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Quadratisch. Praktisch. BUNT

Von einem Besuch bei und um das Ritter Sport Museum in Waldenbuch.Dort sind zur Zeit bis 22.September Arbeiten von Daniel Buren – Broken Squares:
Works in situ and situated 2011-2013
(wikipedia) zu sehen.

Holz oder nicht Holz, ist DAS wirklich hier die Frage?

UPDATE – 23.08.2013

Auf einem Bild vom 24.04.2012, welches mir freundlicherweise von Peter Gierhardt zum Vergleich gesendet wurde, erkennt man das dieser Setzungsriss bereits vor Abriss des Schlossgartenflügels in dieser Länge vorhanden war. Wann er entstand und wie er sich weiter entwickelt bleibt unklar.

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IMG_0439So man nichts Besseres zu tun hat, kann man ja dieser Tage so Einiges in der hiesigen „Spätzlespresse“ lesen (was schon seit Jahren bekannt ist). Da füllt man so manches Sommerloch in den Druckpressen mit dem immer wieder aufgebrühten Thema, ob nun Holz oder Eisen -genau genommen wohl eher Eisenbeton- (aber wen Interessieren schon Details?) das Maß der Dinge sein soll. Nein, es handelt sich hierbei nicht um Themen, wie man sie vielleicht selbst aus der eigenen Wohnung kennen mag. Es geht nicht darum, ob die Möbel nun aus traditionellem zeitlosen Echt-Holz, oder aus modernen, aber evtl. schnell vergänglichen Materialien bestehen sollen. Es dreht sich mal wieder alles um den Turm des Stuttgarter Hauptbahnhofes oder darum, dass man sonst nichts anderes zu Schreiben findet. Aber ist das wirklich die wichtigste Frage? Sollte es nicht generell darum gehen, den Turm zu erhalten?
 
 
IMG_9449_Der Komplette RissIn schöner Regelmäßigkeit füllen hier die Zeitungen ihre Sommerflaute in der „skandal-freien“ Zeit entweder mit dem Fang irgendwelcher Echsen oder Schildkröten aus Seen oder Bächen, und wenn es selbst an solchen Themen mangelt, werden eben längst bekannte Themen aus der Schublade gezogen. Selbst der grünste, aller bisherigen Stuttgarter Oberbürgermeister, wittert Morgenluft und versucht sich, an das Thema anzuhängen. Er fordert gar heldenhaft „Aufklärung“, solange es gerade medial chic erscheint. Die wahren Tiefen seiner „Sorge“ um den Hbf und seiner Besucher erkennt man allerdings daran, wie er mit den massiven Dachschäden in der Praxis umgegangen ist! Genau wie jetzt beim Turm, wurde auch beim Dach nie WIRKLICH und aktiv dafür gesorgt, dass die Gäste im Bahnhof nicht gefährdet werden. Im Gegenteil – man wundert sich schon über die Sorglosigkeit, umso mehr, wenn man sieht, wie viele der Befürchtungen der Bevölkerung mittlerweile eingetroffen sind.
 
 
Auf so viele Probleme wurde Monate, manchmal sogar Jahre vorher hingewiesen, manche sogar aufwendig und allgemein verständlich visualisiert. Die Verantwortlichen wuschen Ihre Hände stets in Unschuld und meinten Forderungen und Erklärungen – kurz Lippenbekenntnisse – würden irgendetwas ändern! Da wird wieder einmal eine sinnlose Diskussion um Eichen- oder Eisenpfähle geführt, statt dessen könnte der OB dieser Stadt einfach einen seiner Bautrupps ein Loch graben lassen. Oder er könnte schlicht und einfach mal selbst die Hand anlegen! Zahlreiche Bahnhofskenner wie z.B. auch Herr Hopfenzitz haben mehrfach davon gesprochen, dass es eine Stelle im Fundament des Turms gibt, durch welche die Gründung des Turmes sehr leicht kontrolliert werden könnte! Statt etwas zu TUN, wird aber nur mal wieder appelliert … und das an ein Unternehmen, das sich schon so oft, und immer wieder dadurch aus zeichnet, dass ihr Sorgfalt oder die Unversehrtheit ihrer Kunden (in ihrer Bahnfachsprache entlarvender Weise „Fleischgewicht“ genannt!) nicht wirklich wichtig ist!
 
 
IMG_0423Es wird mal wieder nichts passieren – wenn überhaupt, dann wird ein uns allen bekannter Bahnsprecher sich irgendwann zu einer Erklärung herablassen. Er würde wenn nötig auch offiziell erklären, dass Eiche eigentlich schon immer eher Metall als Holz sei und generell sowieso wie immer alles super geplant sei. -> Den Turm wird es NICHT retten. Herr Kuhn wird wohl auch nicht mehr im Amt sein, wenn die Folgen des Bauwahns dann wirklich eintreten. Wie bei so vielen Themen – mehr als Lippenbekenntnisse und darauf folgende unwiederbringliche Verluste für Stuttgart wird es nicht geben.
 
 
Aktuell sollte man sich lieber vor Ort den mehrere Meter langen Riss im Turm anschauen! Man kann sich dann in die Kritiken und Bedenken derer einlesen, welche schon lange davor warnten, den Südflügel abzureisen. Dieser wurde VOR dem Turm gebaut, daher ist er statisch sehr wichtig für den Turm. Das Alles KANN man glauben – MUSS man aber nicht … man kann auch einfach mal loswursteln und nachher dumm aus der Wäsche kucken. Auch hier wurde nichts dafür unternommen, dieses Problem wirklich professionell zu lösen – wie beim Bahnhofsdach wurde einfach abgerissen – was dabei raus kam, kann mittlerweile selbst der beste Bahnsprecher nicht mehr schön reden.
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Hier sind die Bilder vom Turm (Vor 3 Monaten) – jeder weiß es, aber keiner unternimmt etwas – später ist allgemeines „überrascht sein“ angesagt. DAS ist das tolle Projekt Stuttgart 21 – der Stolz der Bauwirtschaft – die Zukunft Europas – das Herz Europas …
 
( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )
 

185. Montagsdemo

Zum 185. mal trafen sich die Gegner des Stuttgarter Immobilienbahnsinns Stuttgart 21 vor dem Stuttgarter Kopfbahnhof und demonstrierten für eine Sinnvolle Infrastruktur in Stuttgart. Besonderer Besuch stellte allerdings diesmal der neue Polizeipräsident Franz Lutz (56) dar, welcher sich an mehreren Punkten für die örtlichen Spätzlepresse in Szene setzen ließ.

Meine Impressionen der Demo:

…und wie immer mehr in meiner Dokumentation

Videos von Walter Steiger dokumentieren die Reden:

Angelika & Betty / Quintetto Rebello http://youtu.be/K0EZ18eZGo4
Angelika Linckh, Beate Würtele, Uli Gsell http://youtu.be/i4j5vCPEd4E
Angelika Linckh, Anmoderation http://youtu.be/3DqEUzA40DQ
Hans Klotzbücher (ehem. Fahrdienstleiter) http://youtu.be/lFLKZChQxWA
Peter Pipiorke (Rad-Demo) http://youtu.be/7mf22Gr9aQ0
Angelika & Betty (Zwischenmusik) http://youtu.be/n_brBFdcXzQ
Dipl.-Phys. Wolfgang Kuebart (Ing22) http://youtu.be/wP9UwetUsXE
Angelika Linckh (Abmoderation) http://youtu.be/ed3Eq6IazYs

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Lehrstellwerk Kornwestheim

Der Fördervereins Lehrstellwerk Kornwestheim e.V. lud am 18.08.13 zum Tag der offenen Tür ins Lehrstellwerk in Kornwestheim ein und hunderte Menschen folgten diesem Ruf. Seit 1934 bis 1990 lernten hier die Fahrdienstleiter alles was man über Stellwerke wissen mußte. Das Lehrstellwerk war dabei ein Teil der Reichsbahnzentralschule (seit 1929 in Kornwestheim). Im Jahr 1984 beschloss die Bundesbahn das sie eine solche Einrichtung nicht mehr braucht. Heute lernen die Fahrdienstleiter (viel zu wenige – siehe Mainz!) diese Dinge in der Theorie und in Einweisungen vor Ort direkt am Stellwerk an dem sie dann eingesetzt werden.

Stitched Panorama

Dem schrittweisen stillschweigenden Abbau der Einrichtung durch die DB schob dann im Jahre 1995 die Stadt einen Rigel vor, indem sie die Einrichtung unter Denkmalschutz stellte. 2004 wurde vom Oberbürgermeister ein Förderverein ins Leben gerufen, welcher sich bis heute liebevoll um den Erhalt kümmert. (und ironischerweise 50€ Miete an die Bahn zahlen muß.) Unter der Website lehrstellwerk-kornwestheim.de lassen sich Details nachlesen und dort kann auch eine Fördermitgliedschaft (gerade mal 15 Euro im Jahr!) eingegangen werden. 

Zu den Bildern auf doku-stuttgart.de und ganz besonders Interessant: Die Praktische Vorführung mit Dank an Cams21 fürs dokumentieren!

Stitched Panorama

Mittlerweile findet sich übrigens die Bahn wieder zweimal monatlich im Lehrstellwerk ein (ironischweise gegen nun gegen Bezahlung), den die Anlagentechnik welche hier praktisch gelernt werden kann  befindet sich immer noch im aktuellen Bahnbetrieb – selbst die wirklich ursprüngliche Technik der Reichsbahn ist in vielen älteren Strecken noch im Betrieb. Selbst in ihrer Ursprünglichen Form noch unverändert aber natürlich in großen neuen Stellwerken heute Digital gesteuert. Dabei kann aber selbst die digitale Technik im Lehrstellwerk betrachtet werden und auch eine digitale Technik und Elektromotoren ersetzen nicht die Grundlegende Logik der Weichenstelltechnik. „Wenn Sie das heute alles verstanden haben können sie morgen in Mainz anfangen!“ sagte Gerhard Fischer humorvoll zum Abschied.   

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Siehe auch einen Film zum Stellwerk in Stuttgart: