.000 Menschen gegen den Bildungsplan und gegen die Gleichstellungspolitik der grün-roten Landesregierung demonstriert. Diese hohe Anzahl ist aber wohl weniger Ausdruck einer stärker werdenden “Bewegung”, die aus der Mitte der Bevölkerung entspringt, sondern eher Folge des Organisationstalents der Veranstalter – und Vorzeichen der nahenden Landtagswahl.

Es handelt sich nicht um eine Graswurzelbewegung, sondern schlicht um organisierte rechte Propaganda. Aus vielen Regionen Baden-Württembergs wurden die Demonstranten mit privaten Busunternehmen nach Stuttgart gekarrt. Es ist davon auszugehen, dass etliche Ortsvereine von CDU und AfD, kirchliche Gruppierungen und sonstige rechts-konservative Vereinigungen ihre Mitglieder mobilisiert haben. Aber auch extrem rechte Gruppierungen wie beispielsweise die “Identitären” waren geduldeter Teil der Demonstration.

IMG_7105Dass es sich um eine reine Propagandaveranstaltung handelte, zeigt sich auch daran, dass es so gut wie keine von den Demoteilnehmern mitgebrachten Plakate gab. Es wurde sogar darum gebeten, ausschließlich die in zartrosa und hellblau gehaltenen, vorgefertigten Plakate und Luftballons der Veranstalter zu nutzen. Kreativität? Graswurzel? Gar Eigensinn? Das suchte man auf dieser Demo vergeblich. Die gesamte Veranstaltung wirkte dadurch reichlich gleichgeschaltet und fad. Die Gegnerschaft gegen Vielfalt in der Gesellschaft und im Unterricht manifestierte sich, ja wurde gleichsam greifbar in der Gleichförmigkeit der teilnehmenden Demonstranten. Nur Töne in Zartrosa und Hellblau waren erwünscht.

IMG_7384Dafür wurde kräftig gegen Gleichstellung und Gleichberechtigung gewettert. “Ich habe zwar nichts gegen Schwule und Lesben, aber …” ist der diskriminierende Tenor dieser Veranstaltung. Die Frage ist nicht, ob man für oder gegen sexuelle Vielfalt ist, denn diese Vielfalt existiert, ist real, ist gesellschaftliche Wirklichkeit. Die Frage ist, wie man mit dieser Vielfalt umgeht und ob man die christlich-humanistischen Werte unserer Gesellschaft leben und verwirklichen möchte oder ob man in irrationale, dumpfe Abgrenzungsgefechte verfällt. Wollen wir eine gleichberechtigte, eine gerechte, eine offene Gesellschaft sein oder nicht? Dass es nicht “ein bisschen Gleichberechtigung” gibt, sollte gerade diesen Müttern in zartrosa und diesen Vätern in hellblau klar sein, denn genauso wenig gibt es “ein bisschen schwanger”. Entweder oder. Gleichberechtigung oder Diskriminierung. Ja oder nein. Zumindest die Veranstalter haben sich entschieden: für Diskriminierung, gegen Gleichstellung, gegen Akzeptanz und gegen eine vielfältige, gegen eine bunte, ja gegen eine offene Gesellschaft. So etwas hatten wir schon einmal – nur damals kamen diese Menschen nicht in zartrosa und hellblau daher. Obwohl … Wer diese Farben mischt, erhält am Ende doch wieder das altbekannte, ziemlich hässliche braun.

IMG_7259Mehr Bilder im Archiv (link)

(Zwuckelmann auf schaeferweltweit.de Bilder ©Alexander Schäfer)

Nachbericht zu „Gefahren am Bauzaun“

An Pfingsten 2015 traten durch hohe Besucherströme am Stuttgarter Haupbahnhof bedrohliche Zustände bei den Besuchern nach dem Umbau für Stuttgart 21 auf. Im Zusammenhang mit den Bauzäunen zeigte sich, dass hier ernsthafte Gefahren auftreten, welche zu unkalkulierbaren Risiken für die Besucher des Kopfbahnhofes führen. SWW berichtete – Dieser Bericht führte zu Leserbriefen an die Verantwortlichen, was wiederrum jetzt zu Nachbesserungen geführt hat. Siehe Bildserie vom 05.06.2015 und nebenstehendes Detail von den Nachbesserungen.

Das Antwortschreiben der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH auf einen der Leserbriefe und letztlich auch die Fakten vor Ort zeigen dass hier erfreulicherweise die Lage etwas ernster genommen wird. Im Gegensatz zu früheren Zeiten (siehe zb. unter anderem die monatelange Gefährdung durch die Schäden an der Bahnsteigüberdachung) führt es nicht mehr nur zu verharmlosenden leeren Pressemitteilungen sondern wenigstens zu Versuchen der Verbesserung. Es Beweist aber auch, dass ohne zufällige Beobachtungen mehrerer Menschen, einer öffentlichen Zusammenfassung der Fakten und schließlich auch dem Druck durch Leserbriefe hier wichtige Mängel nicht früh genug (VOR Gefährdung der Besucher) selbst erkannt werden. Eine funktionierende Bauüberwachung müßte dies vor dem Eintreten konkreter Gefahren erkennen und beheben!

Ein Reagieren auf Leserbriefe und Berichte kann und darf nicht der einzige Weg bleiben. Die Projektbeteiligten müssen hier, wie auch bei vielen anderen Details dieses Projektes, ihre Vorsorgepflicht endlich richtig Wahrnehmen. Auch Stadt und Land darf dies nicht im guten Glauben allein der DB überlassen! Das scheinbar mittlerweile Üblich gewordene „Drauf los Bauen / Schauen was passiert“  muß endlich ein Ende finden! In kleinen Details wie diesem hier genauso wie aber auch in wirklich großen Details zb. dem Nesenbachdüker, bei dem es später nicht mehr reichen wird einige Schrauben und Balken nachzurüsten.

Siehe auch:
Wie gefährlich ist es am HBF Stuttgart?
Qualität schafft Vertrauen! -> Stein trifft Passantin
Weiche 227 eine endlose Geschichte?

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Samstagsdemo gegen Stuttgart 21

Bei nahezu tropischen Temperaturen versammelten sich in Stuttgart erneut tausende Gegner des Immobillienprojektes Stuttgart 21 vor dem Stuttgarter Kopfbahnhof. Während die Besucher des Evangelischen Kirchentages eher den Schatten der noch verbliebenen Parkbäume genossen, lauschten die Demoteilnehmer unter sengender Hitze den Reden von Martin Poguntke (Rede als PDF), Dr. Frank Alt (Rede als PDF) und Volker Lösch (Video). Hier nun einige Impressionen des Tages.

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Alle Bilder im Archiv (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Samstagsdemo vor dem Kopfbahnhof

In diesen Minuten findet vor dem Stuttgarter Kopfbahnhof die Samstagsdemonstration gegen Stuttgart 21 statt.

IMG_6574Die langjährigen Gegner gegen das Imobilienprojekt wählten diesen Samstag vor allem deshalb aus um den vielen Interessierten Besuchern des Evangelischen Kirchentages zu zeigen, das es nicht nur die Baumaschinenshow in der Brache gibt (Bilder vom 05.06.2015 – zwar ein „Brückentag“ aber ansonsten ein „Arbeitstag“ an dem alle Maschinen aufgefahren wurden aber nur so herum standen) sondern auch noch sehr viele aktive Menschen gegen den sinnlosen Bahnhofsumbau-Versuch in Stuttgart.

Zahlreiche Menschen hören sich nun also die Reden von Martin Poguntke (Theologen gegen Stuttgart 21), Dr. Frank Alt (Journalist und Buchautor) und Volker Lösch (Regisseur) an – einen kurzen Auszug der Rede nun hier. Später dann auch wie gewohnt eine fotografische Dokumentation der Demonstration hier im Blog.

Das aktuelle Hauptargument für Stuttgart 21 heißt: Protest und Widerstand kommen zu spät. Es lohnt sich doch gar nicht mehr, gegen das Projekt auf die Straße zu gehen. Was ist davon zu halten?

Ich war vor 14 Tagen in Österreich beim Internationalen Anti-Atomgipfel. Dabei habe ich auch mit Aktivisten gesprochen, die vor 37 Jahren das AKW Zwentendorf verhindert haben. Dieses österreichische Atomkraftwerk ist ein Lehrstück erfolgreichen Widerstands gegen unsinnige Großprojekte und ein Lehrstück dafür, dass es nie zu  spät ist für Widerstand und Protest.

Zwentendorf ist weltweit das einzige Atomkraftwerk, das  komplett fertig gebaut war, aber aufgrund einer Volksabstimmung niemals in Betrieb genommen wurde. Im Herbst 1978 stimmten 50,4% der Österreicherinnen und Österreicher gegen die Inbetriebnahme. Und weil Zwentendorf durch intelligenten und dauerhaften Protest gestoppt wurde, sind inÖsterreich drei weitere geplante AKW‘s nicht gebaut worden.

Meine Damen und Herren: Das AKW Zwentendorf war komplett fertig gebaut, es war ein Milliarden-Projekt wie Stuttgart 21, aber es ging nie in Betrieb, weil das Volk klüger war als seine Regierung.

Auszug der Rede von Dr. Franz Alt, Journalist, auf der Kundgebung zum Evangelischen Kirchentag am 6.6.2015

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Unverantwortliches Gedränge am Bauzaun!

Heute am 22.05.15 brach unter der Reisewelle in die Pfingstfeiertage am Stuttgarter Bahnhof alles zusammen. Die Bahnpolizei sah sich sogar gezwungen einzelne Bahnsteige zu sperren um Passagiere vom einsteigen abzuhalten! Das führte dazu das sich ein großes Gedränge auf dem provisorischen Querbahnsteig bildete. Wolfgang Rüter war vor Ort und dokumentierte (link).

©2015 - Wolfgang Rüter am 22.05.2015
©2015 – Wolfgang Rüter am 22.05.2015

Skandalös empfinde ich allerdings vor allem die Gefahr in die man hier die Menschen schickt! Meiner Ansicht nach sehenden Auges den diese Art der „Baustellenabsicherung“ offenbart ihre Unzulänglichkeit sogar einem Laien. Wer genau hinsieht erkennt das es bereits nur 10cm neben der Menschenmenge hinter einem schlecht verankterten und kaum gesicherten Holzzaun ca. 10m tief in den Abgrund geht!

©2015 - Wolfgang Rüter am 22.05.2015
©2015 – Wolfgang Rüter am 22.05.2015

Der Bauzaun hier ist nur direkt im Boden versenkt und NICHT verstrebt nach hinten wie es normalweise jeder einfache Bauzaun ab einer gewissen Höhe ist. Die sogenannte Verankerung sieht man im Bild hier unten! Selbst jeder Laie kann erkennen wie unzulänglich diese Absicherung ist. Vor allem in Hinsicht auf diese Menschenmengen die man hier unverantwortlicherweise auf den Querbahnsteig gedrängt hat!

©2015 - BlackyStuttgart @BlackyS21 - Detail Bauzaun-Verankerung
©2015 – BlackyStuttgart @BlackyS21 – Detail Bauzaun-Verankerung
©2015 - Alexander Schäfer - Detail Bauzaun aus Sicht der Baugrube
©2015 – Alexander Schäfer – Detail Bauzaun aus Sicht der Baugrube

Die Polizei trägt noch ihr übriges dazu bei indem sie einzelne Bahnsteige mit Polizeigittern versperrt und somit die Menschen dazu zwingt auf dem Querbahnsteig zu bleiben (STZ link). Spätestens nach Duisburg weiß eigentlich jeder, dass dies eine unberechenbare Gefahr birgt. Die Kräfte die in so einer Menge entstehen können gar nicht kontrolliert werden. Bricht hier auch nur die kleinste Panik aus, dann ist dieser lächerlich befestigte Zaun kein Hindernis! Viele Menschen sähen sich direkt dem Abgrund gegenüber und auf der anderen Seite würde die Menge drücken!!!

Wie kann man nur so unverantwortliche Gefahren eingehen? Ich verstehe diese Bahn und letztlich auch die Stadt welche ja auch Projektbetreiber ist nicht mehr. Wie bitte soll man dann den Aussagen trauen das man den Brandschutz bei Stuttgart 21 im Griff hätte? Was bitte soll da an Vertrauen noch bleiben wenn egal wohin man Blickt nur Murks und Gefahr herrscht? Wieso gefährdert man die Kunden der Bahn und die Besucher der Stadt in solcher weise? Und jetzt kommt der Kirchentag mit seinen Menschenmassen – es kann einem nur Angst und Bange werden!

Die Verantwortlichen dieser Baustellen, und dazu zählt nicht nur die Deutsche Bahn sondern auch die Stadt Stuttgart und die Landesregierung welche ALLE Projektbeteiligte und verantwortlich sind sollten ENDLICH eine ernstzunehmende Baustellenüberwachung realisieren! Es darf nicht sein das man weiter auf das Glück hofft (wie damals beim Bahnofsdach!) und die Augen verschließt auf das nur nichts passiert.

EDIT 09.06.15
Mittlerweile wurde der Zaun im Gefahrenbereich massiv verstärkt.
Siehe Bilder vom 05.06.15 (link)
Es scheint das Gefahrenpotential wurde erkannt und versucht es zu beheben. Bleibt nur zu hoffen das dies weitreichendere Konsequenzen hat als nur ein paar Balken und Schrauben. Der Mangel an Bauüberwachung tritt hier erneut und verstärkt an den Tag. Falls diese Überwachung durch eine Bauleitung die ihren Namen verdient nicht besser wird, ist leider immer wieder mit großen Gefahren zu rechnen. Nicht immer können solche Hinweise als Lückenfüller fungieren. Ein tiefgreifendes Einschreiten aller Projektbeteiligter (nicht zuletzt der Stadt und dem Land als Verantwortliche für alle Besucher Stuttgarts!) ist dringend Nötig. 

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

IHK: stv. Hauptgeschäftsführer darf sein Amt nicht ausüben

Kaktusinitiative deckt auf: stellvertretender Hauptgeschäftsführer darf sein Amt nicht ausüben.

Kaktus_InitiativeNach einer Anfrage der Kaktusinitiative stellt die Rechtsaufsicht der IHK´s im Finanz- und Wirtschaftsministerium fest, dass das Präsidium der IHK Region Stuttgart jahrelang gegen ihr eigenes Satzungsrecht verstoßen hat. Nun ruht die Funktion eines der Stellvertreter des Hauptgeschäftsführers. IHK: stv. Hauptgeschäftsführer darf sein Amt nicht ausüben weiterlesen