Im Jahr 2018 machte bekanntlich die Stadt Stuttgart gnadenlos ein Kunstwerk (Link) des Künstlers herman de vries (link) platt. Siehe auch meine Berichte von damals: Link / Link und der Beitrag von extra3 dazu Link
Doch wie sieht das nun im Jahr 2025 aus? Wie man sieht ist die Natur wie schon beim ersten Werk wieder gewachsen aber man sollte natürlich nie vergessen das dieses Werk nicht mehr dem entspricht wie es 2018 vor dem schreddern durch die Landeshauptstadt war. 25 Jahre Entwicklung sind unwiederbringlich verloren und niemand weiß wann die Stadt sich wieder dazu entscheidet alles erneut platt zu machen.
Ob dieses im Umfeld des Kunstwerks aufgetauchte Objekt irgendetwas mit dem Werk zu tun hat oder haben soll (ausser die Räumliche Nähe), ist mir allerdings nicht bekannt.
Bilder aus den Jahren 2000 bis 2017 / Google Earth („Fair Use“)
Im Jahr 1993 entstand das Kunstwerk „Sanctuarium“ (link/wiki) des Künstlers herman de vries im Rahmen der Internationalen Gartenbauausstellung (link). Seit dieser Zeit durfte es sich im Sinne des Künstlers entwickeln und gedeihen. Eigentlich sollte dem auch nicht viel wiedersprechen – schließlich stört an dieser Stelle niemanden der ein oder andere Busch (siehe auch das normale „Straßenbegleitgrün“ in diesem Bereich) Selbst wesentlich höhere Bäume stehen dort direkt eine Stufe höher auf dem Hügel. Doch der Stadt passte das Kunstwerk offensichtlich nicht. Sie machte nun einfach alles im befriedeten Gebiet dem Boden gleich. Vorgeschobener Grund ist ein „Parkpflegewerk“ in welchem „die Entwicklung zum Wald“ vermieden werden soll. Der Künstler selbst weiß allerdings nichts von diesem „Werk“ und sieht selbst sein Konzept mit dem Kahlschlag als zerstört an. Die Stadt Stuttgart hingegen reagiert lediglich mit einem lapidaren ‚Stellt euch nicht so an, das wächst schon wieder‘ (Wörtlich: „Die Pflanzen wurden nur zurückgeschnitten. Wir können uns also schon bald wieder am #Sanctuarium erfreuen.“)
Neben der Tatsache, dass die Bilder von Google Earth sowie auch die Jahresringe der gewachsenen Bäume zweifelsfrei beweisen, dass die Vorgaben dieses „Parkpflegewerkes“ nie so zerstörerisch sondern immer (zumindest 25 Jahre lang) im Sinne des Künstlers also lediglich auf seitlich herauswachsende Pflanzen beschränkt wurde, erkennt man auch sehr leicht, dass wesentlich höhere Bäume die „Sicht auf die Bastion“ eher einschränken würden als dieses Kunstwerk welches viel tiefer fast auf Straßenniveau steht.
Vergleicht man die Straßenmasten (in der Regel max. 12m hoch) erkennt man schnell, dass diese Blickachse sicher noch sehr lange nicht ernsthaft eingeschränkt worden wäre. Zurück bleibt also eine völlig unnötiger Kahlschlag, eine generelle Missachtung der Natur und eines Kunstwerkes und letztlich die Geringschätzung eines International anerkannten Künstlers.
Aktuelle Links zum Thema:
Wikipedia zum Sanctuarium (link)
Wikipedia zur IGA93 (link)
Stuttgarter Zeitung (link)
stuttgart.de selbst zum zerstörten Kunstwerk (link) Radiobeitrag – Bayern 2 (link) Radiobeitrag – SWR 2 (link)
Bericht – Main Post (link)
Bericht – Monopol Magazin (link)
Filmbeitrag – SWR (link)
Radiobeitrag – Deutschlandfunk Kultur (link)
Bericht – Mainpost (link)
Bericht – Stern (link)
Bericht – StN / OB Kuhn entschuldigt sich (link)
Kommentar – StZ (link)
Bericht – StZ (link)
Filmbeitrag – extra3 (link)
Weitere Links zum Thema:
Stuttgarter Zeitung 25.03.1993 (link) Stuttgarter Zeitung 14.04.1993 (link) Stuttgarter Zeitung 02.09.1993 (link) Stuttgarter Zeitung 06.09.1996 (link)