Falsche Zahlen über Verletzte am 30.09.2010

Aus aktuellem Anlass, möchte ich einen meiner Artikel erneut einstellen.

Archivbild - 2010 © Alexander Schäfer
Archivbild – 2010 © Alexander Schäfer

Ich werde nicht aufhören die Wahrheit zu schreiben, auch wenn die Altmedien wie immer (noch) die größere Leserschaft haben. Somit haben sie wie immer (bis genau dieses Problem den „Qualitätsmedien“ irgendwann das Genick brechen wird!) die Möglichkeit ihre eigenen „Wahrheiten“ zu schaffen. Klar, der „Autor“ STZ wird immer behaupten, dass mit Zitat „Neun Demonstranten verletzt“ nur das aktuelle Thema gemeint war und seine Hände in gespielter Unschuld waschen. Doch auch wenn diese Meinungsbeeinflussung durch Auslassen von Informationen zwar Inhaltlich korrekt sein mag, ändert es an der miserablen Moral dahinter überhaupt nichts.

Das wird so lange funktionieren wie die Leserschaft weiter für diese Art der Medienarbeit bezahlt. Die letzten Jahre zeigen aber, dass den Altmedien trotz der langsamen Konsequenz des Marktes die Felle davon schwimmen. Insofern wird sich ja zeigen, ob die Wahrheit doch irgendwann – Oben Bleibt…

Immer wieder, z.B. auch aktuell wieder bei den Berichten über den nun zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilten Polizisten, tauchen die irreführenden Zahlen über die verletzten Bürger am 30.09.2010 auf. Obwohl schon kurz danach von Sanitätern, die ehrenamtlich im Park damals geholfen haben, diese Zahlen widerlegt wurden. Die, in diesem Fall Stuttgarter Zeitung, spricht dort von Zitat: „insgesamt mehr als 100 Menschen. Das kann ich bei über 350 Verletzten, die den Sanitätern bereits am Abend des 30.09. bekannt waren, nur als schamlose Untertreibung betiteln!

Aus diesem Anlass veröffentliche ich hiermit, noch einmal, die erste öffentliche Meldung (Zwischenbericht) mit dem Originallink zur Veröffentlichung. Später dann auch als Endbericht, ging dies als Pressemitteilung an alle Redaktionen.

30.09.2010 23:32 Link zum Original (PDF)
Zitat:
ZWISCHENBERICHT DER DEMOSANITÄTER

Christoph Hoffmann, LRA, OrgL

Unabhängige Rettungskräfte, bestehend aus Demosanitätern, örtlichen Ärztinnen und Ärzten, dienstfreiem Rettungs- und Pflegepersonal sowie Ordnerinnen und Ordnern der Parkschützer haben im Zeitraum von 10:00 bis 22:30 Uhr insgesamt 368 (dreihundertachtundsechzig) protestierenden Bürgerinnen und Bürgern aktionsbedingt medizinische Hilfe leisten müssen. Dazu kamen derzeit 12 sonstige Hilfeleistungen ohne Aktionsbezug.

Die von Polizei und öffentlichem Rettungsdienst verbreitete Zahl von ca. 100 Patienten ist falsch, da sie sich ausschließlich auf den geringen Bruchteil der von den Demosanitätern an das Rote Kreuz übergebenen sowie der direkt am Rettungsbus der Berufsfeuerwehr (Schillerstrasse) vorstellig gewordenen Patienten bezieht.

Die tatsächliche Zahl von derzeit 368 aktionsbedingten Verletzten setzt sich wie folgt zusammen:

320 Patienten, die unter Augen-, Haut- und Schleimhautreizungen durch seitens der Polizei eingesetztem Pfefferspray litten;
32 Patienten mit Prellungen aller Art, verursacht durch Faust- und Knüppelschläge der Polizei;
12 Patienten mit Kopfplatzwunden, verursacht zumeist durch Knüppelschläge der Polizei;
2 Patienten mit Rippenbrüchen, verursacht durch den Wasserstrahl eines Wasserwerfers der Polizei,
1 Patient mit einer schweren Augenverletzung, deren Ursache uns unbekannt ist, da dieser Patient direkt an den öffentlichen Rettungsdienst übergeben wurde.

Dazu kommt, insbesondere Augenreizungen und Prellungen betreffend, eine bei vergleichbaren Anlässen sehr hohe Dunkelziffer, also Patienten, die sich erst abseits der Aktion oder gar nicht in medizinische Behandlung begeben.

Kursierende Gerüchte über einen Todesfall können wir derzeit weder bestätigen noch dementieren. Es gab zwar definitiv mindestens eine Meldung über eine Reanimation (Wiederbelebung), die aber ebenso definitiv falsch war.

Weitere Meldungen folgen. Privatpersonen vermeiden bitte unbedingt diesbezügliche Anfragen an die Demosanitäter, sowohl vor Ort als auch telefonisch. Die Presse wird gebeten, sich bei Bedarf persönlich am Rettungsplatz im Biergarten des mittleren Schlossparks zu melden.

Derzeitige Standorte medizinischer Hilfe sind:

1. Der Rettungsplatz der Demosanitäter im Biergarten des mittleren Schlossgartens
2. Der Verbandplatz des Deutschen Roten Kreuzes ca. 300 m weiter in Richtung Cafe Nil
3. Der Rettungsbus der Berufsfeuerwehr in der Schillerstraße.

Die Demosanitäter bedanken sich herzlich für die zahlreichen Materialspenden.
Es ist aber nicht notwendig, Kochsalzlösung oder Augentropfen teuer zu erwerben, da zum einen ausreichende Vorräte vorhanden sind und zum anderen bei nahezu allen mit Pfefferspray kontaminierten Personen ausschließlich Wasser eingesetzt werden braucht.
Kochsalzlösung bietet keinen verbesserten Effekt. Milch, Zitronensaft oder Essig sind selbstverständlich vollkommen ungeeignet.
Zitatende

Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch nochmal auf einen weiteren Text hinweisen (PDF), welcher in diesem Zusammenhang veröffentlicht wurde. Schon damals wurde damit und durch die Erfahrungen vieler Bürger am 30.09., die vergeblich die Rettungsnummern anriefen, klar wie hier mit den Verletzten umgegangen wurde. Die Tatsache, dass bis heute noch selbst von Lokalmedien diese falschen Zahlen veröffentlicht werden, zeigt wie respektlos noch immer mit diesen Menschen umgegangen wird.

Ich fordere die Medien auf, auch wenn sie aus nicht nachvollziehbaren Gründen diesen Berichten nicht glauben sollten, wenigstens den Respekt zu zeigen BEIDE Zahlen oder KEINE Zahl zu verwenden. Soviel minimale Berufsehre sollte doch von jedem Journalist zu erwarten sein.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

0 Gedanken zu „Falsche Zahlen über Verletzte am 30.09.2010“

  1. Viele der Zeitungsartikel in der Stuttgarter Presse wurden weitesgehend von der Presseabteilung der Polizei oder der DB übernommen. Ein großer Teil der Tatsachenbehauptungen müssten dahingehend markiert sein. Dann würde die Polizei und vielleicht sogar die DB weniger Informationsmüll bzw Desinformation rausgeben, nach dem Motto… wer ständig lügt,dem glaub ich noch was…die Leser sind lustigerweise der Meinung deren Wasserstandsberichte würden genauso vor Veröffentlichung gegenrecherchiert wie die der S21Gegner. Man könnte dann aufgrund der zahlreichen Verfahren vor Gericht präzise über diesen Aspekt der S21-Propaganda deren Urheber zuordnen. Polizei, OSTa oder Staatsschutz.
    Mein Beispiel als Zeuge : Bei einer Baumfällung Nordausgang / Heilbronnerstraße wurde der Norausgangparkplatz irgendwann mit einer Polizeikette , so ungefähr 14 Mann auf 100 Meter Breite abgesperrt vor 2 Uhr war, dann schon so lange das geschehen Richtung Heilbronner/Jäger verschoben, daß sich niemand mehr dafür interesierte bei der Kälte einen gerodeten Parkplatz zu überqueren. gegen 3Uhr saßen ALLE Polizisten dieser „Kette“ schon eine Stunde in ihren 7 Wannen. Ein frisch eingetroffener von cams21 überquerte den Parkplatzrand an der oberen Kante an den Pflanztrögen , und bewegte sich zu den Polizisten am Überweg der Heilbronnerstraße. Die Freunde in den wärmenden Wannen stiegen daraufhin aus ihren Wärmestuben aus rannten ihm hinterher. Da er Schritttempo hatte, trafen sie alle zusammen am Fußgängerüberweg ein. Er mußte sich in der Kälte bis auf die Unterhose entkleiden und so mindestens 10 Minuten stehen. In der Zeitung stand dann , er hätte eine Polizeikette durchbrochen. Die dabei verwendete Formulierung war wortidentisch mit dem vom cams21ler berichteten Vorwurf der Polizei an ihn vor Ort. Diese Rechtfertigung für den erzwungenen Eskimostrip hatten sich die Beamte aus den Wannen erdacht.

  2. Danke, dass du da dranbleibst! Jede Art von Dokumentation ist wichtig, gerade in diesem Bereich. Wer weiß, vielleicht wird sich eines fernen Tages ein Historiker um die Wahrheit bemühen. Dass jetzt was davon ans Tageslicht kommt, damit können wir unter den gegebenen Umständen kaum rechnen. Umso mehr: Noch einmal danke.

    1. Historiker … tja irgendwann bleibt nur noch dies da hast du recht. Aber das zu akzeptieren bin ich noch nicht bereit.

      Klar auch in anderen zur Zeit wieder mal hoch kochenden Fällen sieht man das in unserer Gesellschaft oft ausgesessen wird bis alle Zeitzeugen tot sind aber das wird im Fall des 30.09. noch sehr lange dauern. (Leider) waren ja viele Zeitzeugen am 30.09. noch sehr jung. Sie werden die meisten Täter des 30.09. lange Zeit überleben.

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