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Die Horizontal-Bäumchen vom Rotebühlplatz

Gastartikel von WS

Hurra, es ist geschafft: in den vergangenen drei Tagen wurde an der Fassade des VHS-Gebäudes ein ca. 4 x 10 Meter großes Kleinpflanzenbeet mit drei schmächtigen, waagrecht eingelassenen Bäumchen, die sich langsam drehen und künstlich bewässert werden, installiert. Angeblich sollen sie für Kühlung und Luftreinigung sorgen.
Kostenpunkt laut Aussage eines VHS-Mitarbeiters: knapp eine halbe Million Euro. (Anmerkung SWW: Laut Aussage der Stadt Stuttgart liegen die Kosten für „Anschaffung und Aufbau“ bei 120.000 €)

© WS – „Schilda_21“

Verglichen damit sind die vor zwei Jahren am Charlottenplatz aufgestellten zwei „Green-City-Trees“ mit ihren je 110.000 Euro Kauf- und Unterhaltspreis beinahe ein Schnäppchen, wenn sie nicht – wie in anderen Städten längst bemerkt – komplett nutzlos wären. Man erinnert sich: versprochen war damals eine Wirkweise entsprechend der von 275(!) ausgewachsenen Stadtbäumen; wer die Dinger aber kennt, weiß, dass sie es vermutlich nicht einmal mit einem einzigen echten Baum aufnehmen können.

Und nun also dieses Schelmenstück namens GraviPlant eines „Start-Ups“ namens „visioverdis“, das man allenfalls als Kunst am Bau klassifizieren kann.

Wie soll man die hiesigen politischen Entscheider eigentlich noch ernst nehmen, nach all ihren kostspieligen Desastern mit Feinstaubkleber, vertrocknenden Mooswänden, lächerlichen City-Trees und, ab heute, drei rotierenden Ligusterbäumchen, die beim nächsten Sommersturm womöglich geknickt aufs Trottoir stürzen?

( Bild und Text WS auf schaeferweltweit.de )


Impressionen der „GraviPlant“ Kunstinstallation vom 08.05.2020

Impressionen der „City-Trees“ vom 08.05.2020

Impressionen der Mooswand vom 09.10.2017